"Ein wichtiges Prinzip war die Schaffung eines flexiblen Rahmens, das es verschiedenen Architekten erlaubt eigene Elemente unabhängig zu entwickeln. Neue Infrastrukturen und öffentliche Einrichtungen hatten Priorität, um den Hafen als einen attraktiven Ort der Arbeit, des Wohnens und der Freizeit zu etablieren. Dazu wurde die von Bäumen gesäumte Promenade am Ufer geschaffen und Kanäle ausgehoben, an denen neue Wohnhäuser gebaut wurden."

Foster + Partners über ihren Masterplan zum Innenhafen Duisburg

Wir haben drei Häfen erkundet, die so verschieden sind wie ihre Städte. Alle drei stehen für eine grundsätzliche Neuorientierung und für eine Neubewertung des Rheins. Der große Fluss eint und trennt, versorgt und umschmeichelt, beherrscht und lenkt das Leben in den drei #urbanana-Städten Köln, Düsseldorf und Duisburg. Aber Fluss ist nicht gleich Fluss. Industrien ändern sich, Globalisierungsströme wechseln ihre Läufe und Häfen werden in ihrer Bedeutung als "nachrangig" eingestuft, so geschehen beim Rheinauhafen in Köln, dem Wirtschaftshafen von Düsseldorf und dem Duisburger Innenhafen. Wie aus ausrangierten, unrentablen Ankerplätzen hochmoderne Wohn-Büro-Gastro-Ports werden können, beweisen die gelungenen Umwandlungen. Allen Unterschieden zum Trotz haben die drei Neu-Häfen eine Gemeinsamkeit: sie sind groß und zentral gelegen.
Der größte Hype wurde um den Medienhafen von Düsseldorf veranstaltet, was vor allem an Frank O. Gehry und seinem Neuen Zollhof lag. Der 1999 fertiggestellte Wackel- und Wellen-Komplex machte das etwa 10 Hektar große Areal schlagartig berühmt. Das lag auch an der Produktivität des kanadisch-amerikanischen Architekten. Um die Jahrtausendwende kam man an seinen Bauten nicht vorbei: "Tanzendes Haus" in Prag (1996 mit Vlado Milunić), Guggenheim-Museum in Bilbao (1997), DZ Bank in Berlin (2001), Walt Disney Concert Hall in Los Angeles (2003). Der auffällige und ungewöhnliche Neue Zollhof passt zur Düsseldorfer Herangehensweise. Anders als in Köln oder Duisburg betrieb die Landeshauptstadt von NRW keine Flächensanierung, sondern behandelte jedes Grundstück individuell und für künftige Nutzer angepasst. Statt einem städtebaulich-architektonischem Gesamtkonzept trugen renommierte Architekturbüros zum Gesamtbild des Medienhafens bei, darunter David Chipperfield, Joe Coenen, Steven Holl und Claude Vasconi.
Für den Rheinauhafen entwickelte die Betreibergesellschaft Häfen- und Güterverkehr Köln AG zusammen mit der Stadt Köln das 21 Hektar große Areal und gab dem einst modernen Industriehafen ein stimmiges, in Teilen sehr cleanes Aussehen und Gefüge. Was Gehry für Düsseldorf, war Foster für Duisburg. Der 1991 aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangene Masterplan von Foster + Partners sah eine Kombination aus Arbeit und Wohnen, Kultur und Freizeit vor. Anschließend wurden auf dem 90 Hektar großen Areal im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Emscher Park mehrere Bauvorhaben realisiert: das „Hafenforum“ von Foster, das Museum Küppersmühle und der Land Art-Künstler Dani Karavan schuf mit dem Garten der Erinnerung eine Landschaftsarchitektur, dessen Gebäudereste und Betonmauern mit den Betonarmen des Jüdischen Gemeindezentrums korrespondiert.
