Pultdachweise.  Selcuk Ecza Hauptquartier von Tabanlioglu Architects.
Pultdachweise Selcuk Ecza Hauptquartier von Tabanlioglu Architects. © Thomas Mayer / thomasmayerarchive.de
Stapelweise.  Das Selcuk Ecza Hauptquartier von Tabanlioglu Architects.
Stapelweise Das Selcuk Ecza Hauptquartier von Tabanlioglu Architects. © Thomas Mayer / thomasmayerarchive.de
Streifenweise.  Das Selcuk Ecza Hauptquartier von Tabanlioglu Architects.
Streifenweise Das Selcuk Ecza Hauptquartier von Tabanlioglu Architects. © Thomas Mayer / thomasmayerarchive.de

Tabanlıoğlu Architects ist eines der renommiertesten Architekturbüros der Türkei. Vielfach ausgezeichnet ist das Team überwiegend in Asien und Afrika tätig. Das Portfolio umfasst erstaunliche Projekte in der Türkei, Dubai, Dakkar und Astana. Zudem war Murat Tabanlıoğlu, einer der drei Büropartner, 2014 Kurator des ersten Türkei–Pavilions auf der Architekturbiennale in Venedig. Mit dem vielbeachteten Beitrag „Basar, Politik und Gedächtnis“ ließ er Erinnerungen an sein Heimatland durch diverse visuelle Formate wieder aufleben.

In Istanbul errichtete das Büro zuletzt die Hauptzentrale des Pharamunternehmens Selçuk Ecza im Stadttteil Üsküdar. Die Auftraggeber, ein älteres Ehepaar, wünschten sich eine Arbeitsatmosphäre, die an die ausgewogene Ästhetik traditioneller Istanbuler Sommeranwesen (Yalı) erinnern sollte. Diese bestanden aus einer Häusergruppe, in der öffentlich zugängliche und private Zonen einander kunstvoll ergänzten. Die Anlage besteht aus sieben etwa gleich großen Volumina, die über Wege, Atrien, Dachgärten und Terrassen miteinander verknüpft sind. Sich abwechselnde Pultdächer prägen die markante Silhouette des Gebäudekomplexes aus der Ferne. Die umlaufenden Glasfassaden sind grösstenteils mit vertikal geschlitzten Metallpaneelen verkleidet. Der expressive Sonnenschutz verbindet die einzelnen Bauteile optisch miteinander und erzeugt ein angenehm diffuses Licht- und Schattenspiel im Inneren. Darüber hinaus wird die passive Klimatisierung des Bürogebäudes optimiert. Die braune Farbe verweist subtil auf die historischen hölzernen Vorbilder am Ufer des Bosporus.

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .