Milchpilz.
Milchpilz © Hendrik Bohle

Ganz schön quietschig dieser hölzerne Schirmling. Der Regensburger Milchpilz ist einer der letzten seiner Art. Die Firma Hermann Waldner KG aus Wangen im Allgäu ließ ihn 1952 entwickeln. Ziel war es, den Milchkonsum besonders bei Kindern anzukurbeln.

"Der Milchpilz als Milchverbrauchswerber"

Hermann Waldner KG

... hieß ihr ulkiger Slogan. Was lag also näher, als für die Milchbar eine Behausung aus der Märchenwelt zu wählen. Wo Wichtel und Elfen wohnen, kann es nur Gutes geben. Waldner lieferte den Kiosk fertig montiert und vollausgestattet mit Kühlschrank, Sahne- und Eismaschine. Die Pilze waren äußerst beliebt. Etwa 50 Stück wurden neben Deutschland auch nach Österreich, in die Schweiz, nach Italien und ins entfernte Griechenland geliefert. Überlebt haben nur wenige. Auch der Regensburger Milchpilz war zwischenzeitlich in einem beklagenswerten Zustand. Seit 2003 steht er unter Denkmalschutz. Zur Milch gibts heute ein "Tasserl Kaffee". Die begeisterten Kommentatoren auf der eigenen Facebookseite freuts: "Der Espresso hat mir bereits mehrmals das Leben gerettet!"

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .