Musée Des Arts Asiatique.  Außenansicht
Musée Des Arts Asiatique Außenansicht © Ville de Nice
Klarheit.  Flache Stege führen in den zentralen Raum des Museums.
Klarheit Flache Stege führen in den zentralen Raum des Museums. © Hendrik Bohle
Schwerelosigkeit.  Die Ausstellungsräume scheinen über dem Wasser zu schweben
Schwerelosigkeit Die Ausstellungsräume scheinen über dem Wasser zu schweben © Hendrik Bohle
Arrangement.  Eine Komposition klarer Gebäudegeometrien.
Arrangement Eine Komposition klarer Gebäudegeometrien. © Hendrik Bohle

Unweit des Flughafens im Quartier L’Arénas wirkt das kleine Museum der asiatischen Künste vor der Kulisse plumper postmodernistischer Banalitäten beinahe erschlagen. Rückseitig öffnet sich ein sieben Hektar großer botanischer Garten, der "Park Phoenix". Das Ausstellungsgebäude selbst scheint "leicht wie ein Schwan" (Kenzo Tange) über einer künstlich angelegten Wasserfläche zu gleiten.

Übergang.  Eine große Wendeltreppe aus Marmor verbindet Himmel und Erde
Übergang Eine große Wendeltreppe aus Marmor verbindet Himmel und Erde © Hendrik Bohle
Musée Des Arts Asiatique.  Zentrale Wendeltreppe
Musée Des Arts Asiatique Zentrale Wendeltreppe © Jan Dimog
Im Himmel.  Der Raum für religiöse Kunst im Obergeschoss zeigt den Buddhismus als einigendes Element der ostasiatischen Kunst.
Im Himmel Der Raum für religiöse Kunst im Obergeschoss zeigt den Buddhismus als einigendes Element der ostasiatischen Kunst. © Hendrik Bohle
Erleuchtungswesen.  Bodhisattva Guanyin, aus dem 12. Jahrhundert, China
Erleuchtungswesen Bodhisattva Guanyin, aus dem 12. Jahrhundert, China © Hendrik Bohle

"This museum is a snow coloured jewel, shining in the azure-blue of the Mediterranean.
It is a swan, floating on a peaceful lake amongst lush vegetation."

Kenzo Tange

Tange komponierte das Gebäude aus verschiedenen mit Marmor verkleideten Geometrien. Flache Stege leiten die Besucher vom Foyer in den zentralen Raum der Anlage, an den sich vier fensterlose Kuben fügen. Sie symbolisieren die vier Himmelsrichtungen. Jeder Raum zeigt je eine kleine Sammlung mit Exponaten aus China, Japan, Indien und der ehemaligen französischen Kolonie Kambodscha. Im Zentrum der verglasten Halle führt eine gewaltige Marmorwendeltreppe mit grüner Glasbrüstung hinauf in den Himmel und hinab ins Wasser. In der ostasiatischen Ikonographie symbolisiert der Kreis den Himmel, das Quadrat die Erde und des Dreieck den Menschen als verbindendes Element. Dementsprechend liegt das zylindrische Obergeschoss über dem quadratischen Erdgeschoss. Ein pyramidales Oberlicht beleuchtet den oberen Ausstellungsraum. Das unter Wasser liegende Untergeschoss zeigt wechselnde Ausstellungen. Ein sichelförmiger Nebentrakt mit Dachterrasse schmiegt sich entlang der Uferkante und rahmt die Ausstellungsbereiche. Darin befinden sich ein Teehaus, der Museumsshop und die Eingangshalle. Leider wurde das Museum in den vergangenen Jahren nicht besonders pfleglich behandelt. Das Zusammenspiel der strengen und dynamischen Geometrien, der soliden und transparenten Flächen und die feine Sammlung machen des Museum aber dennoch zu einem ganz besonderen Ort an der Cote D’Azur.

"I wanted simple shapes: squares, which symbolize the earth in Japan, and circles, which represent the sky."

Kenzo Tange
Leuchtend.  Die Baum-Gottheit, Salabhanjika, aus der Mitte des 10. Jahrhunderts, Indien.
Leuchtend Die Baum-Gottheit, Salabhanjika, aus der Mitte des 10. Jahrhunderts, Indien. © Hendrik Bohle
Maskiert.  Die aktuelle temporäre Schau zu 2000 Jahren Theater in Asien zeigt unter anderem Bühnenmasken der Schauspieler.
Maskiert Die aktuelle temporäre Schau zu 2000 Jahren Theater in Asien zeigt unter anderem Bühnenmasken der Schauspieler. © Jan Dimog
Grimmig.
Grimmig © Jan Dimog
Grinsend.
Grinsend © Jan Dimog

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .