Hotel Gams. Die Geschichte des Haupthauses reicht bis 1648 zurück. Um-, An- und Ausbau erfolgte 2005 und 2009 durch das Schweizer Architekturbüro at7
Hotel Gams Die Geschichte des Haupthauses reicht bis 1648 zurück. Um-, An- und Ausbau erfolgte 2005 und 2009 durch das Schweizer Architekturbüro at7 © Hendrik Bohle

Die Buchung

Das Hotel ist altehrwürdig und hochmodern zugleich. Denn die Geschichte reicht zurück bis 1648. Das Haupthaus war der Ausgangspunkt für das neue Konzept, dass die „Zeit zu zweit“ in den Vordergrund stellt. Ellen Nenning und Andreas Mennel hatten die Idee dazu Anfang der 2000er und setzten diese 2005 und 2009 auch gestalterisch um: zielstrebig, hartnäckig und methodisch. Um das alte Haus entstand eine Hotelanlage mit 58 Zimmern und Suiten in der Viersterne-Superiorklasse. Da ist es nur logisch, dass die Buchung ebenso geradlinig vonstatten geht, übersichtlich mit verschiedenen Paketen für verschieden große Portemonnaies.

Das Check-in

Ein aktueller Trend bei Businesshotels ist das schlüssellose Einchecken. Möglichst vorher schon per App, möglichst ohne Kontakt zu Personal, möglichst schnell ins Zimmer. Für Geschäftliches mag das vielleicht gut sein. Für ein Genießerhotel wäre das sehr unpassend. Hier werden wir mit einem Prickelgetränk und Erfrischungshandtüchern begrüßt. Bitte setzen, bitte genießen. So wird der Besucher definitiv entschleunigt.

Das Zimmer

Dass die Zeit zu zweit und das Thema Romantik nicht plüschig umgesetzt werden muss, zeigt sich in unserem Zimmer im Rundbau, dem sogenannten Blütenschloss, der einen baulichen Gegensatz zum linearen „Kokon“. Im Zentrum unseres 45 m² großen Zimmers ist das Himmelbett. Drumherum: viele Stoffe und Kissen, maurisch-islamische Möbelformen, Schleiflack und perlmuttfarbene Ästhetik. Ein Höhepunkt ist der Whirlpool mit Blick auf die Hotelanlage und die weite Bezau-Landschaft. Ein zweiter Clou: der Balkon, der mit den Holzelementen wie eine natürliche Vergrößerung des Zimmers wirkt.

Das Haus

… ist ein Themenpark für die Umwandlung von Zweisamkeit, Intimität und Wellness in Architektur und Innendesign. Zur Orientierung hilft das modernisierte Haupthaus als Hauptpunkt mit der Lobby, der „Pur Pur“-Bar und -Lounge, von der es in einem langen Gang zum Rundbau geht. Auf der anderen Seite geht es von der Eingangshalle links in den Anbau „Kokon“. Beide Anbauten umfassen den 2000 m²-großen „Da Vinci Spa“ mit Sauna, Außenpool, Cool Pool, Dampf- und Soledampfbad, Feuer- und Ruheraum sowie zwölf Behandlungsräumen für Massagen und Anwendungen. Vom Haupthaus geht es auch ins Restaurant Goldstück mit der Schauküche, die im ehemaligen Ballsaal aus dem 19. Jahrhundert untergebracht ist. Der Alt-Neu-Kontrast ist ein passender Rahmen für die mehrfach ausgezeichnete Gourmetküche. Bitte genug Zeit für den Genuss der Mehrgängemenüs mitbringen.
Ellen Nenning und ihr Partner Andreas Mennel haben das Gasthof Gams Mitte der 1990er-Jahre übernommen und „nicht in den kühnsten Träumen geahnt, dass einmal etwas wie das Gams, Genießer- & Kuschelhotel“ entstehen würde“, so die beiden Betreiber. Uns erklärt Mitbetreiberin Ellen Nenning aus Bezau im Gespräch, dass es gedauert habe, bis sich ihr „Zeit zu zweit“-Konzept durchsetzte. „Aber der Erfolg hat uns recht gegeben!“ Das zweisame Kurzurlaubskonzept zielt auf eine klare Klientel ab, die mit dem Gams ein Refugium haben, wo sie den Alltagsverpflichtungen entfliehen können, vor allem auch für Eltern, die mal "kinderfrei" haben wollen.
Mit dem Schweizer Architekturbüro at7 von Stefan File fanden sie den passenden Architekten, der die baulich-gestalterische Umsetzung der Idee sicherstellte. „Die Architektur hat unser Konzept realisiert“, fügt Nenning hinzu. Das Gams feiert 2018 sein 370-jähriges Bestehen. Anlass genug, so die Hotelchefin, für eine Weiterentwicklung. Wohin wollte sie uns nicht verraten. Wir sind uns sicher, dass er zu den beiden und zum altehrwürdig-modernen Haus passen wird.

