Metro Cable, Caracas. Eine minimalinvase Seilbahn erschließt rückwirkend die informelle Siedlung. Ein starker Eingriff in die Struktur des Barrios konnte dadurch verhindert werden.
Metro Cable, Caracas Eine minimalinvase Seilbahn erschließt rückwirkend die informelle Siedlung. Ein starker Eingriff in die Struktur des Barrios konnte dadurch verhindert werden. © U-TT
Torre David, Caracas. Bottom-up-Strategien als ein Weg, um auf vorherrschende urbane Mängel zu reagieren.
Torre David, Caracas Bottom-up-Strategien als ein Weg, um auf vorherrschende urbane Mängel zu reagieren. © U-TT
Fava School, Caracas. Eine Rampe verläuft um das vertikale Schulgebäude für autistische Kinder. Durch die kleinere Grundfläche blieb mehr Platz für Grün.
Fava School, Caracas Eine Rampe verläuft um das vertikale Schulgebäude für autistische Kinder. Durch die kleinere Grundfläche blieb mehr Platz für Grün. © U-TT

Die Ausstellung “Sí / No: The Architecture of Urban-Think Tank“ wirft provokante Fragestellungen auf. Schon der Titel der Schau fordert dazu auf, Stellung zu beziehen. Auf roten Stofffahnen entlang einer zentralen Achse werden die Besucher fortlaufend zu aktuellen Themen befragt und scheinbar festgefahrene Dogmen hinterfragt.

"Can mobility infrastructure also be social infrastructure?"

"How can architects respond to crisis?"

"What are the limits to architecture In the face of politics?"

"Can architects design better cities for all?"

Zudem werden ausgeführte Bauten portraitiert, an denen die Architekten ihre Fragestellungen selbst verhandeln. An zwanzig Beispielen zeigen die Kuratoren diverse Forschungsansätze, Analysen und Entwicklungsstudien über informelle Siedlungsformen aus der ganzen Welt. Das Design der Ausstellung ist eine Referenz an ihren Inhalt selbst. Spontan, informell und lässig hängen bedruckte Stoffe über einer Konstruktion aus einfachen Kunststoff-Abwasserrohren. Collagenhaft fügen sich Fotos, Zeichnungen, Diagramme und Texte zu einem Gesamtbild über das jeweilige Projekt zusammen. Zugleich erinnern die Banner an Wahlkampfslogans und Protestbekundungen. Den Abschluß der Schau bildet ein abgedunkelter Bereich. Kataloge, Modelle, Plakate und Videos bespielen den Raum, dessen Wände mit schwarzem Tafellack beschichtet sind. Große Spechblasen wiederholen die zuvor gestellten Fragen und rufen dazu auf, persönliche Antworten auf die Wand zu bringen. Die Ausstellung zeigt äußerst anschaulich, welchen Wert Partizipation, freie unbestimmte Stadträume, flüchtige und mobile Stadtbausteine für zukünftige Stadtentwicklungen im Gegensatz zur Privatisierung und Kommerzialisierung offener Räume haben. Die Arbeiten von U-TT belegen, dass Architekten sehr wohl ihren Beitrag dazu leisten können. Sie müssen sich nur ihrer Verantwortung stellen.

Empower Shack, Kapstadt. Prototypische Häuser als nachhaltige Strategie der Siedlungsverbesserung.
Empower Shack, Kapstadt Prototypische Häuser als nachhaltige Strategie der Siedlungsverbesserung. © U-TT
Empower Shack, Kapstadt. Prototypische Häuser als nachhaltige Strategie der Siedlungsverbesserung.
Empower Shack, Kapstadt Prototypische Häuser als nachhaltige Strategie der Siedlungsverbesserung. © TheLink.berlin
Xarranca, Barcelona. Eine statische Stadt, ist eine tote Stadt.
Xarranca, Barcelona Eine statische Stadt, ist eine tote Stadt. © TheLink.berlin
Gimnasio Vertical. Modulare, flexible Hallen verstetigen Sportangebote in den Slums und lassen sich leicht errichten.
Gimnasio Vertical Modulare, flexible Hallen verstetigen Sportangebote in den Slums und lassen sich leicht errichten. © TheLink.berlin
Mobiles Marktstand-Design. Bedruckte Stoffe hängen über einer Konstruktion aus Kunststoffrohren.
Mobiles Marktstand-Design Bedruckte Stoffe hängen über einer Konstruktion aus Kunststoffrohren. © TheLink.berlin
Fábrica de Cultura, São Paulo. Offene Räume bestimmen das produktive und dynamische Gemeindezentrum.
Fábrica de Cultura, São Paulo Offene Räume bestimmen das produktive und dynamische Gemeindezentrum. © TheLink.berlin
Ausstellungsplakat.
Ausstellungsplakat "SÍ / NO: THE ARCHITECTURE OF URBAN-THINK TANK" © TheLink.berlin

Weitere Informationen finden Sie hier: Pinakothek der Moderne, Urban-Think Tank und  Facebook-Page von U-TT.

 

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .