Es gibt Mittelalter-Dörfer, Barock-Orte und Städte, deren steinerne Gesichter erstarrt sind. Quasi Botox-Nester für die Ewigkeit. Unnatürlich lächelnde, dauerkonservierte Schönheiten. So eine Stadt könnte Lyon sein. Kopfsteinpflastergassen hier, Römerstätten dort. Wären da nicht Glas-Stahl-Bauten und Betonstatements der Siebzigerjahre und der von Renzo Piano entworfenen Cité International, die durch diese altehrwürdige Geschichte hindurchstoßen, nach dem Motto: Attention, s'il vous plaît, hier kommt die Gegenwart! Mumifizierte Nester? Nein, nicht hier. Dafür sind Verkehr und Menschenaufkommen zu metropolenhaft, zu urban, fast wie eine Bremse für eine allzu große Altstadt-Schmiegsamkeit. Das gilt umso mehr für das Confluence-Viertel.
Hier wird nicht gekuschelt, zumindest nicht architektonisch. Hier sind es Gesten und Einladungen, Bewegungen und Aufforderungen – mit der Geschichte zu brechen und in die Gegenwart zu eilen. Denn allzu lange war dieser Stadtteil ein anderes Lyon, ungeliebt, weit weg und doch Teil des inneren Zentrums. Dazu ein Blick auf die Stadt von oben und seine Geschichte: als Lucius Munatius Planeus 43 v. Chr. Lugdunum als Hauptstadt Galliens gründet, wächst es für lange Zeit am Fouvière Hügel im Westen der Stadt direkt an der Saône. Vieux-Lyon am Fuße der Erhebung ist heute das größte Renaissancegebiet Europas. Das Herz der Stadt ist auf der Halbinsel zwischen Saône und Rhône, hier ist der zentrale Platz Bellecour, hier kann man die feine Rue de la République entlangschreiten. Dieser Teil der Halbinsel und die Altstadt wurden 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Während sich die schicken und schönen Straßen und Viertel gen Croix-Rousse im Norden orientieren, ist Perrache, der südliche Teil der Insel, das genaue Gegenteil: Industrie- und Gewerbegebiet, verdrängt, vergessen, wild. Dabei ist diese Fläche fast so groß wie der distinguierte Welterbe-Teil im Norden, nur wenige Tram-Stationen entfernt und damit sehr zentral gelegen. Dann kam der Strukturwandel. Die Lagerhallen und Fabriken verschwanden. Sie gaben den Blick auf eine der größten innerstädtischen Brachen Europas frei. Mit der Unterzeichnung des Lyon Confluence Public Development Contract (CPA) begann die Phase 1 der Umgestaltung einer insgesamt 150 Hektar großen Fläche mit Ausgaben in Höhe von 1,16 Milliarden Euro. Die Stadtplanung verantwortete das Atelier Ruelle. Die zweite Phase planten die Schweizer Weltarchitekten Herzog & de Meuron (unter anderem entwarfen sie die Elbphilharmonie, die Allianz Arena in München, das Nationalstadion in Peking, den Umbau des Tate Modern in London) und der Landschaftsarchitekt Michel Devigne. Der 2012 gestartete Teil soll 2025 abgeschlossen sein. Schon heute leben auf 41 Hektar 10.000 Menschen, 14.000 Arbeitsplätze gibt es im Viertel Confluence. Damit wurde nicht nur das Ziel der Verdoppelung der Innenstadtfläche erreicht – es gelang auch dieses Retortenareal mit Leben zu füllen. Das ist den Planern und Verantwortlichen mit einem Konzept gelungen, das exemplarisch für Lyons Anspruch und Ansatz steht: Ganzheitlichkeit, Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit. Die vernetzte, soziale und grüne Smart City: die Stadt 5.0. Fast ein Viertel der Wohnfläche sind Sozialwohnungen und Eigentum wird Menschen, die sich keinen Penthouse-Luxus leisten können (oder möchten), aber gerne hier leben wollen, ermöglicht. Schönen Gruß an andere Prestigeprojekte der Innenstadt-Neuentwicklungen. Dass man hier auf umweltfreundliches Bauen Wert gelegt hat, ist ebenfalls eine der Maßgaben gewesen. Abgerundet wird das Ganze mit ebenso anspruchsvoller Architektur, die die Planungsideen und die Confluence-Philosophie aufnimmt und nicht mit Pomp zu übertrumpfen versucht. Na gut, Showeinlagen gibt es natürlich schon, schließlich ist dies hier ein europäisches Vorzeigegroßprojekt. Ein wenig wie Expo zwischen der Saône und der Rhône auf einem ehemals vergessenen, verdrängten, wilden Ort. Fast scheint es, als ob der südliche Teil der Halbinsel in seiner Grün-Glas-Stahl-Beton-Verschönerung nicht nur die eigene Persönlichkeit verwandelt hat, sondern einen Sog entwickelt, der ganz Lyon ins Über-21. Jahrhundert katapultiert. Bis es soweit ist, schauen wir uns in einem foto-essayistischen Gang die Architekturen in Confluence an, selbstverständlich auch mit dem Gesicht der neuen Zeit: dem Musée des Confluences. Ein dekonstruktivistisches Wesen – massig, eckig, fremdartig. Wer braucht schon Botox, wenn das Gesicht so aussieht wie das von Lyon 5.0.

