F60. 1989 – 1991: Bau der F60 durch TAKRAF Lauchhammer (heute TAKRAF GmbH). Abraumförderbrücken sind technische Konstruktionen im Braunkohletagebau. Sie dienen dazu, gewonnenes Fördergut auf dem kürzesten Weg über den offenen Tagebau zu befördern und zu verstürzen.
F60 1989 – 1991: Bau der F60 durch TAKRAF Lauchhammer (heute TAKRAF GmbH). Abraumförderbrücken sind technische Konstruktionen im Braunkohletagebau. Sie dienen dazu, gewonnenes Fördergut auf dem kürzesten Weg über den offenen Tagebau zu befördern und zu verstürzen. © Jan Dimog
F60. Gewicht 11.000 t Stahl
F60 Gewicht 11.000 t Stahl © Hendrik Bohle
F60. Diese Brücke ist die letzte von fünf gebauten Seriengeräten.
F60 Diese Brücke ist die letzte von fünf gebauten Seriengeräten. © Jan Dimog
F60. Aufstieg auf 74 m Höhe
F60 Aufstieg auf 74 m Höhe © Jan Dimog
F60. Eine Brücke in die Zukunft der Region
F60 Eine Brücke in die Zukunft der Region © Jan Dimog
F60. 29.000 m3 Abraum konnten maximal in einer Stunde bewegt werden
F60 29.000 m3 Abraum konnten maximal in einer Stunde bewegt werden © Jan Dimog
F60. Der steile und luftige Weg hinauf
F60 Der steile und luftige Weg hinauf © Jan Dimog
F60. Das Hauptförderband
F60 Das Hauptförderband © Jan Dimog
F60. 2002: Eröffnung des Besucherbergwerk
F60 2002: Eröffnung des Besucherbergwerk © Hendrik Bohle
F60. 1998: Erwerb der Förderbrücke durch die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf bei Finsterwalde
F60 1998: Erwerb der Förderbrücke durch die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf bei Finsterwalde © Hendrik Bohle
F60. Länge 502 m
F60 Länge 502 m © Hendrik Bohle
F60. Mit der Flutung entstand der Bergheider See ab 2001
F60 Mit der Flutung entstand der Bergheider See ab 2001 © Hendrik Bohle
F60. Am Bergheider See sollen Ferienhäuser, Campingplätze und Badestrände entstehen.
F60 Am Bergheider See sollen Ferienhäuser, Campingplätze und Badestrände entstehen. © Hendrik Bohle
F60. Besucher bekommen gelbe oder blaue Helme, der Tourguide ist orange behelmt.
F60 Besucher bekommen gelbe oder blaue Helme, der Tourguide ist orange behelmt. © Jan Dimog
F60. Spitzname der Stahlkonstruktion:
F60 Spitzname der Stahlkonstruktion: "Liegender Eiffelturm der Lausitz". Gesamtlänge: 502 m, Breite 204 m, Höhe knapp 80 m. © Jan Dimog

Der Gigant ist schon von weitem zu sehen, lange vor Ankunft auf dem Parkplatz. Die ausrangierte Abraumförderbrücke F60 in Lichterfelder bei Finsterwalde im südöstlichen Brandenburg ist mit über einem halben Kilometer Länge eins der größten Bergbaugeräte, das je gebaut wurde. Der Besuch des 11.000 Tonnen schweren Kolosses ist ein Stück Industrie- und Braunkohlegeschichte, denn 1991 war Schluss mit der Arbeit. Über zehn Jahre später im Mai 2002 wurde die Abraumförderbrücke als Besucherbergwerk F60 eröffnet. Für die Erkundung des Riesengeräts werden mehrere Führungen angeboten. Neben Kurzführungen zu verschiedenen Themen und der Nachtlichtführung gibt es den großen Rundgang, für den wir uns entscheiden. Die sehr gemischte Gruppe mit Seniorenpaaren, Fotografen in Kriegsberichterstattungsmontur, diversen Mutti-Vati-Kind- oder Vati-Teeni-Konstellationen bekommt erst die Einweisung, dann die blauen oder gelben Helme, gefolgt von heruntergeratterten Informationen. Schließlich wackelt die behelmte Truppe zur F60. Der ureigene Brandenburgcharme des Tourführers (mit orangenem Helm) entfaltet sich je höher wir kommen. Die Gruppe reagiert wahlweise mit Schmunzeleinheiten, Gelächter oder nimmt es stumpf hin – der is' halt so. Auf dem Weg zur Aussichtsplattform auf fast 80 m Höhe ist jedoch niemand teilnahmslos. Dazu sind die Ausblicke zu dramatisch, die Dimensionen zu beeindruckend. Die F60 schafft es, einem zugleich das Gefühl der stählern-robusten Transformer-Sicherheit und des Ausgeliefertseins zu geben. Es knirscht, es ächzt, es klappert. Das Metall arbeitet. Die Winde stoßen gegen das Ungetüm. Aber Gerd und zahlreiche Besucher können sich nicht irren. Im September 2000 besucht Bundeskanzler Gerhard Schröder die F60, anderthalb Jahre vor der Eröffnung. Seitdem sind viele F60-Interessierte und -Enthusiasten gekommen. Im Mai 2009 waren es insgesamt über eine halbe Million. Sie alle können von der F60 den Terraforming-Wandel einer gesamten Region beobachten. Zum Beispiel die Entstehung des Bergheider See nach seiner Flutung ab September 2001, der eine Größe von 340 Hektar erreichen soll. Am Ende der Tour und nach Abgabe der Helme wird wohlwollend geklatscht. Brandenburger Charme wirkt.

Energie-Route Lausitz: Zehn traditionsreiche und teils aktive Originalschauplätze der Energiegewinnung erzählen auf der Energie-Route eindrucksvoll die Kulturgeschichte der Lausitzer Bergbau- und Energieindustrie der letzten 150 Jahre.

Die Seevision: Im September 2001 begann die Flutung des künftigen Bergheider Sees. Insgesamt soll der See eine Größe von etwa 340 Hektar erreichen. Als Flutungsziel wurde von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Ende 2015 angegeben. Das Ostufer des Sees ist der touristischen Nutzung vorbehalten; das Westufer soll der Natur gehören. Am Rand des Sees sind Ferienhäuser und ein Campingplatz geplant, daneben werden Badestrände entstehen.

Von Jan Dimog Autor, Blogger und Journalist, veröffentlicht am .