Miradouros

Lissabon ist eine äußerst dicht bebaute Stadt. Die Straßen des historischen, topographisch diversen Stadtzentrums sind eng, steil und oft geschwungen. Schatten und grelles Licht fluten die Gassen. Stein dominiert das Sichtfeld. Und dann sind da plötzlich diese weiten Aussichten, die breiten Panoramen, die luftigen Terrassen. In Istanbul spricht man vom "Manzara", dem Ausblick. In Lissabon sind es die "Miradouros". Die goldene Sicht in die Stadtlandschaft und auf den majestätischen Strom des Tejo.

"Im Osten erhebt sich die Stadt, nur zum Teil sichtbar, fast senkrecht und erstürmt statisch das Kastell, der Himmel ist von einem feuchtblassen Blau. Vielleicht regnet es heute wieder, doch sanfter als gestern ..."

Fernando Pessoa
Cais das Colunas.  Am "Kai der Säulen" gleitet der Praça do Comércio in den Tejo. Hier spürt man die Ferne. Hier beginnt die Sehnsucht nach Meer.
Cais das Colunas Am "Kai der Säulen" gleitet der Praça do Comércio in den Tejo. Hier spürt man die Ferne. Hier beginnt die Sehnsucht nach Meer. © Hendrik Bohle
Cais das Colunas.  Zwei große Säulen flankieren eine marmorne Rampe, die zum Wasser führt. In die steinernen Ballustraden sind Sitze eingelassen (blaue Metro, Terreiro do Paço).
Cais das Colunas Zwei große Säulen flankieren eine marmorne Rampe, die zum Wasser führt. In die steinernen Ballustraden sind Sitze eingelassen (blaue Metro, Terreiro do Paço). © Hendrik Bohle
Miradouro de São Pedro de Alcântara.  Der terrassierte Aussichtspunkt am Ende der Route des Elevador da Glória erstreckt sich über zwei Ebenen. Auf der oberen steht neben einiger Bäume und einem Springbrunnen das Denkmal des Zeitungsgründers Eduardo Coelho. Er wird begleitet von einem bronzenen Ardina, dem typischen Lissabonner Zeitungsjungen des 19. Jahrhunderts.
Miradouro de São Pedro de Alcântara Der terrassierte Aussichtspunkt am Ende der Route des Elevador da Glória erstreckt sich über zwei Ebenen. Auf der oberen steht neben einiger Bäume und einem Springbrunnen das Denkmal des Zeitungsgründers Eduardo Coelho. Er wird begleitet von einem bronzenen Ardina, dem typischen Lissabonner Zeitungsjungen des 19. Jahrhunderts. © Hendrik Bohle
Miradouro de São Pedro de Alcântara.  Benannt wurde dieser schöne Ort nach dem spanischen Mystiker, Bußprediger und franziskanischen Ordensreformator Petrus von Alcantara (Elevador da Glória).
Miradouro de São Pedro de Alcântara Benannt wurde dieser schöne Ort nach dem spanischen Mystiker, Bußprediger und franziskanischen Ordensreformator Petrus von Alcantara (Elevador da Glória). © Hendrik Bohle
Miradouro Elevador de Santa Justa.  Auch von dem eisernen Wahrzeichen der Stadt ist der Blick atemberaubend. Er fällt auf die Silhouette des alten Lissabon mit dem Rossio ...
Miradouro Elevador de Santa Justa Auch von dem eisernen Wahrzeichen der Stadt ist der Blick atemberaubend. Er fällt auf die Silhouette des alten Lissabon mit dem Rossio ... © Hendrik Bohle
Miradouro Elevador de Santa Justa.  ... den Kirchtürmen, Kuppeln und ziegelgedeckten Dächern der Viertel Mouraria und Alfama und die Bastionen des Castelo de São Jorge auf der gegenüberliegenden Erhebung.
Miradouro Elevador de Santa Justa ... den Kirchtürmen, Kuppeln und ziegelgedeckten Dächern der Viertel Mouraria und Alfama und die Bastionen des Castelo de São Jorge auf der gegenüberliegenden Erhebung. © Hendrik Bohle
Miradouro Elevador de Santa Justa.  Am Horizont schimmert das Blau des Tejo.
Miradouro Elevador de Santa Justa Am Horizont schimmert das Blau des Tejo. © Hendrik Bohle
Miradouro de Santa Luzia.  Ein weiterer, besonders schöner Ausblick befindet sich an der kleinen maltesischen Kirche Santa Luzia. An ihren äußeren Wänden hängt blau-weiße Kachelkunst. Sie zeigt Lissabon vor dem großen Beben und die Legende von Martim Moniz, einem portugiesischem Adelsritter.
Miradouro de Santa Luzia Ein weiterer, besonders schöner Ausblick befindet sich an der kleinen maltesischen Kirche Santa Luzia. An ihren äußeren Wänden hängt blau-weiße Kachelkunst. Sie zeigt Lissabon vor dem großen Beben und die Legende von Martim Moniz, einem portugiesischem Adelsritter. © Hendrik Bohle
Miradouro de Santa Luzia.  Ihr zu Füßen liegen die verwinkelten Gassen der Alfama und der neue Hafen für die eleganten Kreuzfahrtschiffe (Eléctrico 12, 28 Miradouro de Santa Luzia).
