Eine unglaubliche Vielfältigkeit

Fein. Die Epe Malerwerkstätten wurden 1898 vom Maler Richard Epe gegründet.
Fein Die Epe Malerwerkstätten wurden 1898 vom Maler Richard Epe gegründet. © Epe Malerwerkstätten
Historisch. Alte Werkzeuge, Bücher und Pläne aus jener Ära hat das Traditionsunternehmen noch heute im Firmenarchiv.
Historisch Alte Werkzeuge, Bücher und Pläne aus jener Ära hat das Traditionsunternehmen noch heute im Firmenarchiv. © Epe Malerwerkstätten
Ornamental. Erhalten sind auch alte Malerornamente von Richard Epe.
Ornamental Erhalten sind auch alte Malerornamente von Richard Epe. © Epe Malerwerkstätten
Verknüpft. Für denkmalgerechte Arbeiten verbindet Epe alte Handwerkskunst mit neuesten Techniken.
Verknüpft Für denkmalgerechte Arbeiten verbindet Epe alte Handwerkskunst mit neuesten Techniken. © Epe Malerwerkstätten

1. Die Malerwerkstätten Epe wirken seit fünf Generationen. Was ist die Philosophie Ihres Unternehmens?

Unsere Philosophie ist es, unser Handwerk perfekt und kundenorientiert auszuüben. Dabei kommt es uns besonders darauf an, dass sich unsere Firma als ein starkes und leistungsfähiges Team versteht, auf das wir Tag täglich vertrauen können. Mit Begeisterung arbeiten wir stetig daran, unsere Qualität zu halten, auszubauen und vor allem auch junge Menschen in einem Beruf zu trainieren, der eine unglaubliche Vielfältigkeit hat, damit wir unseren Anspruch auch in Zukunft in gleicherweise ausführen können, wie wir es heute mit stolz tun.

2. Warum arbeiten Sie mit Farbe?

Farbe ist ein hervorragender Werkstoff und gleichzeitig ein besonderes Gestaltungselement. Immer wieder bin ich beeindruckt, welche Veränderungen von Farbe ausgehen können, sowohl visuell als auch psychologisch. Dies führt häufig zu den Momenten auf der Baustelle an dem man, sobald frisch gestrichen ist, sieht, wie positiv sich ein Raum oder Objekt verändert. Schutz und Schönheit zu verbinden ist einfach eine schöne Arbeit und motiviert mich in meinem Alltag. Gleichzeitig zu wissen, dass man auch Gebäude erhalten kann, die schon eine sehr lange Zeit existieren und an denen schon meine Vorfahren gestrichen haben, um den Erhalt des Gebäudes zu gewährleisten zeigt mir, dass sich unsere Hauptinteressen in der Branche über Jahrhunderte erhalten haben.

3. Sie haben zudem eine Ausbildung in traditionellen, alten Handwerkstechniken. Bitte beschreiben Sie an einem Beispielprojekt was Sie daran reizt und was Sie angehenden Lehrlingen mit auf den Weg geben.

Im letzten Jahr haben wir die nahegelegene Anlage Schloss Burg an der Wupper restauriert. Dabei wurden viele traditionelle Techniken und Verfahren notwendig, um das Gebäude in seiner Ursprünglichkeit zu belassen. Bei den traditionellen Wandtechniken konnte mir das Wissen aus dem Lehrgang sehr viel weiterhelfen. So konnten wir die aufwendigen Friese mit Strichzieher und Schablonen wie in alter Zeit wiederherstellen. Bei den alten Techniken liegt das Augenmerk mehr als heute auf dem Werkzeug und dem Beschichtungsstoff, sodass z. B. Kenntnisse über Haar- und Borstenqualitäten oder den Bestandteilen der Farbe von größerer Bedeutung waren. Um den Weg der Rohstoffe hin zum Einsatz auf der Oberfläche nachzuvollziehen sind traditionelle Methoden hervorragend geeignet, da die Rohstoffe häufig aus der näheren Umgebung kamen und somit leichter in ihrer Funktionalität nachzuvollziehen sind. Dies unterscheidet sich sehr stark von industriellen Hightech-Produkten die heutzutage standardmäßig eingesetzt werden. Das Verständnis für den Weg aus der Natur und das Gespür für das richtige Werkzeug, sowie die entsprechende Wertschätzung sind daraus eine wichtige Lehre, die ich gerne meinen Lehrlingen vermittle.

Lichterfest und Wohnzimmeratmosphäre in der Werkstatt

Schloss Burg. Schloss Burg ist eine ab dem späten 19. Jahrhundert rekonstruierte Höhenburg im Solinger Stadtteil Burg an der Wupper.
Schloss Burg Schloss Burg ist eine ab dem späten 19. Jahrhundert rekonstruierte Höhenburg im Solinger Stadtteil Burg an der Wupper. © Clemens Epe
Schloss Burg. Heute wird Schloss Burg unter anderem als Museum, Veranstaltungsort und Gedenkstätte genutzt.
Schloss Burg Heute wird Schloss Burg unter anderem als Museum, Veranstaltungsort und Gedenkstätte genutzt. © Clemens Epe
Schloss Burg. Die Anlage steht seit 1984 unter Denkmalschutz.
Schloss Burg Die Anlage steht seit 1984 unter Denkmalschutz. © Clemens Epe
Schloss Burg. Epe hat 2018 den Bergfried in Schloss Burg denkmalgerecht renoviert.
Schloss Burg Epe hat 2018 den Bergfried in Schloss Burg denkmalgerecht renoviert. © Clemens Epe
Schloss Burg. Epe bekam den Auftrag auch aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen mit Arbeiten in Denkmälern.
Schloss Burg Epe bekam den Auftrag auch aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen mit Arbeiten in Denkmälern. © Clemens Epe
Familiär. Von links nach rechts: Clemens, Sebastian und Constanze Epe.
Familiär Von links nach rechts: Clemens, Sebastian und Constanze Epe. © Epe Malerwerkstätten

Ihre Familie öffnet regelmäßig die Werkstatt für Werkstattführungen, Workshops und Kulturevents. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher und wie reagieren diese?

Immer etwas anderes. Unsere Werkstatt verändert sich sehr häufig, weil zu jedem Event andere Ideen umgesetzt werden und andere Stimmungen erzeugt werden sollen. So gibt es von einer Arbeitsatmosphäre bei Workshops bis zu einer Wohnzimmeratmosphäre bei dem Lichterfest die unterschiedlichsten Anblicke unserer Werkstatt. Die Besucher sind meistens überrascht, dass sie bei uns immer wieder Neues finden können und nehmen solche Gelegenheiten gerne auf, um bei uns vorbeizuschauen.

Wo ist Ihr Lieblingsort in Ihrer Heimat und außerhalb? Warum?

In meiner Heimat ist mein Lieblingsort das Naturschutzgebiet in der Nähe meines Wohnortes südlich von Köln. Dort kann ich einfach abschalten und die Natur genießen, was mich auch die Gedanken der Woche und des Alltags nochmal ordnen kann und somit zu der ein oder anderen neuen Idee bereits geführt hat. Außerhalb der Heimat sind viele Ort gleichsam meine Lieblingsorte, die durch viele schöne Reisen in meinem Gedächtnis geblieben sind.

"Das Verständnis für den Weg aus der Natur und das Gespür für das richtige Werkzeug, sowie die entsprechende Wertschätzung sind daraus eine wichtige Lehre die ich gerne meinen Lehrlingen vermittle."

Clemens Epe, Maler, Meister und Leiter des Standorts Epe Malerwerkstätten, Köln