Klaus Kirsten und Heinz Nather. Architekten aus Berlin.
Klaus Kirsten und Heinz Nather Architekten aus Berlin. "Anscheinend haben wir die Leute zufriedengestellt und waren auch friedliche Bürger, wie man an unserer langjährigen Zusammenarbeit sieht. Man kann sich mit Bauherren so schnell in die Haare kommen, das haben wir eben nicht getan", so Nather im Gespräch mit Daniela Brahm und Les Schliesser von ExRotaprint. © Hatje Cantz

"Wir haben damals ein gemeinsames Büro gehabt und haben alles, egal wer es gezeichnet hat, unter dem Namen des Büros betrieben. Wir haben nicht nur zusammen gearbeitet, sondern auch viel unternommen, gefeiert, es war wirklich sehr schön."

Heinz Nather im Gespräch mit Daniela Brahm und Les Schliesser.
Der Eckturm.
Der Eckturm "Sonderfall im Industriebau": Hermann Kreidt in "Die Baulichen Anlagen der Berliner Industrie seit 1895" über den markantesten Teil des Areals. © Jan Dimog
Der Eckturm. Frank Seehausen:
Der Eckturm Frank Seehausen: "Hier wird deutlich, dass der Turm tatsächlich als bauliches Signet der Firma gedacht war." © Jan Dimog
Ehemalige Montagehalle. Mit flachen Lichtkuppeln und einem klaren horizontalen Abschluss.
Ehemalige Montagehalle Mit flachen Lichtkuppeln und einem klaren horizontalen Abschluss. © Jan Dimog
Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäude. Kraftvolle Formen, kubistisch anmutende Skulptur.
Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäude Kraftvolle Formen, kubistisch anmutende Skulptur. © Jan Dimog

Nächste Ausfahrt ExRotaprint-Tour

Heute ist es ruhig. Keine Lieferanten, wenig Verkehr, kaum Betrieb in den zahlreichen Räumen. Für Leben in diesem sonst sehr vitalen Ort sorgt die etwa 30-köpfige Menschengruppe, die sich an diesem Samstagnachmittag im Rahmen der Stadtteilführung "Nächste Ausfahrt Wedding" im ExRotaprint eingefunden hat. Die Künstler, Mitbegründer und Gesellschafter der ExRotaprint gGmbH Daniela Brahm und Les Schliesser haben zu der Tour eingeladen, die fast zwei Stunden dauern wird und von den Türmen bis in die Werkstätten ein Projekt zeigt, in dem viel Leidenschaft, noch mehr Ausdauer und viel Berlin steckt. Ein Berlin, in dem unbeirrbare Kiez-Enthusiasten ein dahinvegetierendes Areal zu neuem Leben erwecken. Ein Berlin, das sich zäh und widerstandsfähig gegen die milchgesichtsglatte Seite einer gentrifizierenden Gleichgültigkeitsarchitektur stemmen kann. Ein Berlin, das zu sich und seiner stolzen Beteiligungsseele findet und die Balance aus Modernität, Modernisierung und Erhalt schafft.
So vielfältig wie das Areal sind auch die Gäste der Führung: Architekten und Designer, Alleswisser und Dauerinteressierte, antipathische Schmierfrisurenträger und Doppelkinnige im robusten Kleidungsstil eines Kleingartenkolonisten. So eine Führung gleicht mitunter einer Schulklassengemeinschaft auf Zeit, zum Glück gibt es heute keine Klassenclowns.