La Part-Dieu

Der Himmel über Lyon. Dem Lauf der Rhône rechts im Bild folgend, stößt man auf das Musée des Confluences. Lyon hat 500.000 Einwohner, der Großraum zählt 2,2 Millionen.
Der Himmel über Lyon Dem Lauf der Rhône rechts im Bild folgend, stößt man auf das Musée des Confluences. Lyon hat 500.000 Einwohner, der Großraum zählt 2,2 Millionen. © Hendrik Bohle
Auditorium. Der massive und geschwungene Beton-Monolith steht mitten im Part-Dieu, entworfen von Charles Delfante, dem Stadtplaner und Chefarchitekten des Geschäftsviertels und Henri Pottier. Für das Gebäude wurden 40000 Tonnen Beton und 830 Tonnen Stahl verbaut, die feierliche Eröffnung war 1975. Der Kontrast im Vordergrund: die Banque Populaire Loire et Lyonnais.
Auditorium Der massive und geschwungene Beton-Monolith steht mitten im Part-Dieu, entworfen von Charles Delfante, dem Stadtplaner und Chefarchitekten des Geschäftsviertels und Henri Pottier. Für das Gebäude wurden 40000 Tonnen Beton und 830 Tonnen Stahl verbaut, die feierliche Eröffnung war 1975. Der Kontrast im Vordergrund: die Banque Populaire Loire et Lyonnais. © Jan Dimog
"Der Bleistift" So lautet der Spitzname des postmodernen und 1977 eröffneten Wolkenkratzers mit 165 Meter Höhe, entworfen von Araldo Cossutta und Stéphane du Château. Bis 2015 war er Lyons höchster Büroturm, bis er von Tour Incity abgelöst wurde. Aus dem 200 Meter hohen Turm haben wir diese Bilder geschossen. © Jan Dimog
Spitz. Der Blick vom hochmodernen Tour Incity, in dem u. a. die La Caisse d'Epargne Rhône Alpes und die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF residieren.
Spitz Der Blick vom hochmodernen Tour Incity, in dem u. a. die La Caisse d'Epargne Rhône Alpes und die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF residieren. © Hendrik Bohle
Tour Incity. Lyons höchster Turm mit insgesamt 200 Meter Höhe und Nr. 3 in Frankreich. Entwurf: Valode & Pistre Architects
Tour Incity Lyons höchster Turm mit insgesamt 200 Meter Höhe und Nr. 3 in Frankreich. Entwurf: Valode & Pistre Architects © Gilles Aymard
Tour Incity. Der Wolkenkratzer ist nord-südlich entlang der Rhône and Saône-Achse und an den hier herrschenden Windströmungen ausgerichtet. Die Fassaden, die der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, wurden stilisierten Tüchern nachempfunden, die Bezug auf den Seidenkokon und damit auf Lyons lange und stolze Textilindustrie nehmen.