Als Besucher spürt man die 100jährige Geschichte des Hafen- und Handelsplatzes. Hier war das Zentrum des deutschen Getreidehandels. Bis vor 50 Jahren wurde an dieser Stelle Getreide gemahlen: der Duisburger Innenhafen hieß daher "Brotkorb des Reviers". Dann verlor er an Bedeutung. Ein großflächiger Abriss drohte. Heute ist von Getreide und Hafenarbeit nichts zu sehen und aus den Speichern sind Museen, Büros und Restaurants geworden. Die aufgeräumte, strukturierte Weite des neuen Innenhafens will nicht so recht passen zum Bild einer Krisenstadt mit 13 Prozent Arbeitslosigkeit und Problemvierteln. Stattdessen strahlen die hoch aufragenden Mühlen- und Speichergebäude selbstbewusst und klinkerrot. Wenn man um sie herumgeht, sind die Ein- und Umbauten zunächst kaum zu erkennen, wie z. B. bei der von Herzog & de Meuron umgestalteten und 1999 fertiggestellten Küppersmühle MKM Museum Duisburg. Zurückhaltung ist bei den Sanierungen der alten Häuser das größte Pluspunkt und auch so von LEG, THS, Kaiser Bautechnik und Foster + Partners, den Gewinnern des internationalen Masterplan-Wettbewerbs gewollt wie die Erweiterung mit moderner, multifunktionaler Architektur. Das wichtigste Ergebnis ist, dass die Menschen den neuen Wohn-Büro-Kultur-Hafen annehmen. Sie kommen mit ihren Kindern zum Spielplatz in der Nähe des Kultur- und Stadthistorischen Museums, halten mit ihren Liebsten Händchen, wenn sie durch den Altstadtpark flanieren und nutzen die verschiedenen Gastronomieangebote. Einige der Restaurants in der Werhahnmühle punkten mit dem historischen Ambiente, das nicht wegsaniert wurde. Überhaupt lohnt der Blick hinter die Kulissen. Einige der Neubauten, von denen der aus Duisburg stammende Architekt Jürgen Bahl verantwortlich ist, wie z. B. die Bürobauten Looper, Hitachi und Five Boats, zeigen sich in ihrer Glas-Stahl-Fassade allzu sauber, abweisend und modular. Umkreist man sie, überraschen sie mit Ein- und Ausblicken und ihrem Bezug zum Wasser. So zeigt sich das einem Katamaran nachempfundene H2-Office an der Schifferstraße von Bothe Richter Teherani futuristisch-offen. Wer eh hier ist, sollte in Richtung Autobahnbrücke der A59 gehen. Von hier hat man das gesamte Hafengelände im Blick. Hier fügen sich die alt-neuen Backsteinburgen und die glänzend-gläsernen Linear-Kästen zu einem harmonisch-ruhigen Gesamtbild.
Verglichen mit den Ausblicken vom Rheinau- und den Medienhafen auf die nahen Innenstädte von Köln und Düsseldorf macht der Innenhafen einen eher hermetischen Eindruck. Umso überraschender ist der Moment, wenn man von der nahen Innenstadt kommt und die luftige Klarheit des Innenhafens sieht, dessen Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Weitere Bauprojekte wie der spektakuläre The Curve sind geplant, die stärkere Anbindung an das Zentrum ist ebenfalls anvisiert. Keine schlechten Perspektiven für eine Stadt, die vom Strukturwandel hart getroffen wurde. Und die mit dem Innenhafen beweist, dass sie sich erfolgreich umorientieren kann.

Innenhafen Duisburg

Innenhafen Duisburg.  war über 100 Jahre Hafen- und Handelsplatz. Ab den 1990ern setzte die Stadt auf Umnutzung und Sanierung des Areals mit der zentralen Lage, dem guten Bestand an Mühlen- und Speichergebäude und einer Fläche von fast 90 Hektar. Das Resultat: ein erfolgreicher Strukturwandel mit einem heute schicken Stadtquartier mit Kulturangeboten, Dienstleistungen und gehobenem Wohnen.
Innenhafen Duisburg war über 100 Jahre Hafen- und Handelsplatz. Ab den 1990ern setzte die Stadt auf Umnutzung und Sanierung des Areals mit der zentralen Lage, dem guten Bestand an Mühlen- und Speichergebäude und einer Fläche von fast 90 Hektar. Das Resultat: ein erfolgreicher Strukturwandel mit einem heute schicken Stadtquartier mit Kulturangeboten, Dienstleistungen und gehobenem Wohnen. © Jan Dimog
Innenhafen Duisburg.  Der Innenhafen liegt an der historischen Stadtmauer und ist nur wenige Minuten von der City entfernt. Grundlage für die Verwandlung des Areals ab 1991 war der vom britischen Architekten Norman Foster und seinem Team entwickelte Masterplan, eingebettet in das Konzept der Internationalen Bauausstellung IBA Emscherpark.
Eine Stärke des neuen Innenhafens ist die sensible Umwandlung und Sanierung der Mühlen- und Speichergebäude Küppersmühle, Hafenforum und Faktorei 21. Hinzu kommen auffällige Solitäre und Ensembles wie die Five Boats, H²-Office, Looper, Hitachi Power Office. Die Mischung von Arbeiten, Wohnen, Freizeit und Kultur war im Konzept ebenso wichtig wie der Bezug zum Wasser, der auch mit der Gestaltung von Kanälen und Grachten betont wurde. Der Hafen rückte auf diese Weise an die Stadt, wobei eine stärkere Anbindung an die City weiterhin Thema ist.
Innenhafen Duisburg Der Innenhafen liegt an der historischen Stadtmauer und ist nur wenige Minuten von der City entfernt. Grundlage für die Verwandlung des Areals ab 1991 war der vom britischen Architekten Norman Foster und seinem Team entwickelte Masterplan, eingebettet in das Konzept der Internationalen Bauausstellung IBA Emscherpark. Eine Stärke des neuen Innenhafens ist die sensible Umwandlung und Sanierung der Mühlen- und Speichergebäude Küppersmühle, Hafenforum und Faktorei 21. Hinzu kommen auffällige Solitäre und Ensembles wie die Five Boats, H²-Office, Looper, Hitachi Power Office. Die Mischung von Arbeiten, Wohnen, Freizeit und Kultur war im Konzept ebenso wichtig wie der Bezug zum Wasser, der auch mit der Gestaltung von Kanälen und Grachten betont wurde. Der Hafen rückte auf diese Weise an die Stadt, wobei eine stärkere Anbindung an die City weiterhin Thema ist. © Jan Dimog
A59.  Eine der besten Aussichten auf den Innenhafen hat man, wenn man der Schifferstraße bzw. dem Philosophenweg bis an deren Ende an der Autobahnbrücke der A59 folgt.
A59 Eine der besten Aussichten auf den Innenhafen hat man, wenn man der Schifferstraße bzw. dem Philosophenweg bis an deren Ende an der Autobahnbrücke der A59 folgt. © Jan Dimog
Hafenforum.  von Norman Foster, Fertigstellung 1996. Ehemaliges Speichergebäude, heute ein Bürogebäude mit Gastronomiebetrieb und Informations- und Kommunikationszentrum.
Hafenforum von Norman Foster, Fertigstellung 1996. Ehemaliges Speichergebäude, heute ein Bürogebäude mit Gastronomiebetrieb und Informations- und Kommunikationszentrum. © Jan Dimog
Innenhafen Duisburg.  Marina mit dem hoch aufragenden Landesarchiv NRW von Ortner & Ortner Baukunst aus Düsseldorf.
Innenhafen Duisburg Marina mit dem hoch aufragenden Landesarchiv NRW von Ortner & Ortner Baukunst aus Düsseldorf. © Hendrik Bohle
Innenhafen Duisburg.  Links das Kultur- und Stadthistorische Museum, rechts das Landesarchiv.
Innenhafen Duisburg Links das Kultur- und Stadthistorische Museum, rechts das Landesarchiv. © Hendrik Bohle
Schwanentorbrücke.  von Hans-Siegfried Persch, Fertigstellung 1950 und eine von drei Hubbrücken in Duisburg.
Schwanentorbrücke von Hans-Siegfried Persch, Fertigstellung 1950 und eine von drei Hubbrücken in Duisburg. © Hendrik Bohle

Landesarchiv NRW Ortner und Ortner Baukunst

Landesarchiv NRW.  von Ortner und Ortner Baukunst aus Düsseldorf und mit Büros in Berlin, Köln und Wien.
Landesarchiv NRW von Ortner und Ortner Baukunst aus Düsseldorf und mit Büros in Berlin, Köln und Wien. © Hendrik Bohle
Landesarchiv NRW.  sichert Rechts- und Kulturgüter von hohem Wert und ist das Gedächtnis des Landes Nordrhein-Westfalen.
Landesarchiv NRW sichert Rechts- und Kulturgüter von hohem Wert und ist das Gedächtnis des Landes Nordrhein-Westfalen. © Jan Dimog
Landesarchiv NRW.  Ortner & Ortner Baukunst haben Deutschlands größtes Archivgebäude entworfen ...
Landesarchiv NRW Ortner & Ortner Baukunst haben Deutschlands größtes Archivgebäude entworfen ... © Jan Dimog
Landesarchiv NRW.  und zeigt sich als weithin sichtbare Landmarke.
Landesarchiv NRW und zeigt sich als weithin sichtbare Landmarke. © Jan Dimog
Landesarchiv NRW.  Das denkmalgeschützte Speichergebäude der Rheinisch-Westfälischen Speditions-Gesellschaft aus den 1930er-Jahren wurde durch einen 76 Meter hohen Archivturm erweitert.
Landesarchiv NRW Das denkmalgeschützte Speichergebäude der Rheinisch-Westfälischen Speditions-Gesellschaft aus den 1930er-Jahren wurde durch einen 76 Meter hohen Archivturm erweitert. © Jan Dimog
Landesarchiv NRW.  Die Formensprache des Turms orientiert sich am alten Speicherbau mit seinen vor- und zurückspringenden Giebeln.
Landesarchiv NRW Die Formensprache des Turms orientiert sich am alten Speicherbau mit seinen vor- und zurückspringenden Giebeln. © Hendrik Bohle
Landesarchiv NRW.  An den 48 Meter langen ehemaligen Getreidespeicher schließt sich ein wellenförmiger, 160 Meter langer Neubau an ...
Landesarchiv NRW An den 48 Meter langen ehemaligen Getreidespeicher schließt sich ein wellenförmiger, 160 Meter langer Neubau an ... © Jan Dimog
Landesarchiv NRW.  ... der mit seiner dunkelroten Verputzung die Backsteinfassade des Speichers aufgreift. Farbigkeit und Textur des neuen Mauerwerks der Oberfläche der originalen, nicht verfärbten Ziegel.
Landesarchiv NRW ... der mit seiner dunkelroten Verputzung die Backsteinfassade des Speichers aufgreift. Farbigkeit und Textur des neuen Mauerwerks der Oberfläche der originalen, nicht verfärbten Ziegel. © Hendrik Bohle
Landesarchiv NRW.  Die Fassade zeichnet sich so durch den Kontrast zwischen den neuen und den alten Steinen aus. Der Komplex wurde 2013 fertiggestellt und sorgte mit 196 Millionen Euro Baukosten für einen Skandal, den ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss untersuchte. Ursprünglich waren 35 Millionen Euro für das Landesarchiv geplant.
Landesarchiv NRW Die Fassade zeichnet sich so durch den Kontrast zwischen den neuen und den alten Steinen aus. Der Komplex wurde 2013 fertiggestellt und sorgte mit 196 Millionen Euro Baukosten für einen Skandal, den ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss untersuchte. Ursprünglich waren 35 Millionen Euro für das Landesarchiv geplant. © Jan Dimog

MKM Museum Küppersmühle

MKM Museum Küppersmühle.  Entwurf Küppersmühle Gebrüder Kiefer und Joseph Weiß, Fertigstellung 1916. Umbau durch Herzog & de Meuron, Fertigstellung 1999. 1860 gründete der Unternehmer Wilhelm Vedder auf dem Areal des heutigen Museums Küppersmühle einen Mühlenbetrieb. Auf diese Weise förderte er die Entwicklung des Duisburger Innenhafens zum „Brotkorb des Ruhrgebiets“. 1969 fusionierte man mit den Homberger Küpperswerken, die der Mühle und dem Museum ihren Namen gaben. Das Backsteingebäude wurde wie die benachbarten Mühlen- und Speicherbauten saniert und 1999 als Museum Küppersmühle eröffnet. Es beherbergt auf 5.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche die Sammlung des Duisburgers Hans Grote.
MKM Museum Küppersmühle Entwurf Küppersmühle Gebrüder Kiefer und Joseph Weiß, Fertigstellung 1916. Umbau durch Herzog & de Meuron, Fertigstellung 1999. 1860 gründete der Unternehmer Wilhelm Vedder auf dem Areal des heutigen Museums Küppersmühle einen Mühlenbetrieb. Auf diese Weise förderte er die Entwicklung des Duisburger Innenhafens zum „Brotkorb des Ruhrgebiets“. 1969 fusionierte man mit den Homberger Küpperswerken, die der Mühle und dem Museum ihren Namen gaben. Das Backsteingebäude wurde wie die benachbarten Mühlen- und Speicherbauten saniert und 1999 als Museum Küppersmühle eröffnet. Es beherbergt auf 5.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche die Sammlung des Duisburgers Hans Grote. © Jan Dimog
MKM Museum Küppersmühle.  Das renommierte Architekturbüro Herzog & de Meuron aus Basel, Schweiz, hat den Umbauplan entworfen, der sich durch einen maßvollen Umgang mit der Bausubstanz auszeichnet. An die Südfassade des Backsteinspeichers fügten sie ein neues Treppenhaus aus rotem Sichtbeton. Die Dachneigung führt einen Teil des Hauptgebäudes visuell fort. Ein vertikaler Fensterschlitz durchzieht die schlichte Form. Die Oberflächen sind innen und außen ziegelrot eingefärbt. Nur wenige Decken wurden herausgenommen, um den raumgreifenden Bildern neuer deutscher Maler wie Immendorff oder Penck die entsprechende Höhe zu ermöglichen. So entstand ein dreigeschossiges Ausstellungsgebäude. Zum Teil wurden Fenster vermauert, während an anderer Stelle lange vertikale Fensterbänder in die Ziegelfassade eingeschnitten wurden. Die Innenräume sind schlicht und ganz auf die Kunst ausgelegt mit wenig Ablenkung.
MKM Museum Küppersmühle Das renommierte Architekturbüro Herzog & de Meuron aus Basel, Schweiz, hat den Umbauplan entworfen, der sich durch einen maßvollen Umgang mit der Bausubstanz auszeichnet. An die Südfassade des Backsteinspeichers fügten sie ein neues Treppenhaus aus rotem Sichtbeton. Die Dachneigung führt einen Teil des Hauptgebäudes visuell fort. Ein vertikaler Fensterschlitz durchzieht die schlichte Form. Die Oberflächen sind innen und außen ziegelrot eingefärbt. Nur wenige Decken wurden herausgenommen, um den raumgreifenden Bildern neuer deutscher Maler wie Immendorff oder Penck die entsprechende Höhe zu ermöglichen. So entstand ein dreigeschossiges Ausstellungsgebäude. Zum Teil wurden Fenster vermauert, während an anderer Stelle lange vertikale Fensterbänder in die Ziegelfassade eingeschnitten wurden. Die Innenräume sind schlicht und ganz auf die Kunst ausgelegt mit wenig Ablenkung. © Jan Dimog
MKM Museum Küppersmühle.  Die einläufig gewendelte Betontreppe ist mit der Brüstung in einem Guss ausgeführt. Die Führungslinie verläuft um ein ovales Treppenauge in sanften Schleifen.
MKM Museum Küppersmühle Die einläufig gewendelte Betontreppe ist mit der Brüstung in einem Guss ausgeführt. Die Führungslinie verläuft um ein ovales Treppenauge in sanften Schleifen. © Jan Dimog
MKM Museum Küppersmühle.  Die einzelnen Ausstellungsebenen sollen durch einen schreitenden Bewegungsablauf verbunden werden. Deshalb ist das Steigungsverhältnis flach ausgebildet, um einen von den Architekten erwünschten "Ort der Ruhe und konzentrierten Wahrnehmung" zu erreichen.
MKM Museum Küppersmühle Die einzelnen Ausstellungsebenen sollen durch einen schreitenden Bewegungsablauf verbunden werden. Deshalb ist das Steigungsverhältnis flach ausgebildet, um einen von den Architekten erwünschten "Ort der Ruhe und konzentrierten Wahrnehmung" zu erreichen. © Jan Dimog
MKM Museum Küppersmühle.  Der Stufenbelag ist aus Terrazzo.
MKM Museum Küppersmühle Der Stufenbelag ist aus Terrazzo. © Jan Dimog
Werhahn Mühle.  Die 1896 von der jüdischen Familie Cohen errichtete Mühle wurde in den 1920er-Jahren durch ein Feuer zerstört.
Werhahn Mühle Die 1896 von der jüdischen Familie Cohen errichtete Mühle wurde in den 1920er-Jahren durch ein Feuer zerstört. © Jan Dimog
Werhahn Mühle.  Nach ihrem Wiederaufbau übernahmen die Rheinischen Mühlenwerke in den 1930er-Jahren die Mühle. Im größeren der beiden Gebäude sind Büros des Business-Kontors IN'N Hafen.
Werhahn Mühle Nach ihrem Wiederaufbau übernahmen die Rheinischen Mühlenwerke in den 1930er-Jahren die Mühle. Im größeren der beiden Gebäude sind Büros des Business-Kontors IN'N Hafen. © Jan Dimog

