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#schoenstestheaterderwelt

Schauspielhaus Bochum auf Twitter

Die konkave Hauptfassade, die Glasfront über dem Eingang, der Hans-Schalla-Platz vor dem Gebäude: das alles war als architektonische Geste gen Stadt und Menschen gedacht, als Offenheit und Einladung. Regierungsbaumeister Gerhard Graubner (1899–1970) entwarf auf einem spitzwinkligen, dreieckigen Grundstück den Neubau auf den Fundamenten und Gebäuderesten des Vorgängerbaus, dem vom Architekten Paul Engler geplanten Stadttheater (Fertigstellung 1908), das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Der Paul Bonatz-Mitarbeiter und Gaukulturrat (NSDAP-Mitgliedsnummer 7.243.289) Graubner wandelte sich nach dem Ende des Naziregimes zum Verfechter eines Theaters in "demokratischer Form" und verantwortete den Neu- und Wiederaufbau von elf Bühnenhäusern. Den Zuschauerraum des Schauspielhaus Bochum plante er nach dem Vorbild eines antiken griechischen Theaters mit halbrunden und stark ansteigenden Zuschauerreihen. Den Innenraum gestaltete er licht und feingliedrig mit geschwungenen Linien und Sitzen und Wand- und Deckenleuchten in floralen Formen. Nur wenige Jahre nach der Eröffnung des neuen Gebäudes brachten Intendanten und Ensembles das Schauspielhaus dahin, wo es auch heute noch steht – zu einem großen und renommierten Theater in Deutschland, für das sie den passenden Hashtag gefunden haben: #schoenstestheaterderwelt

Schauspielhaus Bochum. Das alte Stadttheater wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Teile des Bühnenhauses und die Fundamente blieben erhalten und wurden in den Neubau von Architekt Graubner integriert.
Schauspielhaus Bochum Das alte Stadttheater wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Teile des Bühnenhauses und die Fundamente blieben erhalten und wurden in den Neubau von Architekt Graubner integriert. © Jan Dimog
Schauspielhaus Bochum. Für das Schauspielhaus platzierte der Regierungsbaumeister und Professor an der Technischen Hochschule Hannover den Schutzvorhang (als Brandschutz), der sogenannte eiserne Vorhang, im Bereich der Vorbühne, wodurch dieser Teil bespielbar wurde und die Distanz zum Publikum deutlich verkleinert wurde, eine Neuerung, die von anderen Theatern aufgegriffen wurde.
Schauspielhaus Bochum Für das Schauspielhaus platzierte der Regierungsbaumeister und Professor an der Technischen Hochschule Hannover den Schutzvorhang (als Brandschutz), der sogenannte eiserne Vorhang, im Bereich der Vorbühne, wodurch dieser Teil bespielbar wurde und die Distanz zum Publikum deutlich verkleinert wurde, eine Neuerung, die von anderen Theatern aufgegriffen wurde. © Jan Dimog
Schauspielhaus Bochum. Die Innenausstattung von der Beleuchtung ...
Schauspielhaus Bochum Die Innenausstattung von der Beleuchtung ... © Jan Dimog
Schauspielhaus Bochum. ... über die Wandbekleidung bis hin zur Möblierung ist pure, wunderbar erhaltene Mid Century-Eleganz.
Schauspielhaus Bochum ... über die Wandbekleidung bis hin zur Möblierung ist pure, wunderbar erhaltene Mid Century-Eleganz. © Jan Dimog
Schauspielhaus Bochum. Verweile, Welt. In Bochum.
Schauspielhaus Bochum Verweile, Welt. In Bochum. © Jan Dimog

Beauty and Playfulness

Architect and professor Gerhard Graubner integrated parts of the old Stadttheater, that was almost completely destroyed in World War II. with an interior design, that is pure mid-century elegance.

The concave main façade, the glass front over the entrance, the Hans Schalla Platz in front of the building: everything about this theatre was conceived as an architectural gesture of openness and invitation toward the city and people. The government architect Gerhard Graubner (1899–1970) designed the new building on an angular, three-sided plot atop the foundations and remnants of the previous building: the Stadttheater, planned by the architect Paul Engler (completed in 1908), which was destroyed in World War II. After the end of the Nazi regime, Graubner—who worked with Paul Bonatz and was part of the Council for Building Culture (Nazi party number 7,243,289)—turned to creating theatres in a “democratic form,” and was responsible for the new building and rebuilding of eleven theatres. He planned the audience chamber of the Schauspielhaus according to the example of an Ancient Greek theatre, with half-round and steeply ascending rows of seats. He designed the interior to be light and slender, with curved lines and seats, and floral-shaped lights on the walls and ceiling. Only a few years after the opening of the new building, its directors and ensembles have brought the theatre to what it is today – a great and renowned German theatre, for which they have found this appropriate hashtag: #schoenstestheaterderwelt, or #mostbeautifultheatreintheworld.

Von Jan Dimog Publizist und Gründer, veröffentlicht am .