Cool am Wasser.  Das mehrfach für sein Design ausgezeichnete Fünfsternehotel Farol an der Av Rei Humberto II de Itália 7.
Cool am Wasser Das mehrfach für sein Design ausgezeichnete Fünfsternehotel Farol an der Av Rei Humberto II de Itália 7. © Hendrik Bohle
Hell am Meer.  Der Weg zum Leuchtturm Santa Marta mit angeschlossenem Leuchtturmmuseum.
Hell am Meer Der Weg zum Leuchtturm Santa Marta mit angeschlossenem Leuchtturmmuseum. © Hendrik Bohle
Grün mit Aussicht.  Leuchtturm Santa Marta
Grün mit Aussicht Leuchtturm Santa Marta © Hendrik Bohle

"Ich habe den großen Drang nach Cascais zu fahren", schrieb Fernando Pessoa an Ophélia Queiroz 1929. Was schon damals für die Sehnsucht des portugiesischen Großdichters galt, hat sich seitdem für andere Cascais-Besucher nicht geändert. Cascais (ausgesprochen: kasch-kaisch) war einst ein Fischerort. Seitdem das königliche Haus und die Aristokratie Lissabons den Ort Ende des 19. Jahrhunderts für sich entdeckten und danach auch das Bürgertum und Künstler wie Pessoa, hat es sich zu einer 200.000-Einwohner-Stadt entwickelt, dessen Restaurants, Yachthafen, Designboutiquen in der Altstadt und dessen direkte Lage an einer Bucht zahlreiche Menschen anziehen. Die Lisboêtas und mit ihnen viele Touristen schätzen die drei warmen Sandstrände und den Kontrast zur Eiseskälte des Atlantiks; das reichhaltige Kulturangebot mit mehreren Museen; die (Fisch)Kulinarik und vielen Cafés und Bars. Bei unserem Rundgang sind wir auf viel Grün, viel Meer und den Bau eines Pritzker-Preisträgers gestoßen. Das Museum für Paula Rego, eine der wichtigsten, zeitgenössischen Künstlerinnen Portugals, haben wir genauer inspiziert.

"Painting is not a career. It’s an inspiration."

Paula Rego, 80, im Interview mit der Zeitung The Guardian 2015
Großmeisterin der Kunst.  Das Casa das Histórias Paula Rego. Die 1935 in Lissabon geborene Paula Rego ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen Portugals. Sie lebt und arbeitet seit 1975 in London und ist seit 2010 "Dame Commander des Order of the British Empire".
Großmeisterin der Kunst Das Casa das Histórias Paula Rego. Die 1935 in Lissabon geborene Paula Rego ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen Portugals. Sie lebt und arbeitet seit 1975 in London und ist seit 2010 "Dame Commander des Order of the British Empire". © Hendrik Bohle
Casa das Histórias Paula Rego.  Vier Gebäudeflügel in rotem Sichtbeton
Casa das Histórias Paula Rego Vier Gebäudeflügel in rotem Sichtbeton © Hendrik Bohle
Casa das Histórias Paula Rego.  Raul Lino-Häuser, Palácio Nacional de Sintra und das Zisterzienserkloster von Alcobaça nennt Moura als Inspirationsquellen für seinen Bau.
Casa das Histórias Paula Rego Raul Lino-Häuser, Palácio Nacional de Sintra und das Zisterzienserkloster von Alcobaça nennt Moura als Inspirationsquellen für seinen Bau. © Hendrik Bohle

Das Casa das Histórias Paula Rego wurde vom Architekten Eduardo Souto de Moura entworfen und 2009 eröffnet. Es interpretiert mit den roten Beton-Pyramiden-Türmen und den anderen Erhebungen den Naturraum um und in Cascais auf eine abstrahierte Weise. Das Innere hat neben dem Technik- und Servicebereichen eine Ausstellungsfläche von 750 qm, ein Café, Museumsshop und ein Auditorium mit 200 Plätzen. Die Künstlerin hat sich explizit Moura als Architekten für den Bau des Museums gewünscht, dessen Entwurf für den starken, regionalen Bezug ohne eine plakative Attitüde gelobt wird. Für das Design erhielt er 2010 den "SECIL Preis für Architektur". Die alle zwei Jahre ausgelobte Auszeichnung gilt als eine der höchsten Ehrungen in der portugiesischen Architektur.

Fromm im Park.  Der kleine Sakralraum der Capilla de San Sebastian.
Fromm im Park Der kleine Sakralraum der Capilla de San Sebastian. © Hendrik Bohle
Dem Wasser zugewandt.  Der Palast Palácio da Cidadela steht an einem höchsten Punkte des Ortes, war königliche Residenz und ist nur wenige hundert Meter vom Casa das Histórias Paula Rego entfernt. Die 400 Jahre alte Festung wurde 2012 von den Architekten Gonçalo Byrne, David Sinclair und João Góis zum Luxus-Hotel Pousada de Cascais umgebaut.
Dem Wasser zugewandt Der Palast Palácio da Cidadela steht an einem höchsten Punkte des Ortes, war königliche Residenz und ist nur wenige hundert Meter vom Casa das Histórias Paula Rego entfernt. Die 400 Jahre alte Festung wurde 2012 von den Architekten Gonçalo Byrne, David Sinclair und João Góis zum Luxus-Hotel Pousada de Cascais umgebaut. © Hendrik Bohle
Mikroklima am Meer.  Nicht nur das Meer prägt Cascais. Mindestens so wichtig für das Stadtbild: das Grün.
Mikroklima am Meer Nicht nur das Meer prägt Cascais. Mindestens so wichtig für das Stadtbild: das Grün. © Hendrik Bohle
Der weite Blick ....
Der weite Blick ... © Hendrik Bohle
... mit prägnanten Entschuldigungen ....
... mit prägnanten Entschuldigungen ... © Hendrik Bohle
... und dem besonderen Cascais-Bild..
... und dem besonderen Cascais-Bild. © Hendrik Bohle
Zentral im Ort.  Der Platz des 5. Oktober
Zentral im Ort Der Platz des 5. Oktober © Hendrik Bohle
Wellengang.
Wellengang © Hendrik Bohle

Anreise

Vom Bahnhof Cais do Sodré mit angeschlossener Metrostation in Lissabon fahren jede 30 Minuten Züge in Richtung Küste mit Stopps in Cascais, Monte Estoril, Estoril, Parede and Carcavelos. Informationen zu Zugverbindungen: Comboios de Portugal.

Von Jan Dimog Autor, Redakteur und (Foto)Journalist, veröffentlicht am .