Garten der Erinnerung, Jüdisches Gemeindezentrum und zahlreiche Neubauten

Garten der Erinnerung und das Jüdische Zentrum.  Vom Land Art-Künstler Dani Karavan angelegter Park, in dem der Architekt Zvi Hecker das Gemeindezentrum und die Synagoge der Jüdischen Gemeinde aufbaute. Zusammen mit Danielzik + Leuchter Landschaftsarchitekten bdla (Vegetationsplanung), Lichtwerke Int. Stefan Hofmann, Belzner Holmes Architektur Licht Bühne / Uwe Belzner schuf Karavan eine Landschaftsarchitektur mit Grün- und Wasserflächen und den künstlichen Ruinen einer abgerissenen Lagerhalle.
Garten der Erinnerung und das Jüdische Zentrum Vom Land Art-Künstler Dani Karavan angelegter Park, in dem der Architekt Zvi Hecker das Gemeindezentrum und die Synagoge der Jüdischen Gemeinde aufbaute. Zusammen mit Danielzik + Leuchter Landschaftsarchitekten bdla (Vegetationsplanung), Lichtwerke Int. Stefan Hofmann, Belzner Holmes Architektur Licht Bühne / Uwe Belzner schuf Karavan eine Landschaftsarchitektur mit Grün- und Wasserflächen und den künstlichen Ruinen einer abgerissenen Lagerhalle. © Hendrik Bohle
Jüdisches Gemeindezentrum Duisburg.  Von Zvi Hecker, Fertigstellung 1999. Die fünf Achsen verweisen auf Orte jüdischer Geschichte in Duisburg. Die in den Altstadtpark hineingreifenden Betonarme schaffen einen Bezug zu Karavans Garten der Erinnerung und zum Industriehafen.
Jüdisches Gemeindezentrum Duisburg Von Zvi Hecker, Fertigstellung 1999. Die fünf Achsen verweisen auf Orte jüdischer Geschichte in Duisburg. Die in den Altstadtpark hineingreifenden Betonarme schaffen einen Bezug zu Karavans Garten der Erinnerung und zum Industriehafen. © Jan Dimog
Garten der Erinnerung.  Weiße Betonwellen fassen die Rasenwellen vor dem Hafenbecken.
Garten der Erinnerung Weiße Betonwellen fassen die Rasenwellen vor dem Hafenbecken. © Jan Dimog
Wasserbezug.  Im Rahmen des Masterplans von Foster + Partners wurden Kanäle, Grachten und der Philosophenweg geschaffen.
Wasserbezug Im Rahmen des Masterplans von Foster + Partners wurden Kanäle, Grachten und der Philosophenweg geschaffen. © Jan Dimog
Schifferstraße200 @theWater.  von Kölbl Kruse. Büro- und Geschäftshaus.
Schifferstraße200 @theWater von Kölbl Kruse. Büro- und Geschäftshaus. © Hendrik Bohle
Pier Eins.  von Reichel + Stauth, Fertigstellung 2007, Servicegebäude mit Parkhaus
Pier Eins von Reichel + Stauth, Fertigstellung 2007, Servicegebäude mit Parkhaus © Hendrik Bohle
Landesleitstelle der Polizei von NRW.  von Bahl & Partner, Fertigstellung 2002
Landesleitstelle der Polizei von NRW von Bahl & Partner, Fertigstellung 2002 © Hendrik Bohle
Mitsubishi Hitachi Power Office.  Entwurf Bahl & Partner Architekten BDA aus Hagen mit Kölbl Kruse, Fertigstellung 2007
Mitsubishi Hitachi Power Office Entwurf Bahl & Partner Architekten BDA aus Hagen mit Kölbl Kruse, Fertigstellung 2007 © Hendrik Bohle
Looper.  Bahl & Partner Architekten BDA, Hagen, Fertigstellung 2009
Looper Bahl & Partner Architekten BDA, Hagen, Fertigstellung 2009 © Jan Dimog
H²-Office.  Bothe Richter Teherani, Fertigstellung 2010
H²-Office Bothe Richter Teherani, Fertigstellung 2010 © Jan Dimog
Five Boats.  Entwurf Nicholas Grimshaw, Detailplanung Bahl und Partner, Projektleitung Kölbl Kruse GmbH, Fertigstellung 2004
Five Boats Entwurf Nicholas Grimshaw, Detailplanung Bahl und Partner, Projektleitung Kölbl Kruse GmbH, Fertigstellung 2004 © Jan Dimog
Five Boats.  Im Vordergrund: ein Teil der Marina.
Five Boats Im Vordergrund: ein Teil der Marina. © Hendrik Bohle
Innenhafen Duisburg.  Das ehemalige Zentrum des deutschen Getreidehandels mit den alten Mühlenwerken und den frischen Glanz-Glas-Bauten ist ein Neo-Hafen und ein Stück Gegen-Duisburg. Anders als die vielen schlechten Nachrichten über die Krisenstadt mit der hohen Verschuldung und Arbeitslosigkeit punktet der neue Innenhafen mit kulturellen und architektonischen Attraktionen.
Innenhafen Duisburg Das ehemalige Zentrum des deutschen Getreidehandels mit den alten Mühlenwerken und den frischen Glanz-Glas-Bauten ist ein Neo-Hafen und ein Stück Gegen-Duisburg. Anders als die vielen schlechten Nachrichten über die Krisenstadt mit der hohen Verschuldung und Arbeitslosigkeit punktet der neue Innenhafen mit kulturellen und architektonischen Attraktionen. © Jan Dimog
Innenhafen Duisburg.  Nicht so berühmt wie der Medienhafen von Düsseldorf oder die Hamburger HafenCity, dafür umso geschlossener und weitläufiger im Aussehen und seiner Struktur. Er ist der Beweis, dass ein ursprünglich schmuddeliger und vergessener Ort zu einem Areal für das andere, fortschrittliche Design-Duisburg sein kann.
Innenhafen Duisburg Nicht so berühmt wie der Medienhafen von Düsseldorf oder die Hamburger HafenCity, dafür umso geschlossener und weitläufiger im Aussehen und seiner Struktur. Er ist der Beweis, dass ein ursprünglich schmuddeliger und vergessener Ort zu einem Areal für das andere, fortschrittliche Design-Duisburg sein kann. © Jan Dimog

ferrotel

ferrotel.  Auf Einladung des zur Sorat-Gruppe gehörenden Dreisternehotels haben wir hier während unserer Duisburg-Recherchen übernachtet. Das nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof und dem Innenhafen entfernte Haus wurde von 2000–2009 von Planquadrat Architekten umgebaut.
ferrotel Auf Einladung des zur Sorat-Gruppe gehörenden Dreisternehotels haben wir hier während unserer Duisburg-Recherchen übernachtet. Das nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof und dem Innenhafen entfernte Haus wurde von 2000–2009 von Planquadrat Architekten umgebaut. © Hendrik Bohle
ferrotel.  Sachlich, strukturiert und klar in der Inneneinrichtung.
ferrotel Sachlich, strukturiert und klar in der Inneneinrichtung. © Jan Dimog
ferrotel.  Wichtiger Bestandteil ist das Industriedesign mit Gegenständen aus dem ehemaligen Hochofenwerk Hüttenbetrieb Meiderich-Nord.
ferrotel Wichtiger Bestandteil ist das Industriedesign mit Gegenständen aus dem ehemaligen Hochofenwerk Hüttenbetrieb Meiderich-Nord. © Hendrik Bohle

"Unsere Arbeit in Duisburg zeigt, dass der Trend hin zu sauberen, leisen Industrien das Potenzial hat heruntergekommene urbane Flächen wiederzubeleben und nachhaltige Gebiete für die Zukunft zu schaffen, die Wohnen, Arbeit und Freizeit zusammenbringt. Das Konzept der Trennung und Zonen des 20. Jahrhunderts wird vom 21. Jahrhundert der Mischnutzung abgelöst. Mit Cafés und Restaurants, einem Kunstmuseum, neuen Wohnungen, Büros, umgenutzten Altbauten und einem neuen Park wird der Innenhafen zu einem lebendigen, eigenständigen Gewerbe- und Wohnzentrum."

Foster + Partners über den Masterplan Innenhafen Duisburg (1991–2003)

Von Jan Dimog Autor, Redakteur und (Foto)Journalist, veröffentlicht am .