Rotaprint druckt

Mannigfaltig sind auch die auf dem ExRotaprint-Gelände tätigen Firmen und Initiativen, eine Zusammensetzung, die exemplarisch für den ExRotaprint-Geist der engagierten Mixtur steht. Hier arbeiten Fotografen, Möbeldesigner, Anwälte, Siebdrucker, Neoprenanzug-Hersteller, Saz-Spieler und Tischler. Zum Mikrokosmos gehört auch die Mischung aus Mietern aus Kunst, Kultur, Gewerbe und dem sozialem Bereich. Sie alle sind hier an einem außergewöhnlichen Architekturort mit Bauten aus der Gründerzeit und den 1950ern, deren Geschichte eng mit der Firma Rotaprint verwoben ist. Das Unternehmen war Hersteller von Offsetdruckmaschinen und prägte über 90 Jahre den Standort zwischen Gottsched-, Bornemann-, Wiesen- und Reinickendorfer Straße im historischen Arbeiterbezirk Berlin-Wedding. Besonders bekannt war das Unternehmen für seine Kleinoffsetdruckmaschinen, die eine Produktion in kleinen Auflagen ermöglichte. In den Zwanzigern war Rotaprint weltberühmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 80 Prozent der Produktionsstätten zerstört. Um der wieder wachsenden Produktion gerecht werden zu können, wurden 1951 Flachbauten an der Gottschedstraße errichtet. Sie enthalten in ihrer Substanz noch Reste der Vorkriegsbebauung. Als wir bei der Führung im Eingangsbereich des Eckturms, dem markantesten Landmark des Ensembles, stehen, beschreibt es Daniela Brahm als "Puzzle" und "Archäologie". Denn aus dem ersten Leben kommen die eckigen Stützen und der schmale Sturz, das zweite Leben aus den 1950ern ist hier ebenso ersichtlich wie Zusätze der Nachwendezeit.

Grobian, Charakterkopf, Blickfang

1954 feierte Rotaprint 50jähriges Bestehen, bis zu 1000 Beschäftige waren hier tätig, 60 Prozent der Produktion gingen ins Ausland. Ab 1955 will das Unternehmen den gesamten Standort mit gestalterisch anspruchsvollen Neubauten aufwerten. "Umbau und Erweiterung der Fabrikationsbauten des Druckmaschinenherstellers Rotaprint gehören zu den eigenwilligsten Schöpfungen im Berliner Industrie- und Gewerbebau der Nachkriegszeit und nehmen im Werkskontext von Kirsten & Nather eine bedeutende Stellung ein", so Frank Seehausen im Buch "Kirsten & Nather - Wohn- und Fabrikationsgebäude zweier West-Berliner Architekten". Weiter heißt es: "Auch wenn Klaus Kirsten zunächst alleine für die Baumaßnahmen verantwortlich war, so lassen sich in diesem frühen und äußerst heterogen Werk des jungen Büros zahlreiche architektonische Themen finden, die später auch in anderen Bauten auftauchen." Neben dem "Technischen Büro", dem heutigen Projektraum, ist der scharfkantige, aus rechteckigen und trapezförmigen Volumen zusammengesetzte Eckturm mit auskragenden Glas-Beton-Kästen der auffälligste Blickfang des Ensembles. Er ist zugleich ein schroffer Grobian und ein eigenwilliger Charakterkopf, der mit Perspektiven, Offenheit und Geschlossenheit spielt. Das Pendent zu Büroflügel und Turm errichtete Kirsten 1958 mit dem Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäude.
Bis weit in die 1960er ging es Rotaprint gut, Umsätze wurden vervielfacht, Preise eingeheimst. Neue Technologien setzten Rotaprint ab den 1970ern zu: Fotokopierer und kleine Drucker. Bis kurz vor dem Mauerfall war die Entwicklung der Firma durchwachsen. Zwischenzeitliche Hoffnungen auf einen Neubeginn – man fragte den britischen Architekten Richard Rogers für einen Neubauentwurf an – wurden nicht erfüllt. 1989 war Rotaprint mit 30 Millionen DM verschuldet und pleite. Das Inventar wurde versteigert, das Gelände fiel an den Bezirk, der die Verwaltung übernahm, die Zukunft der Gebäude blieb jedoch ungewiss. 1991 wurden Teile unter der Bezeichnung Rotaprint-Fabrik unter strengen Denkmalschutz gestellt. Ein Jahr später folgte der Abriss der Produktionshallen im südlichen Bereich zwischen Uferstraße und Reinickendorfer Straße, gefolgt von einer umfangreichen Sanierung des Bodens und der Grundwasserleitungen bis 1995. Kosten: 6,5 Millionen DM. Ab 2000 folgten häufige Verwalterwechsel und ein Instandsetzungsrückstau, dem der von Gewerbemietern gegründete Verein ExRotaprint e. V. entgegenwirken wollte. Wie daraus dann die ExRotaprint gGmbH wurde, welch enorme Ausdauer und Hartnäckigkeit die Beteiligten hatten, erklären Daniela Brahm und Les Schliesser en detail, faktenreich und sehr gründlich. Ich denke an enorm viele Aktenordner und noch mehr Diskussionen über Immobilienrecht, Liegenschaftsfonds und Bodenspekulationen. Welcher Künstler wird schon Gesellschafter und Mitbegründer einer gemeinnützigen GmbH?

Der Projektraum. Der erste architektonische Eingriff von Klaus Kirsten bei den Neubauten des Rotaprint-Geländes: das gläserne Zentrum der Firma. Die umlaufende rote Rahmung der Glaskiste entsprach der Farbgebung des Firmenlogos.
Der Projektraum Der erste architektonische Eingriff von Klaus Kirsten bei den Neubauten des Rotaprint-Geländes: das gläserne Zentrum der Firma. Die umlaufende rote Rahmung der Glaskiste entsprach der Farbgebung des Firmenlogos. © Jan Dimog
Erklärungen. Daniela Brahm (li.) und Les Schliesser (Mi.) bei der Tour durch das ExRotaprint-Gelände
Erklärungen Daniela Brahm (li.) und Les Schliesser (Mi.) bei der Tour durch das ExRotaprint-Gelände © Hendrik Bohle
Grün. Im Garten des Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäudes
Grün Im Garten des Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäudes © Jan Dimog
Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäude. Fragile und in mehreren Schichten übereinander gestapelte, ausbalancierte Formen und Kuben.
Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäude Fragile und in mehreren Schichten übereinander gestapelte, ausbalancierte Formen und Kuben. © Hendrik Bohle
Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäude. Vom Lidl-Gelände aus gesehen: dreidimensionales Spiel mit Formen, Linien und Schichten.
Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäude Vom Lidl-Gelände aus gesehen: dreidimensionales Spiel mit Formen, Linien und Schichten. © Hendrik Bohle

Ein Ex hilft

Mittlerweile sind wir im gläsernen "Projektraum" angekommen. In dem 1956 eröffneten Glaskasten war die Konstruktionsabteilung untergebracht, lichtdurchflutet von zwei Seiten. Zur einen Seite ist der große Innenhof mit Blick auf die anderen Gebäude, zur anderen herrscht Lidl-Pracht. 2005 wurde die südliche Brachfläche des Areals an Lidl verkauft, der hier 2007 ein Discountparadies baute. Auch das ist natürlich ein Thema für Brahm und Schliesser, die von ihrer intensiven Öffentlichkeitsarbeit und der politischen Lobbyarbeit ab 2005 erzählen. Von der massiven Entwertung des Baudenkmals. "Die banale Lidl-Vorstadtarchitektur verdrängt die hochwertige denkmalgeschützte Architektur Klaus Kirstens in die städtebauliche Isolation", heißt es in dazu in den "ExRotaprint Nachrichten", herausgegeben vom Planungsteam der ExRotaprint gGmbH mit Brahm, Schliesser, Bernhard Hummel und Oliver Clemens.
Wir sind in der zweiten Stunde der Tour und einige sind bereits ermattet, ob der Informationsfülle, zu erschöpften Teilnehmerklumpen auf den Klappsitzen im Glaskasten mutiert. Wie gesagt, das Ganze machen Brahm und Schliesser en detail, faktenreich, gründlich. So kann man sich vorstellen, dass ihre hartnäckige Ausdauer, ihre Mission in den Erfolg münden musste.
Kurze Zeit später stehen wir im obersten Stockwerk des Tischlerei- und Lehrwerkstättengebäudes und wundern uns über das Grün auf dem Discounterdach. Schliesser dazu: "Das haben wir damals durchgesetzt. Lidl hatte eine spitzgiebelige und mit roten Dachpfannen gedeckte Standardhalle geplant." Stattdessen musste Lidl ein Flachdach mit Begrünung bauen. Er sagt das ohne triumphierenden Unterton. Es ist eine "So nicht"-Feststellung, keine destruktive Einstellung, eher ein von Klarheit und Entschiedenheit getragenes Durchsetzungsvermögen. Beide haben in der nun fast zweistündigen Führung über das ExRotaprint als "Bottom-up-Projekt" gesprochen, als "einen offenen Ort mit einer Gruppe Gleichgesinnter". Als ein Gelände, das langfristig der Bodenspekulation entzogen bleiben und positiv in den Kiez wirken soll. Als ein Förderer von Kunst und Kultur. Das würde auch Klaus Kirsten gefallen – und Heinz Nather.

