Christi-Auferstehungs-Kathedrale.  in Berlin-Wilmersdorf
Christi-Auferstehungs-Kathedrale in Berlin-Wilmersdorf © Jan Dimog

Der Verkehr fliest auf dem mehrspurigen Hohenzollerndamm und der Konstanzer Straße um die Christi-Auferstehungs-Kathedrale herum. Trotzdem schafft es der Sakralbau der Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche in Berlin-Wilmersdorf zumindest zur Berliner Straße ein wenig Ruhe, Würde und Gelassenheit auszustrahlen. Das liegt zum einen an der Position der Kirche, die mit ihrer Front zur Grünfläche ausgerichtet wurde, zum anderen an ihrer Architektur. Karl Schellberg entwarf die dreischiffige Basilika mit Anleihen an byzantinische Formen mit vier kleinen Zwiebeltürmen, die sich um den Hauptturm gruppieren und einer klaren Symmetrie. Der im Frühjahr 1938 eingeweihte Sakralbau zeugt von der lebendigen russischen Einwanderer- und Exilgemeinschaft in Berlin, wo sich bereits in den 1920ern Hunderttausende Russen niedergelassen hatten. Sie waren vor den Auswirkungen der Revolution von 1917 nach Preußen geflohen und trugen zu einem multikulturellen und multireligiösen Berlin bei. Neun Prozent der damaligen 4-Millionen-Metropole Berlin kamen aus Russland. Von den einst über 350.000 sind es heute etwa 200.000 Russischstämmige. Die meisten leben im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mit der Basilika auf dem Hoffmann-von-Fallersleben-Platz als Zeuge des russischen Berlins.

Von Jan Dimog Autor, Redakteur und (Foto)Journalist, veröffentlicht am .