Hotel Gams. 4-Sterne Superior mit dem mehrfach ausgezeichneten Restaurant "Goldstück", das nach Kritikermeinung zu den besten des ganzen Landes gehört.
Hotel Gams 4-Sterne Superior mit dem mehrfach ausgezeichneten Restaurant "Goldstück", das nach Kritikermeinung zu den besten des ganzen Landes gehört. © Jan Dimog
Hotel Gams. Der lineare Gegenentwurf zum Rundturm
Hotel Gams Der lineare Gegenentwurf zum Rundturm © Hendrik Bohle
Hotel Gams. Auf 2.000 Quadratmetern erstreckt sich das „Da
Vinci Spa“ mit ...
Hotel Gams Auf 2.000 Quadratmetern erstreckt sich das „Da Vinci Spa“ mit ... © Hendrik Bohle
Hotel Gams. ... Erdsauna, Dampfbad, Whirlpool,
Kneippbecken, Nacktschwimmbecken und Ruhezonen.
Hotel Gams ... Erdsauna, Dampfbad, Whirlpool, Kneippbecken, Nacktschwimmbecken und Ruhezonen. © Hendrik Bohle
Hotel Gams. Die Spa-Bereiche sind teils unterirdisch, teils überirdisch miteinander verwoben.
Hotel Gams Die Spa-Bereiche sind teils unterirdisch, teils überirdisch miteinander verwoben. © Hendrik Bohle
Hotel Gams. Im Hintergrund der Kirchturm der Pfarrkirche Hl. Jodok. Eingeweiht im 15. Jahrhundert, 1771 vergrößert. 1907 bis 1908 wurde die Kirche nach den Plänen des Architekten Albert Rimli unter dem Baumeister Seraphim Pümpel neu errichtet.
Hotel Gams Im Hintergrund der Kirchturm der Pfarrkirche Hl. Jodok. Eingeweiht im 15. Jahrhundert, 1771 vergrößert. 1907 bis 1908 wurde die Kirche nach den Plänen des Architekten Albert Rimli unter dem Baumeister Seraphim Pümpel neu errichtet. © Hendrik Bohle
Hotel Gams. In der Lobby
Hotel Gams In der Lobby © Jan Dimog
Hotel Gams. Der Wein-Glas-Turm erstreckt sich über zwei Stockwerke und ragt tief in die Lobby hinein.
Hotel Gams Der Wein-Glas-Turm erstreckt sich über zwei Stockwerke und ragt tief in die Lobby hinein. © Jan Dimog
Hotel Gams. In der Pur Pur-Bar
Hotel Gams In der Pur Pur-Bar © Hendrik Bohle
Hotel Gams. Orientalisch-marokkanisches im alemanisch geprägten Bregenzerwald
Hotel Gams Orientalisch-marokkanisches im alemanisch geprägten Bregenzerwald © Hendrik Bohle
Hotel Gams. Von der Pur Pur-Bar und der Lounge geht es in den Rundturm
Hotel Gams Von der Pur Pur-Bar und der Lounge geht es in den Rundturm © Hendrik Bohle
Hotel Gams. "Drome-Dari" aus doppelt geflochtenem und verzinktem Hasengitter aus der Kunstschmiede Figer
Hotel Gams "Drome-Dari" aus doppelt geflochtenem und verzinktem Hasengitter aus der Kunstschmiede Figer © Hendrik Bohle
Hotel Gams. Der zwei Stockwerke hohe "Feuerraum"
Hotel Gams Der zwei Stockwerke hohe "Feuerraum" © Jan Dimog
Hotel Gams. Im Rundturm
Hotel Gams Im Rundturm © Jan Dimog
Hotel Gams. Wir bitten um eure Widmung: Liebesgrüße der Gäste an den Wänden des Rundbaus.
Hotel Gams Wir bitten um eure Widmung: Liebesgrüße der Gäste an den Wänden des Rundbaus. © Jan Dimog
Hotel Gams. Jan Dimog im Gespräch mit Hotelechefin Ellen Nenning.
Hotel Gams Jan Dimog im Gespräch mit Hotelechefin Ellen Nenning. © Hendrik Bohle
Hotel Gams. Hendrik Bohle im Gespräch mit Hotelchefin Ellen Nenning.
Hotel Gams Hendrik Bohle im Gespräch mit Hotelchefin Ellen Nenning. © Jan Dimog

Bezau

Bezau ist wie ein Konzentrat des Bregenzerwaldes, vor allem was die Handwerkskunst und die Gebäudehaut angeht. Egal ob Fassadenschindel, Rundschindel oder Zierschindel – Holz spielt hier für den Hausbau eine zentrale Rolle. Ein weiterer Tipp: die Fahrt mit der Seilbahn Bezau hoch auf die Bergstation Baumgarten. In unserem Fall, ein Bergerlebnis im Nebel.

Bezau.
Bezau © Jan Dimog
Bezau.
Bezau © Jan Dimog
Bezau.
Bezau © Jan Dimog
Bezau.
Bezau © Jan Dimog
Bezau.
Bezau © Jan Dimog
Bezau.
Bezau © Hendrik Bohle
Bezau.
Bezau © Jan Dimog
Bezau.
Bezau © Jan Dimog
Bezau.
Bezau © Hendrik Bohle
Bergstation Baumgarten.
Bergstation Baumgarten © Jan Dimog
Bergstation Baumgarten.
Bergstation Baumgarten © Jan Dimog

Unsere redaktionell unabhängige Hotel-Recherche verdanken wir der Einladung des Genießerhotel Gams in Bezau. Wir danken für die Gastfreundschaft, dem Team und Ellen Nenning für die Einblicke.

Von Jan Dimog Autor, Redakteur und (Foto)Journalist, veröffentlicht am .