Haus Nather und Rebitzki von 1965, Berlin. Ateliergebäude trifft auf Wohnhaus mit maximaler Offenheit, fließenden Raumbezügen und großzügiger Wohnlichkeit.
Haus Nather und Rebitzki von 1965, Berlin Ateliergebäude trifft auf Wohnhaus mit maximaler Offenheit, fließenden Raumbezügen und großzügiger Wohnlichkeit. © Martin Eberle, E+E Berlin. Über Hatje Cantz
Haus Ziethen. Ferienhaus, Limone am Lago di Garda, Italien: fein profilierte Kuben mit asymmetrisch über den See kragender Terrasse.
Haus Ziethen Ferienhaus, Limone am Lago di Garda, Italien: fein profilierte Kuben mit asymmetrisch über den See kragender Terrasse. © Hatje Cantz
"Kirsten und Nather – Wohn- und Fabrikationsgebäude zweier West-Berliner Architekten" Das Cover mit Zitat © Hatje Cantz

"Alle Details bestens zu Ende gedachte Behausungsgedanken"

Maria und Josef Müller sind zufrieden. Seit einem Jahr wohnen sie in einem der Gartenhofhäuser im Asternweg, Köln-Seeberg. Sie entschließen sich, einen Brief zu schreiben. "An die Herren Klaus Kirsten und Heinz Nather. Dipl-Ingenieure –Architekten in Berlin-Wilmersdorf, Bundesallee 54."
"Wir, unsere Kinder sowie unsere Enkelkinder sind von Ihrem bis in alle Details bestens zu Ende gedachten Behausungsgedanken restlos und ebenso begeistert, wie alle unsere Freunde und Besucher, die größten Teil vom Fach sind. Ihrem Berliner Professor Herrn Dr. Gabler müssen wir somit Recht geben, wenn er sagt, daß er das Atriumhaus als eine sehr günstige Lösung beim Einfamilienhaus in Stadt- und Lärmnähe halte. Sie sollen wissen, daß im Wohngebiet 1,3 Seeberg am Asternweg Leute wohnen, die Ihre preisgekrönte Leistung bewußt und dankbar genießen, in Ehren und in Ordnung halten. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg, manche erste Preise, vor allem jedoch Gesundheit. Damit grüßen wir Sie freundlichst und mit vorzüglicher Hochachtung. Josef Müller. Maria Müller."
Der Brief ist im Buch "Kirsten & Nather - Wohn- und Fabrikationsgebäude zweier West-Berliner Architekten" abgedruckt. Neben einem Ausflug in die damalige Stilkunde des Briefeschreibens sind die 272 Seiten eine Zeitreise in die Berliner Architekturgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem ist es eine Würdigung des Architekturbüros von Klaus Kirsten (1929–1999) und Heinz Nather (geboren 1927). Deren Entwürfe mit dem unkonventionellen, offenen Blick, abseits der damals vorherrschenden gradlinigen Strenge hinterließen zwar zufriedene Bewohner und eindrückliche Industriearchitektur. Doch unter den bedeutenden Architekten der Berliner Nachkriegsmoderne werden Kirsten und Nather zu den formalen Außenseitern gezählt. Dabei sind ihre Einfamilienhäuser der 1950er- und 1960er-Jahre baukünstlerisch hervorragend und haben einen für hiesige Verhältnisse ungewohnt freien, fast südländischen Charakter. Dazu passt, dass sie sich Inspiration aus der italienischen, französischen und amerikanischen Nachkriegsarchitektur suchten, ohne die Strenge der klassischen Moderne zu verleugnen. Die Herausgeber und Autoren präsentieren in den Kapiteln "Die Wohnbauten" und "Die Fabrikationsgebäude" das Schaffen der beiden Architekten und ordnen es in den jeweiligen zeitgeschichtlichen, städtebaulichen und architektonischen Kontext ein. Das umfangreiche Archivmaterial von Heinz Nather und dessen Zitate zusammen mit den vielen Plänen und dem anschaulichen Bildmaterial machen Leben und Arbeit von Kirsten & Nather greifbar und sehr präsent. Den beiden kreativen Freigeistern schien dabei ihre Unabhängigkeit wichtig zu sein. "Sie gehörten keiner Architekturschule an, agierten immer zurückhaltend und abseits der Berliner Bauhierarchien, weshalb wohl auch nur wenige ihrer Bauten publiziert wurden", so die Autoren Alexander Hoff und Thomas Steigenberger. "Trotz ihrer zweifelsohne architekturhistorischen Bedeutung für das West-Berliner Baugeschehen der Nachkriegszeit hat ihr Werk bislang keine angemessene Würdigung und birgt deshalb noch manche Überraschung." Das im Hatje Cantz Verlag erschiene Buch ist daher wie eine nachträgliche Anerkennung dieses Nonkonformismus der ideenreichen und produktiven Alleingänger.

"So nicht-Einstellung" verpflichtet

ExRotaprint hat den Julius Berger-Preis für Stadtentwicklung 2016 gewonnen. In der Dankesrede zur Preisverleihung am 3. Juni im Palais am Funkturm, Berlin erklärten Daniela Brahm und Les Schliesser: "Betongold kann man auch im Wedding schürfen. Umso wichtiger ist es für die Gesellschaft, dass Politik aktiv für eine andere, offene Stadtentwicklung einsteht und Projekte fördert, die sich mit diversen und auch randständigen Gruppen auseinandersetzt, damit auch beim großen Preisausschreiben der künftigen Berliner Stadtentwicklung alle Gewinner sein werden."
Sie verwiesen auf das mit den Stiftungen trias und Edith Maryon abgeschlossene Erbbaurecht als wichtigen Baustein des ExRotaprint-Konzeptes. Und betonten, dass das Erbbaurecht ein Instrument sei, das auch die Stadt stärker nutzen könne, um Projekte langfristig abzusichern. Da ist es wieder. Der lange Atem. Die klare Unbeirrbarkeit. Die "So nicht"-Einstellung. Am Ende der Führung durch das Areal bin ich mir sicher, dass wir noch viel von den Initiatoren und Betreibern des ExRotaprint hören werden. Direkt oder indirekt. Weil es Nachahmer und Weiterentwickler gibt, die ebenfalls Kiez-Enthusiasten sind. Und ein Berlin mögen, das sich zäh und widerstandsfähig gegen die momentan so geschätzte faltenlose Rekonstruktionsmilde stemmt. Womit wir wieder bei den Macherinnen und Machern des ExRotaprint sind. Die stehen schließlich in der Tradition des Kirsten & Nather'schen Nonkonformen. Das verpflichtet.

"Der Wunsch, den Raum möglichst unbegrenzt ins Freie gehen zu lassen, das ist mir ein echtes Anliegen. Ich möchte nicht eingefangen sein."

Heinz Nather, Architekt

Von Jan Dimog Autor, Blogger und Journalist, veröffentlicht am .