Tour Incity Der Wolkenkratzer ist nord-südlich entlang der Rhône and Saône-Achse und an den hier herrschenden Windströmungen ausgerichtet. Die Fassaden, die der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, wurden stilisierten Tüchern nachempfunden, die Bezug auf den Seidenkokon und damit auf Lyons lange und stolze Textilindustrie nehmen. © Gilles Aymard

Confluence

Place Nautique. Wo noch bis 2003 eine Industriebrache war, entstand in knapp anderthalb Jahrzehnten ein neues Wohn- und Büroviertel mit ambitionierter Architektur und hohem Anspruch an nachhaltiger und sozialer Stadtplanung.
Place Nautique Wo noch bis 2003 eine Industriebrache war, entstand in knapp anderthalb Jahrzehnten ein neues Wohn- und Büroviertel mit ambitionierter Architektur und hohem Anspruch an nachhaltiger und sozialer Stadtplanung. © Hendrik Bohle
Quai Antoine Riboud. Material- und Formenmischung am Bassin: das Wohnhaus in der Mitte mit der halbtransparenten Solarfassade produziert mehr Energie, als die Bewohner verbrauchen.
Quai Antoine Riboud Material- und Formenmischung am Bassin: das Wohnhaus in der Mitte mit der halbtransparenten Solarfassade produziert mehr Energie, als die Bewohner verbrauchen. © Hendrik Bohle
Le Monolithe. MVRDV gestaltete den Masterplan. Die einzelnen Gebäudeteile wurden von fünf verschiedenen Büros realisiert: MVRDV, Pierre Gautier, Manuelle Gautrand, ECDM und Erik van Egeraat. An diesem Ensemble zeigt sich exemplarisch, dass Confluence nicht nur der Showroom zeitgenössischer Architektur in Lyon darstellen soll, sondern, dass verschiedenste Denk- und Gestaltungsprinzipien zueinander finden können.
Le Monolithe MVRDV gestaltete den Masterplan. Die einzelnen Gebäudeteile wurden von fünf verschiedenen Büros realisiert: MVRDV, Pierre Gautier, Manuelle Gautrand, ECDM und Erik van Egeraat. An diesem Ensemble zeigt sich exemplarisch, dass Confluence nicht nur der Showroom zeitgenössischer Architektur in Lyon darstellen soll, sondern, dass verschiedenste Denk- und Gestaltungsprinzipien zueinander finden können. © Hendrik Bohle
Pavillon des Douanes. Das ehemalige Zollgebäude am Quai Rambaud wurde von Jean-Michel Wilmotte umgestaltet. Die Verladeöffnungen für die Güter verwandelte er in Balkone.
Pavillon des Douanes Das ehemalige Zollgebäude am Quai Rambaud wurde von Jean-Michel Wilmotte umgestaltet. Die Verladeöffnungen für die Güter verwandelte er in Balkone. © Hendrik Bohle
Pavillon des Douanes. An der alten Fassade hängte Wilmotte den dunklen Aluminiumvorhang vor.
Pavillon des Douanes An der alten Fassade hängte Wilmotte den dunklen Aluminiumvorhang vor. © Jan Dimog
La Sucrière. In den 1930er-Jahren inmitten der Hafenanlage als Depot für Zucker gebaut, wurde es 2003 zum Biennale d’Art Contemporain umgestaltet. Die Biennale für zeitgenössische Kunst hat sich seitdem zu einer der wichtigsten in Europa entwickelt. Den Umbau des Gebäudes verantwortete Z ARCHITECTURE mit dem Architekten William Vassal.
La Sucrière In den 1930er-Jahren inmitten der Hafenanlage als Depot für Zucker gebaut, wurde es 2003 zum Biennale d’Art Contemporain umgestaltet. Die Biennale für zeitgenössische Kunst hat sich seitdem zu einer der wichtigsten in Europa entwickelt. Den Umbau des Gebäudes verantwortete Z ARCHITECTURE mit dem Architekten William Vassal. © Hendrik Bohle
Le Sucre. Lyons Elektro-Club, in dem bereits zahlreiche nationale und internationale Künstler und DJs aufgetreten sind.
Le Sucre Lyons Elektro-Club, in dem bereits zahlreiche nationale und internationale Künstler und DJs aufgetreten sind. © Jan Dimog
Le Cube Orange. Der von Jakob + MacFarlane geplante Kubus ist eine Neuinterpretation der Formen des Nachbargebäudes: Les Salins du Midi, einem alten Salzdepot.
Le Cube Orange Der von Jakob + MacFarlane geplante Kubus ist eine Neuinterpretation der Formen des Nachbargebäudes: Les Salins du Midi, einem alten Salzdepot. © Jan Dimog
Le Cube Vert. Ebenfalls von Jakob + MacFarlane, dem 1992 in Paris gegründeten Architekturbüro von Dominique Jakob und Brendan MacFarlane. In den Grünkubus zog die Zentrale von euronews ein.
Le Cube Vert Ebenfalls von Jakob + MacFarlane, dem 1992 in Paris gegründeten Architekturbüro von Dominique Jakob und Brendan MacFarlane. In den Grünkubus zog die Zentrale von euronews ein. © Jan Dimog
Euronews Zentrale. Der grüne Kubus mit einer Gesamtfläche von 10.000 Quadratmetern wurde 2014 fertiggestellt.
Euronews Zentrale Der grüne Kubus mit einer Gesamtfläche von 10.000 Quadratmetern wurde 2014 fertiggestellt. © Jan Dimog
Technikaffin. Jakob + MacFarlane nutzen die Möglichkeiten der digitalen Technologie sowohl zur Konzeptualisierung ihrer Entwürfe als auch zur Umsetzung der Pläne. Wichtige realisierte Projekte sind unter anderem: das Restaurant Georges Pompidou Centre (2000), der Wiederaufbau des Theaters von Pont-Audemer in der Normandie und das FRAC Centre in Orléans (2013).
Technikaffin Jakob + MacFarlane nutzen die Möglichkeiten der digitalen Technologie sowohl zur Konzeptualisierung ihrer Entwürfe als auch zur Umsetzung der Pläne. Wichtige realisierte Projekte sind unter anderem: das Restaurant Georges Pompidou Centre (2000), der Wiederaufbau des Theaters von Pont-Audemer in der Normandie und das FRAC Centre in Orléans (2013).
Auvergne Rhône-Alpes. Ein 40.000 Quadratmeter-Bürokomplex mit viel Landschaft im Inneren: so hat das Büro von Christian de Portzamparc den neuen Sitz der Region Auvergne Rhône-Alpes konzipiert. Zuvor war das Hôtel de Région Rhône-Alpes in einem Park. Die parkähnliche Anmutung hat er in das große Atrium übertragen.
Auvergne Rhône-Alpes Ein 40.000 Quadratmeter-Bürokomplex mit viel Landschaft im Inneren: so hat das Büro von Christian de Portzamparc den neuen Sitz der Region Auvergne Rhône-Alpes konzipiert. Zuvor war das Hôtel de Région Rhône-Alpes in einem Park. Die parkähnliche Anmutung hat er in das große Atrium übertragen. © Hendrik Bohle
Umwälzung. Fabriken, Lagerhallen und Gleisanlagen: das alte Gesicht von Perrache hat sich in das jetzige hochmoderne Confluence-Viertel verwandelt. Heute ist es ein Showplatz der zeitgenössischen Architektur mit Bauten von Odile Decq, Christian de Portzamparc, Jakob+MacFarlane Architectes, MVRDV u. a. Das Wahrzeichen ist das naturhistorische Museum
Umwälzung Fabriken, Lagerhallen und Gleisanlagen: das alte Gesicht von Perrache hat sich in das jetzige hochmoderne Confluence-Viertel verwandelt. Heute ist es ein Showplatz der zeitgenössischen Architektur mit Bauten von Odile Decq, Christian de Portzamparc, Jakob+MacFarlane Architectes, MVRDV u. a. Das Wahrzeichen ist das naturhistorische Museum "Musée des Confluences", ein zackig-kräftiger, dekonstruktivistischer Großkomplex von Coop Himmelb(l)au aus Wien. © Jan Dimog

Musée des Confluences

Das Ende der Halbinsel. ... beherbergt zugleich das Wahrzeichen des Viertels: das Musée des Confluences. Ein Janusgesicht mit Kantenkörper, dessen Innenleben erstaunlich licht, leicht und lösgelöst erscheint.
Das Ende der Halbinsel ... beherbergt zugleich das Wahrzeichen des Viertels: das Musée des Confluences. Ein Janusgesicht mit Kantenkörper, dessen Innenleben erstaunlich licht, leicht und lösgelöst erscheint. © Hendrik Bohle
Langgestreckt. ... und der lange Atem. Denn vom Wettbewerb, den die Wiener Architekten von Coop Himmelb(l)au, 2001 gewannen, bis zur Vollendung verging über ein Jahrzehnt. Die Fertigstellung war im Dezember 2014. Eine große Herausforderung: 536 Pfähle mussten 30 Meter tief zur Verfestigung des Baugrunds einschlagen werden.
Langgestreckt ... und der lange Atem. Denn vom Wettbewerb, den die Wiener Architekten von Coop Himmelb(l)au, 2001 gewannen, bis zur Vollendung verging über ein Jahrzehnt. Die Fertigstellung war im Dezember 2014. Eine große Herausforderung: 536 Pfähle mussten 30 Meter tief zur Verfestigung des Baugrunds einschlagen werden.
Wissensplatz. Im Wettbewerb für ein Naturhistorisches Museum wurde das Konzept des Museums als
Wissensplatz Im Wettbewerb für ein Naturhistorisches Museum wurde das Konzept des Museums als "Medium zur Wissensvermittlung" bezeichnet und nicht als Schauraum für Produkte. Das Bild zeigt die Eingangshalle. © Hendrik Bohle
Der Kristall. Das Eingangsgebäude, der Kristall, ist frei durchgängig und eine vertikale Erschließung der Ausstellungsräume. Über eine Rolltreppe, eine Treppe und eine spiralförmige Rampe gelangt man in den Espace liant, eine Verbindungsstraße, an der links und rechts die einzelnen Ausstellungssäle angeordnet sind.
Der Kristall Das Eingangsgebäude, der Kristall, ist frei durchgängig und eine vertikale Erschließung der Ausstellungsräume. Über eine Rolltreppe, eine Treppe und eine spiralförmige Rampe gelangt man in den Espace liant, eine Verbindungsstraße, an der links und rechts die einzelnen Ausstellungssäle angeordnet sind. © Hendrik Bohle
Der Kristall. Die Stahlkonstruktion, als Brückenbauwerk berechnet, ermöglichte es, alle Ausstellungshallen stützenfrei zu entwickeln. Über den Ausstellungsräumen befinden sich die Räume für die Administration.
Der Kristall Die Stahlkonstruktion, als Brückenbauwerk berechnet, ermöglichte es, alle Ausstellungshallen stützenfrei zu entwickeln. Über den Ausstellungsräumen befinden sich die Räume für die Administration. © Jan Dimog
Dreiteilig. Das Gebäude besteht aus drei Teilen. Im leicht angehobenen Sockel (technischer Grund war das hohe Grundwasser) befinden sich neben Lager und Werkstätten für die Produktion der Ausstellungen auch zwei Auditorien (für 327 und 122 Personen) und Arbeitsräume, die auch zu Schulungszwecken für die umliegenden Schulen benutzt werden.
Dreiteilig Das Gebäude besteht aus drei Teilen. Im leicht angehobenen Sockel (technischer Grund war das hohe Grundwasser) befinden sich neben Lager und Werkstätten für die Produktion der Ausstellungen auch zwei Auditorien (für 327 und 122 Personen) und Arbeitsräume, die auch zu Schulungszwecken für die umliegenden Schulen benutzt werden. © Hendrik Bohle
Fließend. Das Foyer mit dem Kristall ist ein natürlich belüfteter Raum. Die Zuluft erfolgt über verglaste Lüftungsklappen, die sich in der Ostfassade befinden, die Abluft erfolgt über die Dachzone. Der Einsatz einer herkömmlichen Klimaanlage ist deshalb nicht notwendig.
Fließend Das Foyer mit dem Kristall ist ein natürlich belüfteter Raum. Die Zuluft erfolgt über verglaste Lüftungsklappen, die sich in der Ostfassade befinden, die Abluft erfolgt über die Dachzone. Der Einsatz einer herkömmlichen Klimaanlage ist deshalb nicht notwendig. © Jan Dimog
Blicke. Von Ebene 2 mit den Räumen für die Dauerausstellungen auf die Ebene 1 (Wechselausstellungen) geschaut.
Blicke Von Ebene 2 mit den Räumen für die Dauerausstellungen auf die Ebene 1 (Wechselausstellungen) geschaut. © Jan Dimog
Konzentriert. Raumhohe Stahlfachwerke bilden die Wände der Black Boxes für die permanenten und temporären Ausstellungen.
Konzentriert Raumhohe Stahlfachwerke bilden die Wände der Black Boxes für die permanenten und temporären Ausstellungen. © Sergio Pirrone
Glanz. Die Außenhaut der Wolke besteht aus 3 mm starken, glasperlengestrahlten Edelstahlplatten. Durch diese spezielle Oberflächenbehandlung werden das Licht und die Farben der Umgebung sanft reflektiert.
Glanz Die Außenhaut der Wolke besteht aus 3 mm starken, glasperlengestrahlten Edelstahlplatten. Durch diese spezielle Oberflächenbehandlung werden das Licht und die Farben der Umgebung sanft reflektiert. © Jan Dimog
Ebene 4. Im Dachgeschoss befindet sich das frei zugängliche Terrassen-Cafe Comptoir Gourmand.
Ebene 4 Im Dachgeschoss befindet sich das frei zugängliche Terrassen-Cafe Comptoir Gourmand. © Hendrik Bohle
Dreiteilung. Im Kristall ist das Foyer, in der Wolke sind die Ausstellungsräume. Der Sockel ist als Stahlbetonstruktur mit Sichtbetonwänden ausgeführt.
Dreiteilung Im Kristall ist das Foyer, in der Wolke sind die Ausstellungsräume. Der Sockel ist als Stahlbetonstruktur mit Sichtbetonwänden ausgeführt. © COOP HIMMELB(L)AU
Struktur. Das Sekundärtragwerk trägt die großen Glaspaneele. Es besteht aus Stahlrohr, die im Raster der Glaspaneele angeordnet sind. Die Verbindung mit dem Primärtragwerk erfolgt durch Streben aus  Rohrprofilen, die mit den am Primärtragwerk angeschweißten Platten verschraubt sind.
Struktur Das Sekundärtragwerk trägt die großen Glaspaneele. Es besteht aus Stahlrohr, die im Raster der Glaspaneele angeordnet sind. Die Verbindung mit dem Primärtragwerk erfolgt durch Streben aus Rohrprofilen, die mit den am Primärtragwerk angeschweißten Platten verschraubt sind. © COOP HIMMELB(L)AU
Signal. Der Platz, auf dem das Museum errichtet wurde, ist eine vor 100 Jahren künstlich aufgeschüttete Halbinsel beim Zusammenfluss von Rhône und Saône. Obwohl man wusste, dass dieser Baugrund ein schwieriger ist, war es klar, dass dieses Grundstück städteplanerisch ein wichtiger Ort werden wird. Sollte doch das Gebäude als markantes Signal und Eingangsportal für den von Süden kommenden Besucher dienen und Ausgangspunkt für die städtebauliche Entwicklung werden.
Signal Der Platz, auf dem das Museum errichtet wurde, ist eine vor 100 Jahren künstlich aufgeschüttete Halbinsel beim Zusammenfluss von Rhône und Saône. Obwohl man wusste, dass dieser Baugrund ein schwieriger ist, war es klar, dass dieses Grundstück städteplanerisch ein wichtiger Ort werden wird. Sollte doch das Gebäude als markantes Signal und Eingangsportal für den von Süden kommenden Besucher dienen und Ausgangspunkt für die städtebauliche Entwicklung werden. © COOP HIMMELB(L)AU
Trennlinien. Die Stadtautobahn Cours Charlemagne durchschneidet den südlchen Bereich der Halbinsel. Links von der mehrspurigen Straße: der bereits bebaute Stadtteil Perrache.
Trennlinien Die Stadtautobahn Cours Charlemagne durchschneidet den südlchen Bereich der Halbinsel. Links von der mehrspurigen Straße: der bereits bebaute Stadtteil Perrache. © Jan Dimog
Perspektiven. Länge des Gebäudes: 190 Meter, Breite 90 Meter bei einer Gesamthöhe von 41 Meter.
Perspektiven Länge des Gebäudes: 190 Meter, Breite 90 Meter bei einer Gesamthöhe von 41 Meter. © Jan Dimog
Materialien. Wo das Museum eben noch elegant und nonkonform war, ist es an anderen Stellen nüchtern, nackt und grob.
Materialien Wo das Museum eben noch elegant und nonkonform war, ist es an anderen Stellen nüchtern, nackt und grob. © Jan Dimog
Transparenz. Der Blick auf den Ausstellungsbereich und den Gebäudeteil
Transparenz Der Blick auf den Ausstellungsbereich und den Gebäudeteil "Wolke". © Jan Dimog
Tragend. Das Tragsystem der Wolke ist einem Brückentragwerk ähnlich. Es ruht auf 12 Betonstützen und 3 Betontürmen, in denen die Nottreppen und die Schächte untergebracht sind. Raumhohe Stahlfachwerke bilden die Wände der Black Boxes für die permanenten und temporären Ausstellungen.
Tragend Das Tragsystem der Wolke ist einem Brückentragwerk ähnlich. Es ruht auf 12 Betonstützen und 3 Betontürmen, in denen die Nottreppen und die Schächte untergebracht sind. Raumhohe Stahlfachwerke bilden die Wände der Black Boxes für die permanenten und temporären Ausstellungen. © Jan Dimog
Kontraste. Auf der Plaza unter dem hochgehobenen, fast fliegenden Teil – die Ausstellungsräume kragen teilweise weit aus – befindet sich ein kleiner See, der beleuchtet die Wellenmuster seiner Oberfläche an der Untersicht des Gebäudes spiegelt.
Kontraste Auf der Plaza unter dem hochgehobenen, fast fliegenden Teil – die Ausstellungsräume kragen teilweise weit aus – befindet sich ein kleiner See, der beleuchtet die Wellenmuster seiner Oberfläche an der Untersicht des Gebäudes spiegelt. © Jan Dimog
Kulinarik.
Kulinarik "La Brasserie des Confluences" betont den öffentlichen Charakter dieses Platzes. © Jan Dimog
Haut. Die Fassaden des Ausstellungsbereiches (Wolke) zeichnen sich durch eine leistungsfähige Gebäudehülle aus, was die Wärmedämmeigenschaften anbelangt.
Haut Die Fassaden des Ausstellungsbereiches (Wolke) zeichnen sich durch eine leistungsfähige Gebäudehülle aus, was die Wärmedämmeigenschaften anbelangt. © Jan Dimog
Natürlich. Die Haupterschließungszonen werden alle natürlich belichtet, die Wasserversorgung der Sanitätsbereiche erfolgt über das Grundwasser. Am Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert.
Natürlich Die Haupterschließungszonen werden alle natürlich belichtet, die Wasserversorgung der Sanitätsbereiche erfolgt über das Grundwasser. Am Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert. © Hendrik Bohle
Wahrzeichen mit Budgetproblemen. Veranschlagt waren für den Bau 60 Millionen Euro, am Ende wurden es fast 300 Millionen. Der Bilbao-Effekt ist eben nicht günstig. Wenn ein Budget jedoch so krass überzogen wird, könnte das bald
Wahrzeichen mit Budgetproblemen Veranschlagt waren für den Bau 60 Millionen Euro, am Ende wurden es fast 300 Millionen. Der Bilbao-Effekt ist eben nicht günstig. Wenn ein Budget jedoch so krass überzogen wird, könnte das bald "Elbphilharmonie-Effekt" heißen. Die Gegenrechnung: die Aufwertung des jeweiligen Standortes und die zusätzlichen touristisch-kulturellen Einnahmen. – Auftraggeber: Département du Rhône, Lyon. Planung: COOP HIMMELB(L)AU, Wolf D. Prix & Partner ZT GmbH. Projekt Partner: Markus Prossnigg. Projekt Architekt: Mona Bayr, Angus Schoenberger Design Architekt: Tom Wiscombe. Tragwerksplanung: B+G Ingenieure, Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt. Landschaftsgestaltung: EGIS aménagement, Lyon. © Hendrik Bohle

Ein bißchen gif muss sein

Verbindung. Das Musée des Confluences mit Wolken und zwei Besuchern, die diese Kombination mögen.
Verbindung Das Musée des Confluences mit Wolken und zwei Besuchern, die diese Kombination mögen. © THE LINK

Unsere Architekturreise wurde unterstützt von Auvergne-Rhône-Alpes Tourisme, Atout France und Only Lyon.

Von Jan Dimog Autor, Blogger und Journalist, veröffentlicht am .