Miradouro de Santa Luzia Ihr zu Füßen liegen die verwinkelten Gassen der Alfama und der neue Hafen für die eleganten Kreuzfahrtschiffe (Eléctrico 12, 28 Miradouro de Santa Luzia). © Hendrik Bohle
Portas Do Sol.  Die "Türen der Sonne" liegen nur wenige Schritte hinter der kleine Kirche Santa Luzia vor dem Kunstgewerbemuseum, der Ricardo Espirito Santo Foundation Collection.
Portas Do Sol Die "Türen der Sonne" liegen nur wenige Schritte hinter der kleine Kirche Santa Luzia vor dem Kunstgewerbemuseum, der Ricardo Espirito Santo Foundation Collection. © Hendrik Bohle
Portas Do Sol.  Die portugiesischen Architekten Aires Mateus planten 2005 eine ganz besondere Aussichtsplattform. Unter der städtischen Terrasse befindet sich ein Parkhaus. Zugleich wurden die Wegebeziehungen im Stadtteil neu definiert.
Portas Do Sol Die portugiesischen Architekten Aires Mateus planten 2005 eine ganz besondere Aussichtsplattform. Unter der städtischen Terrasse befindet sich ein Parkhaus. Zugleich wurden die Wegebeziehungen im Stadtteil neu definiert. © Hendrik Bohle
Portas Do Sol.  Die Aussicht reicht vom historischen Stadtteil Alfama, über den Tejo bis zur anderen Seite des Flusses (Eléctrico 12, 28 Miradouro de Santa Luzia).
Portas Do Sol Die Aussicht reicht vom historischen Stadtteil Alfama, über den Tejo bis zur anderen Seite des Flusses (Eléctrico 12, 28 Miradouro de Santa Luzia). © Hendrik Bohle
Miradouro da Graça.  Schlicht und mit grandioser Sicht. Alter Baumbestand, einige Tische und Stühle und ein kleiner Kiosk stehen vor dem ehemaligen Augustinerkloster aus dem 13. Jahrhundert (Eléctrico 28 Largo da Graça).
Miradouro da Graça Schlicht und mit grandioser Sicht. Alter Baumbestand, einige Tische und Stühle und ein kleiner Kiosk stehen vor dem ehemaligen Augustinerkloster aus dem 13. Jahrhundert (Eléctrico 28 Largo da Graça). © Hendrik Bohle
Miradouro do Castelo de São Jorge.  Die breite gepflasterte Aussichtsplattform mit seinen historischen Leuchten, Steinbänken und schattenspendenden Bäumen eröffnet Blicke in beinahe alle Himmelsrichtungen.
Miradouro do Castelo de São Jorge Die breite gepflasterte Aussichtsplattform mit seinen historischen Leuchten, Steinbänken und schattenspendenden Bäumen eröffnet Blicke in beinahe alle Himmelsrichtungen. © Hendrik Bohle
Miradouro do Castelo de São Jorge.  Die Praça do Comércio, der Tejo und die rote Ponte 25 de Abril, die weltweit zweitlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr.
Miradouro do Castelo de São Jorge Die Praça do Comércio, der Tejo und die rote Ponte 25 de Abril, die weltweit zweitlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr. © Hendrik Bohle
Miradouro do Castelo de São Jorge.  Die Ruinen der Karmeliterkirche do Carmo und der Elevador de Santa Justa ragen markant aus dem Häusermeer (Eléctrico 12, 28 Miradouro de Santa Luzia).
Miradouro do Castelo de São Jorge Die Ruinen der Karmeliterkirche do Carmo und der Elevador de Santa Justa ragen markant aus dem Häusermeer (Eléctrico 12, 28 Miradouro de Santa Luzia). © Hendrik Bohle
Castelo de São Jorge.  Die mittelalterliche Festungsanlage des heiligen Georg geht bis auf die Westgoten zurück, die sich hier im 5. Jahrhundert niedergelassen hatten. Sie wurde später von den Mauren weiter ausgebaut und 1147 von König Dom Afonso Henriques und seinen Truppen zurückerobert. Die Zitadelle diente lange als königliche Residenz und wurde beim großen Erdbeben 1755 weitgehend zerstört.
Castelo de São Jorge Die mittelalterliche Festungsanlage des heiligen Georg geht bis auf die Westgoten zurück, die sich hier im 5. Jahrhundert niedergelassen hatten. Sie wurde später von den Mauren weiter ausgebaut und 1147 von König Dom Afonso Henriques und seinen Truppen zurückerobert. Die Zitadelle diente lange als königliche Residenz und wurde beim großen Erdbeben 1755 weitgehend zerstört. © Hendrik Bohle
Castelo de São Jorge.  Anlässlich der Feierlichkeiten zur 800 Jahre zurückliegenden Reconquista (Rückeroberung) wurde die Festungsanlage 1938 rekonstruiert.
Castelo de São Jorge Anlässlich der Feierlichkeiten zur 800 Jahre zurückliegenden Reconquista (Rückeroberung) wurde die Festungsanlage 1938 rekonstruiert. © Hendrik Bohle

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .