Damals verband ein einfacher Damm die Insel mit dem Festland. Die 1967 fertiggestellte, 300 Meter lange, vierspurige Stahlbogenbrücke Al Maqta läutete eine neue Ära ein. Abu Dhabi nahm vom Festland Besitz. Zwischen 1976 und 1978 wurde südlich der Maqta Brücke die zweite Brücke gebaut, nüchterner und ziemlich gradlinig: die 480 Meter lange Mussafah Brücke mit sechs Fahrbahnen, benannt nach dem Industrie- und Gewerbegebiet Mussafah. Beide Brücken waren sowohl für die Expansion und Entwicklung der beiden Stadthälften wichtig als auch für die Verbindung zwischen der Hauptstadt mit dem boomenden Dubai.

Wüstenhafte Kurvendramatik

Nach der puritanischen Schwunglosigkeit der Mussafah Brücke wurde es 30 Jahre später Zeit für Kurven, Bewegung, Dramatik, kurz: für die Sheikh Zayed Brücke. Für die 842 Meter lange Brücke, deren Form Wüstendünen nachempfunden ist, wurden 80.000 Tonnen Bewehrungmaterial und 250.000 Kubikmeter Beton verbaut. Mit fast vierjähriger Verspätung wurde die knapp 270 Millionen US-Dollar teure, von der britisch-irakischen Architektin Zaha Hadid entworfene Brücke nach 13 Jahren Bauzeit eröffnet und nach Scheich Zayed benannt, dem ersten Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate.

"Zwischen den Brücken"

So heißt das Viertel zwischen den drei Brücken Mussafah, Scheich Zayed und Al Maqta.

Damit ist der Brückenbedarf im Viertel „Bain Al Jisrain“ gedeckt, übersetzt „zwischen den Brücken“ heißt. Das Areal zwischen den drei Brücken hat sich in den vergangenen Jahren zur beliebten Wohn-, Geschäfts- und Hotelgegend entwickelt. Die nächsten Brückenprojekte werden nun woanders umgesetzt, zum Beispiel auf Reem und Al Maryah Island. Abu Dhabi hat über 200 Inseln. Mehr als genug für viele weitere Brückenschläge.

Schwungvoll. Sheikh Zayed Brücke
Schwungvoll Sheikh Zayed Brücke © Jan Dimog
"Between the bridges" Das bei Emiratis, Expats und Touristen beliebte Viertel, wörtlich übersetzt "zwischen den Brücken". © Jan Dimog
Markant. Die Stahlbogenbrücke Al Maqta
Markant Die Stahlbogenbrücke Al Maqta © Jan Dimog

Von Jan Dimog Autor, Blogger und (Foto)Journalist, veröffentlicht am .