Die Eisenbahnkathedrale. Oder
Die Eisenbahnkathedrale Oder "Spoorwegkathedraal": so wird der Hauptbahnhof von Antwerpen wegen seiner 75 Meter hohen, weithin sichtbaren Kuppel genannt. © Jan Dimog
Pompös. Das eklektizistische Empfangsgebäude des Architekten Louis de la Censerie
Pompös Das eklektizistische Empfangsgebäude des Architekten Louis de la Censerie © Hendrik Bohle
Rom. Louis de la Censerie ließ sich vom Pantheon in Rom inspirieren
Rom Louis de la Censerie ließ sich vom Pantheon in Rom inspirieren © Jan Dimog
Schweiz. Eine weitere Inspiration für Louis de la Censerie: der Bahnhof Luzern
Schweiz Eine weitere Inspiration für Louis de la Censerie: der Bahnhof Luzern © Hendrik Bohle
Seltene Steine und Marmor. In der Empfangshalle
Seltene Steine und Marmor In der Empfangshalle © Hendrik Bohle
Majestätisch. Die Empfangshalle
Majestätisch Die Empfangshalle © Hendrik Bohle
Perspektive. Blick auf die Lichtanlage
Perspektive Blick auf die Lichtanlage © Hendrik Bohle
Perspektive, Teil 2. Marmorne und neobarocke Elemente: die Treppenanlage in der Empfangshalle
Perspektive, Teil 2 Marmorne und neobarocke Elemente: die Treppenanlage in der Empfangshalle © Jan Dimog
Perspektive, Teil 3. Die Lösung des Genter Architekten Jacques Voncke: die Vertiefung und Untertunnelung des Bahnhofs für Schnellzuganschlüsse
Perspektive, Teil 3 Die Lösung des Genter Architekten Jacques Voncke: die Vertiefung und Untertunnelung des Bahnhofs für Schnellzuganschlüsse © Jan Dimog
Die Transformation.
Die Transformation © Hendrik Bohle
Die Transformation, Teil 2.
Die Transformation, Teil 2 © Hendrik Bohle
Aus- und Einblicke. Jacques Vonckes kontrastreiche Materialienauswahl
Aus- und Einblicke Jacques Vonckes kontrastreiche Materialienauswahl © Hendrik Bohle
Verkleidung. Mit rotem Backstein
Verkleidung Mit rotem Backstein © Jan Dimog
Prägnant.
Prägnant © Jan Dimog
Rot.
Rot © Hendrik Bohle
Blau.
Blau © Hendrik Bohle
Notausgang. In rot
Notausgang In rot © Jan Dimog
Rot, Teil 3.
Rot, Teil 3 © Jan Dimog
Leuchtend. Bahnsteig 21 und 22 in der Ebene -2 für den TGV, IC-Züge und den Thalys (zusammen mit den Gleisen 23 und 24)
Leuchtend Bahnsteig 21 und 22 in der Ebene -2 für den TGV, IC-Züge und den Thalys (zusammen mit den Gleisen 23 und 24) © Jan Dimog
Bahnsteig 1. Auf Straßenniveau befinden sich die Gleise 1 bis 6
Bahnsteig 1 Auf Straßenniveau befinden sich die Gleise 1 bis 6 © Hendrik Bohle

Am besten man fährt unten ein, Gleis 21 oder 22. Dann kommt dieser Ausblick nach dem Ausstieg. Pure Perspektivendramatik. Dieser Bahnhof spielt mit Blickrichtungen, Achsen und Durchsichten, mit Schluchten, Zwischenebenen und Effekten. Und er lässt Historie und Zeitgenössisches nicht aufeinanderprallen, sondern gibt beiden Raum und fügt sie zusammen, ohne eine angestrengte Melange herbeizuführen. Beide Bereiche, der eklektizistische Bombast mit der pompösen Bahnhofshalle aus dem Jahre 1905 und die Erweiterung von 2009, sind symbiotisch. Die Geschichte kann nicht ohne die Gegenwart und umgekehrt. Der Erhalt des berühmten Bahnhofs war ebenso essentiell wie die Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsnetz. Die Lösung des Genter Architekten Jacques Voncke: ein Kopfbahnhof mit Tunneldurchfahrt. Die Planungen und die anschließende Umsetzung für die Modernisierung und Erweiterung dauerten ein Jahrzehnt und kosteten 775 Millionen Euro. Sie gaben dem Bahnhof in den Ebenen -2 und -1 insgesamt acht weitere Gleise. Doch selbst im „Tal“ gewährt die Schlucht den Reisenden Tageslicht. Denn das 46 Meter hohe Glasdach der Gleishalle überspannt auch dieses Atrium mit der 20 Meter-Tiefe und lenkt den Blick gen historische Empfangshalle. Diese Bezüge passen insofern, als das Voncke es nicht mit der Formsprache des 20. Jahrhunderts aufnehmen wollte. Im Gegenteil, seine Antworten sind zeitgenössisch: Beton, Backstein, Industrielook, Lichtinszenierung. Es sind Materialien, Kontraste, Effekte und damit Aussagen, die den alten, ehrwürdigen Hauptbahnhof von Antwerpen zum Contemporary Central machen.

Zur Website von Belgian Rail und SNCB für Fahrplan- und Preisauskünfte.

 

Von Jan Dimog Autor, Blogger und Journalist, veröffentlicht am .