Alserkal Avenue.  Rhythmisierte Metallfassaden, tanzende Dächer und weitläufige Innen- und Außenräume erweitern den Campus Alserkal Avenue. Die Hallen mit den dunkleren Dachflächen rechts gehören zum ursprünglichen Areal.
Alserkal Avenue Rhythmisierte Metallfassaden, tanzende Dächer und weitläufige Innen- und Außenräume erweitern den Campus Alserkal Avenue. Die Hallen mit den dunkleren Dachflächen rechts gehören zum ursprünglichen Areal. © Alserkal Avenue
Quoz Arts Festival.  Wege und Plätze zwischen den Baukörpern werden wie beim Quoz Festival abwechselnd temporär bespielt.
Quoz Arts Festival Wege und Plätze zwischen den Baukörpern werden wie beim Quoz Festival abwechselnd temporär bespielt. © Alserkal Avenue

Zwischen Downtown und Marina ist Dubais Silhouette eher flach. Ein- bis zweigeschossige Zweckbauten säumen hier das städtische Rückgrat, die Sheikh Zayed Road. Im Schatten der hochpolierten Glamourzentren hat sich in den vergangenen Jahren eine Kulturinstitution etabliert, die bereits weit über Dubais Grenzen hinausstrahlt. Alserkal Avenue wurde 2007 vom wohlhabenden Unternehmer und Kunstsammler Abdelmonem Bin Eisa Alserkal gegründet. Auf einem kleinen Campus mit drei kleinen Straßenzügen legte er in den Räumen einer stillgelegten Marmorfabrik den Grundstein für den hippen Hotspot mit mittlerweile mehr als zwanzig Galerien, Fotosammlungen, Möbelläden und dem A4 Space mit dem Appetite Café. 2015 wurde der einfache Stahllagerteppich durch neue Anbauten erweitert und die Nutzfläche mal eben verdoppelt. Künstlerateliers, ein Kino und weitere Ausstellungsräume kamen hinzu. Philip Logan vom Büro Shankland Cox gelang mit seinem Entwurf eine gelungene Komposition aus rauem Bestand und reiner Erweiterung. Dezent zitiert er die umliegende Lagerhallenästhetik des Quartiers. Seinen besonderen Reiz bezieht die Anlage gerade durch das zurückhaltende Zusammenspiel mit der benachbarten Zweckarchitektur, vor einer Stadtszenerie mit vielfach überinszenierten Bauten und durchchoreographierten Freiräumen. Hier zählt der Mensch als Maßstab. Wege und Plätze zwischen den strahlend weißen Baukörpern werden abwechselnd temporär bespielt. Regelmäßig finden hier die Galleries Nights und das Quoz Arts Festival statt. Rhythmisierte Metallfassaden, tanzende Dächer und weitläufige Innen- und Außenräume bilden eine neue Kulisse für die kreativen Gedanken etablierter und aufstrebender Künstler. Im Laufe des Jahres werden hier neue nationale und internationale Galerien eröffnen. Darunter die vom italienisch-amerikanischen Architekten Mario Jossa gestaltete "Jean-Paul Najar Foundation", eine Zweigstelle der renommierten Londoner "Waddington Custot Galleries" und die neuen Räume von "The Third Line". Die bereits 2005 in Dubai eröffnete Gallerie war eine der ersten, die sich auf zeitgenössische Kunst aus Middle East spezialisiert hatte. Auch an einem neuen Herzstück des Quartiers wird bereits gearbeitet. Ab März 2017 soll der Alserkal Projektraum eröffnet werden. Geplant von den niederländischen Avantgardisten OMA, die mit der Prada Foundation erst kürzlich wieder für Aufsehen gesorgt hatten. Wir sind gespannt und werden weiter berichten.

"Der Mensch als Maßstab."

Appetite Café.  Das Café ist Lokal, Bibliothek und Arbeitsplatz im A4 Space.
Appetite Café Das Café ist Lokal, Bibliothek und Arbeitsplatz im A4 Space. © Jan Dimog
Appetite Café.  Und auch Veranstaltungsort für Musiker.
Appetite Café Und auch Veranstaltungsort für Musiker. © Lindsay Kirkcaldy / Alserkal Avenue
Appetite Café.  Inklusive Sitzlandschaft.
Appetite Café Inklusive Sitzlandschaft. © Jan Dimog

"We’re evolving as gradually as we can. And now the arrival of some serious architecture is part of us growing up."

Abdelmonem Bin Eisa Alserkal
Installation.  Was hier an Kunst auf den Kopf gestellt wird, gilt symbolisch auch für die Alserkal Avenue. Die Kunst steht im Mittelpunkt, nicht die Hochglanzpolierung. Da gehen die Betreiber auch mal ungewöhnliche Wege.
Installation Was hier an Kunst auf den Kopf gestellt wird, gilt symbolisch auch für die Alserkal Avenue. Die Kunst steht im Mittelpunkt, nicht die Hochglanzpolierung. Da gehen die Betreiber auch mal ungewöhnliche Wege. © Jan Dimog
"Galleries Night".  Für das Kunstgebiet geht es auch zur Nacht der Galerien aufwärts.
"Galleries Night" Für das Kunstgebiet geht es auch zur Nacht der Galerien aufwärts. © Alserkal Avenue

Die Alserkal Avenue veranstaltet regelmäßige Kunst- und Galerieveranstaltungen wie z. B. die Galleries Night und das Quoz Arts Fest. Die meisten Galerien haben tagsüber geöffnet und sind frei zugänglich.

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .