Jože Plečnik war Realist. Seine eigenständige und eigenwillige Formensprache entwickelte er auf Reisen und aus dem beharrlichen Studium der Antike, den "Bekleidungstheorien" Gottfried Sempers und dem Einfluss seines Lehrers Otto Wagner, dem wichtigsten Architekten der Wiener Sezession. Drei mitteleuropäische Hauptstädte hat dessen bester Schüler, Sprössling einer Laibacher Schreinerfamilie, mit seinem außergewöhnlichen Wirken ganz besonders geprägt. Wien, Prag und seine Heimatstadt Ljubljana veredelte er mit seinem unverwechselbaren Plečnik-Stil.
Das Zacherlhaus am Wiener Bauernmarkt (1903–1905) war eines seiner frühen Werke und Glanzstück seines noch jugendlichen Schaffens. Sachlich streng zählt es heute zu den jungen Bauwerken moderner, europäischer Architektur. Später entwarf er mit der Heilig-Geist-Kirche in Wien-Ottakring eine der ersten Kirchen in Stahl-Beton-Bauweise. Ein Material, das auch bei seinen nachfolgenden Entwürfen eine wichtige Rolle einnehmen sollte. Für den Mitbegründer und ersten Staatspräsidenten der Tschechoslowakei, Tomás Garrigue Masaryk, rettete er den ruinösen Hradschin. Die Prager Burg war vom Verfall bedroht, bevor Plečnik ihr mit seinen klugen Interventionen neuen Glanz verlieh, sie fit machte für die noch junge demokratische Republik. Die Residenz der Goldenen Stadt und ihre Gartenanlagen sind heute weltbekannt. Gleichzeitig wurde Plečnik Professor an der neu gegründeten Universität Ljubljana. Dort unterrichtete er bis 1956, ein Jahr vor seinem Tod. 1925 begann er mit der Umgestaltung seiner Heimatstadt. Sein Vorbild war Athen, natürlich moderner, zeitgemäß und mit lokalem Bezug. Für den renommierten Kunsthistoriker Friedrich Achleitner zählt Plečniks einzigartiger Stil zur Architektur der Zukunft. Zu recht. Ist sie doch von einem ganzheitlichen Denken geprägt, großmaßstäblich und detailversessen, anspruchsvoll und bezahlbar, modern und kontextuell.

Seine Stadt

Plečniks Hauptmotive bei der Neugestaltung Ljubljanas waren die zentrale Wasserachse entlang der Ljubljanica und die Landachse, die den Waldhügel Rožnik mit der Burg von Ljubljana verbindet. Zentraler Ort, an dem sich die zwei städtebaulichen Achsen kreuzen, sind die berühmten Drei Brücken (Tromostovje). Ihre wichtigsten Formelemente sind Leuchten, Säulen, Balken und Ballustraden. Sie lassen sich immer wieder in der Stadt finden und verbinden das urbane Gewebe nicht nur räumlich, sondern auch gedanklich miteinander. Besonderen Wert legte er auch auf die gezielte Einbindung der Natur. Entlang der Ljubljanica ließ er immer wieder Pappeln als Verweis auf den frühreren Verlauf der römischen Stadtmauer pflanzen. Nicht zuletzt ein Grund für das mediterrane Flair der Stadt. 2016 war Ljubljana "Grüne Hauptstadt Europas". Durch seine radikalen und zugleich sensiblen, architektonischen Eingriffe hat Plečnik das Bild seiner Heimatstadt maßgeblich geprägt. Ljubljanas humanistischer Städtebau zählt damit zu den originellsten und wichtigsten ganzheitlichen Kunstwerken des europäischen 20. Jahrhunderts.

Landachse. Sie verbindet die Burg und Altstadt im Vordergrund über die Drei Brücken mit dem Waldhügel Rožnik und dem Tivolipark im Hintergrund.
Landachse Sie verbindet die Burg und Altstadt im Vordergrund über die Drei Brücken mit dem Waldhügel Rožnik und dem Tivolipark im Hintergrund. © Hendrik Bohle
Landachse. Eine leuchtende Säulenreihe verbindet Ravnikas Galerie der Moderne mit dem Palais Radetzky im Tivoli Park.
Landachse Eine leuchtende Säulenreihe verbindet Ravnikas Galerie der Moderne mit dem Palais Radetzky im Tivoli Park. © Bettina Cohnen
Wasserachse. Entlang der Ljubljanica legte er neue Uferkanten, Treppenanlagen und Bepflanzungen an und machte den Fluß wieder zum Mittelpunkt der Stadt.
Wasserachse Entlang der Ljubljanica legte er neue Uferkanten, Treppenanlagen und Bepflanzungen an und machte den Fluß wieder zum Mittelpunkt der Stadt. © Hendrik Bohle
Dreibrücken. Das Brückenbauwerk wurde zwischen 1929 und 1932 errichtet. Der mittlere Teil basiert auf einer alten Steinbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Plečnik fügte ihr zu jeder Seite zwei neue Brücken an, um den Prešerenplatz besser mit der Altstadt zu verbinden. Die Brücken selbst erhalten dadurch ihren besonderen Platzcharakter. Treppen führen zu beiden Seiten hinunter zu den Uferkanten. Plečnik hatte sich durch die Brückenbauten Venedigs inspirieren lassen. Zu allen Seiten eröffnen sich Ein-, Aus- und Durchblicke in die Stadt und auf den Strom.
Dreibrücken Das Brückenbauwerk wurde zwischen 1929 und 1932 errichtet. Der mittlere Teil basiert auf einer alten Steinbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Plečnik fügte ihr zu jeder Seite zwei neue Brücken an, um den Prešerenplatz besser mit der Altstadt zu verbinden. Die Brücken selbst erhalten dadurch ihren besonderen Platzcharakter. Treppen führen zu beiden Seiten hinunter zu den Uferkanten. Plečnik hatte sich durch die Brückenbauten Venedigs inspirieren lassen. Zu allen Seiten eröffnen sich Ein-, Aus- und Durchblicke in die Stadt und auf den Strom. © Hendrik Bohle
Dreibrücken. Kunstvoll gefertigte Ballustraden aus Kunststein begleiten alle Bauteile. An Schlüsselpunkten ließ er schlank aufragende Leuchten ebenfalls aus Beton errichten.
Dreibrücken Kunstvoll gefertigte Ballustraden aus Kunststein begleiten alle Bauteile. An Schlüsselpunkten ließ er schlank aufragende Leuchten ebenfalls aus Beton errichten. © Hendrik Bohle
Schusterbrücke. Anstelle der neuen Schusterbrücke (1931–1932) stand zuvor eine Holzbrücke, die die beiden mittelalterlichen Stadtteile Mestni Trg (Stadtplatz) und Novi Trg (Neuer Platz) miteinander verband. Ihr Name geht auf die Schuster zurück, die hier ihre Werkstätten errichtet hatten. Wie bei den Drei Brücken wird die Überquerung beidseitig von schlichten Kunststeinballustraden begrenzt. Die fünf Segmente werden durch sechs schlanke Säulen, die Steinkugeln tragen, zu jeder Seite unterteilt. Sie deuten auf im Mittelalter bebauten Brücken, wie sie beispielsweise noch heute in Florenz und Erfurt zu sehen sind.
Schusterbrücke Anstelle der neuen Schusterbrücke (1931–1932) stand zuvor eine Holzbrücke, die die beiden mittelalterlichen Stadtteile Mestni Trg (Stadtplatz) und Novi Trg (Neuer Platz) miteinander verband. Ihr Name geht auf die Schuster zurück, die hier ihre Werkstätten errichtet hatten. Wie bei den Drei Brücken wird die Überquerung beidseitig von schlichten Kunststeinballustraden begrenzt. Die fünf Segmente werden durch sechs schlanke Säulen, die Steinkugeln tragen, zu jeder Seite unterteilt. Sie deuten auf im Mittelalter bebauten Brücken, wie sie beispielsweise noch heute in Florenz und Erfurt zu sehen sind. © Hendrik Bohle
Schusterbrücke. Etwas niedriger positionierte er zu beiden Seiten je eine Säule mit Volutenkapitellen, die von drei Leuchten gekrönt werden. Sie symbolisieren den Triglav, den höchsten Gipfel des Landes in den Julischen Alpen.
Schusterbrücke Etwas niedriger positionierte er zu beiden Seiten je eine Säule mit Volutenkapitellen, die von drei Leuchten gekrönt werden. Sie symbolisieren den Triglav, den höchsten Gipfel des Landes in den Julischen Alpen. © Bettina Cohnen
Treppenanlagen. Neben der Philharmonie führt eine Treppenanlage vom Ufer der Ljubljanica hoch zum Kongressplatz. In Ihrer Mitte mal wieder eine Säule mit Leuchte.
Treppenanlagen Neben der Philharmonie führt eine Treppenanlage vom Ufer der Ljubljanica hoch zum Kongressplatz. In Ihrer Mitte mal wieder eine Säule mit Leuchte. © Hendrik Bohle
Kongressplatz. Der Platz ist einer der bedeutendsten des Landes. 1821 fand im heutigen Universitätsgebäude der Kongress der Heiligen Allianz zur Verhandlung über die Niederschlagung des Aufstands in Neapel statt. Plečnik ließ den Boden in einem geometrischen Raster mit hellen Betonplatten belegen. Die Dreifaltigkeits-Säule stellte er in einer Achse mit einer Leuchtenreihe, der Ursulinenkirche und der Philharmonie. Auch die Planungen für den angrenzenden Park Zvezda gehen auf Plečnik zurück.
Kongressplatz Der Platz ist einer der bedeutendsten des Landes. 1821 fand im heutigen Universitätsgebäude der Kongress der Heiligen Allianz zur Verhandlung über die Niederschlagung des Aufstands in Neapel statt. Plečnik ließ den Boden in einem geometrischen Raster mit hellen Betonplatten belegen. Die Dreifaltigkeits-Säule stellte er in einer Achse mit einer Leuchtenreihe, der Ursulinenkirche und der Philharmonie. Auch die Planungen für den angrenzenden Park Zvezda gehen auf Plečnik zurück. © Hendrik Bohle

Seine Bauten

Neben der stadträumlichen Ergänzungen entwarf Plečnik bedeutende Schlüsselbauwerke wie die Nationalbibliothek, die Verwaltung der Triglav-Versicherung und die Aufbahrungskapellen im Friedhof Žale, sowie zahlreiche Kirchen. Zudem gestaltete er ältere Bauwerke wie die Burg und das ehemalige Deutschritterordensklosters "Križanke" zeitgemäß um. Plečniks Architektur wird heute der Moderne zugerechnet. Allerdings nicht der klassischen, eher einer ganz individuellen, alternativen Moderne, der auch skandinavische Baukünstler wie Alvar Alto und Erik Gunnar Asplund zuzurechnnen sind. Plečniks moderne Architektur ist kontextuell. Sie tritt in den Dialog mit ihrer Umgebung und ist nicht losgelöst vom jeweiligen Ort.

Markthallen. Die zweigeschossigen Hallenbauten wurden zwischen 1940 und 1944 errichtet. Sie erstrecken sich entlang des Flusses. Im Untergeschoss befinden sich Markthallen und Restaurants. Die oberen Geschosse sind teils offen und teils geschlossen.
Markthallen Die zweigeschossigen Hallenbauten wurden zwischen 1940 und 1944 errichtet. Sie erstrecken sich entlang des Flusses. Im Untergeschoss befinden sich Markthallen und Restaurants. Die oberen Geschosse sind teils offen und teils geschlossen. © Hendrik Bohle
Markthallen. Zur Stadt hin öffnen sich Kolonnaden. Täglich finden hier wechselnde Märkte statt, darunter der kulinarische Food Market am Freitag.
Markthallen Zur Stadt hin öffnen sich Kolonnaden. Täglich finden hier wechselnde Märkte statt, darunter der kulinarische Food Market am Freitag. © Hendrik Bohle
Markthallen. In der Mitte jedes Flügels befinden sich städtische Loggien, die sich zum Wasser und zur Stadt hin öffnen.
Markthallen In der Mitte jedes Flügels befinden sich städtische Loggien, die sich zum Wasser und zur Stadt hin öffnen. © Hendrik Bohle
Markthalle. Weiß und grau dominieren auch den Treppenraum hinunter in die Markthallen.
Markthalle Weiß und grau dominieren auch den Treppenraum hinunter in die Markthallen. © Hendrik Bohle
Blumentempel. An der rechten Uferkante der Drei Brücken an der Stirnseite des Markthallenflügels ließ er einen tempelartigen Bau errichten. Der ursprüngliche Blumenladen dient heute als Souvenirshop. Ihm gegenüber am linken Ufer steht ein kleiner Tabak-Tempel.
Blumentempel An der rechten Uferkante der Drei Brücken an der Stirnseite des Markthallenflügels ließ er einen tempelartigen Bau errichten. Der ursprüngliche Blumenladen dient heute als Souvenirshop. Ihm gegenüber am linken Ufer steht ein kleiner Tabak-Tempel. © Hendrik Bohle
Bügeleisen. Den Namen erhielt des Haus, errichtet zwischen 1933 und 1934, bereits durch einen Vorgängerbau. Es steht auf einem schmalen dreieckigen Grundstück unweit der Markthallen. Zur Poljanska Straße entwarf Plečnik eine mehrgeschossige Fassade mit großen Bogenfenstern im Erdgeschoss, von Halbbögen gekrönten Fenstern im ersten Geschoss und einer Reihe einfacher Fenster in der zweiten Etage. Besonders eindrucksvoll ist der säulenbegrenzte Wintergarten an der Spitze des Hauses.
Bügeleisen Den Namen erhielt des Haus, errichtet zwischen 1933 und 1934, bereits durch einen Vorgängerbau. Es steht auf einem schmalen dreieckigen Grundstück unweit der Markthallen. Zur Poljanska Straße entwarf Plečnik eine mehrgeschossige Fassade mit großen Bogenfenstern im Erdgeschoss, von Halbbögen gekrönten Fenstern im ersten Geschoss und einer Reihe einfacher Fenster in der zweiten Etage. Besonders eindrucksvoll ist der säulenbegrenzte Wintergarten an der Spitze des Hauses. © Bettina Cohnen
Philharmonie. Bei diesem Erweiterungsbau lässt sich besonders gut Plečniks wörtliche Anwendung der Semper’schen Bekleidungstheorie ablesen. Die Fassade fällt zur Flusseite hin wie ein leichter Vorhang.
Philharmonie Bei diesem Erweiterungsbau lässt sich besonders gut Plečniks wörtliche Anwendung der Semper’schen Bekleidungstheorie ablesen. Die Fassade fällt zur Flusseite hin wie ein leichter Vorhang. © Hendrik Bohle
Nationalbibliothek. Die Bibliothek ist Plečniks wichtigstes Werk in seinem Heimatland. Sie steht anstelle des bei dem großen Beben 1895 zerstörten Palais Auersberg.
Nationalbibliothek Die Bibliothek ist Plečniks wichtigstes Werk in seinem Heimatland. Sie steht anstelle des bei dem großen Beben 1895 zerstörten Palais Auersberg. © Hendrik Bohle
Nationalbibliothek. Ungewöhnlich sind auch die Oberflächen der Außenfassaden aus rotem Ziegelstein mit eingearbeiteten Steinen und Spolien aus römischer, mittelalterlicher und neuerer Zeit. Die Fenster erinnern an aufgeschlagene Bücher.
Nationalbibliothek Ungewöhnlich sind auch die Oberflächen der Außenfassaden aus rotem Ziegelstein mit eingearbeiteten Steinen und Spolien aus römischer, mittelalterlicher und neuerer Zeit. Die Fenster erinnern an aufgeschlagene Bücher. © Hendrik Bohle
Nationalbibliothek. In der monumentalen Eingangshalle dominieren grauer Marmor und helle Hölzer.
Nationalbibliothek In der monumentalen Eingangshalle dominieren grauer Marmor und helle Hölzer. © Hendrik Bohle
Nationalbibliothek. Ballustraden aus grauem Marmor.
Nationalbibliothek Ballustraden aus grauem Marmor. © Bettina Cohnen
Križanke. Der Umbau des ehemaligen Deutschritterordensklosters zu einem Versammlungs- und Veranstaltungsort ist das letzte große Werk Plečniks (1952-1956). Er öffnete die ihn umschliessenden Steinmauern und machte die Anlage von außen einsehbar.
Križanke Der Umbau des ehemaligen Deutschritterordensklosters zu einem Versammlungs- und Veranstaltungsort ist das letzte große Werk Plečniks (1952-1956). Er öffnete die ihn umschliessenden Steinmauern und machte die Anlage von außen einsehbar. © Hendrik Bohle
Križanke. Wieder bewies er einen sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz und überführte das ehemalige Konvent gekonnt in eine zeitgemäße Nutzung.
Križanke Wieder bewies er einen sensiblen Umgang mit der historischen Bausubstanz und überführte das ehemalige Konvent gekonnt in eine zeitgemäße Nutzung. © Bettina Cohnen
Triglav. Der Verwaltungbau der Triglav-Versicherungen zählt zu seinen Meisterwerken. Besonders auffällig ist die dreidimensionale Gestaltung der Fassade. Skulpturen am Fries über der dritten Etage sind über Bänder miteinander verbunden und symbolisieren Gegenseitigkeit. Das Fries darüber zeigt miteinander verbundenene Kinder. Ein Zeichen der Solidarität zwischen den Generationen.
Triglav Der Verwaltungbau der Triglav-Versicherungen zählt zu seinen Meisterwerken. Besonders auffällig ist die dreidimensionale Gestaltung der Fassade. Skulpturen am Fries über der dritten Etage sind über Bänder miteinander verbunden und symbolisieren Gegenseitigkeit. Das Fries darüber zeigt miteinander verbundenene Kinder. Ein Zeichen der Solidarität zwischen den Generationen. © Bettina Cohnen
MAO. Das Museum für Architektur und Design (MAO) befindet sich im Fužine Palast etwas außerhalb des historischen Zentrums.
MAO Das Museum für Architektur und Design (MAO) befindet sich im Fužine Palast etwas außerhalb des historischen Zentrums. © Hendrik Bohle

Seine Ausstellungen

Anlässlich des Plečnik-Jahres 2017 finden in seiner Heimatstadt mehrere Veranstaltungen statt. Im Plečnik Haus werden die meisten Ausstellungen gezeigt. In der Hauptausstellung "Jože" werden sich in diesem Sommer junge zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler mit ihm und seinem Werk auseinandersetzen. Im Herbst wird es dort eine Schau geben, die Originalpläne und historische Fotografien zeigt, in denen sich Plečnik mit der Verbindung zum Wasser auseinander gesetzt hat. Die meisten dieser Arbeiten wurden nie realisiert. So blieb einer seiner wichtigsten Entwürfe nur eine Vision, die es allerdings seit Einführung des Euro 2007 auf die 10 Cent-Münze schaffte. Das kegelförmige Parlament Sloweniens wurde leider nie realisiert. Mit seiner gewundenen Rampe über dem Plenarsaal erinnert es konzeptionell stark an den Berliner Reichstag. Die Idee eines öffentlich zugänglichen einsehbaren Parlamentsgebäudes war zur damaligen Zeit wahrhaft mutig und zukunftsweisend. Zeichnungen und Pläne sind in der Galerie Jakopič auf der Burg von Ljubljana zu sehen. Bis Anfang April zeigte das Museum für Architektur und Design (MAO) in der kleinen Ausstellung "Plečnik, Ravnikar und die Galerie der Moderne" wie sich der Lehrer und sein Schüler Ravnikar über den Museumsbau entfremdeten. Auch nach der Schau lohnt der Besuch. So trifft man hier auf kundige Plečnik-Experten wie den Kurator Bogo Zupančič und man erfährt so einiges über slowenisches Design. In der ganzen Stadt finden dieses Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt. Die größte Ausstellung über Plečniks Werk ist allerdings Ljubljana selbst.

145. Geburtstag und 60. Todestag von Jože Plečnik: doppeltes Jubiläum mit zahlreichen Kulturevents und Ausstellungen.

Unsere redaktionell unabhängige Recherchereise wurde ermöglicht durch Visit Ljubljana und dem Slowenischen Fremdenverkehrsamt.

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .