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Der Leitspruch des Lehmbruck Museums "Kunst ist für alle da" spiegelt sich in der Architektur wieder bei der die Verbindung von Außen und Innen essentiell ist. Über 40 Großskulpturen u. a. von Tony Cragg, Henry Moore oder Meret Oppenheim im sieben Hektar großen Immanuel-Kant-Park umfassen den Museumskomplex, der aus drei Bauten besteht. Ausgewählte Werke des Bildhauers und Grafikers Wilhelm Lehmbruck (1881–1919) bilden die Grundlage, die in Dialog mit dem Kubismus, der Abstraktion, dem Expressionismus und dem Minimalismus gestellt werden. Als der Architekt Manfred Lehmbruck (1913–1992), der Sohn des in Duisburg geborenen Wilhelm Lehmbruck, den Auftrag für den Neubau erhielt, reizte ihn die Einbettung des Museums in den Park, um "einen Ort der Ruhe und der Besinnung in enger Verbindung von Natur und Kunst sicher zu stellen."
1964 werden die Große Glashalle und der Lehmbruck-Trakt fertiggestellt: rechts von der Kassenhalle ein vitrinenartiger Glaskubus in Stahlskelettbauweise mit ineinander fließenden Bereichen, links ein nach innen gerichteter Stahlbetonbau, der sich mit mehreren Galerieebenen und langen Treppenläufen in die Erde gräbt und an wenigen, dafür effektvoll eingesetzten Öffnungen Licht hineinlässt. Der Entwurf für die Erweiterung von 1987 stammt ebenfalls von Manfred Lehmbruck, der drei verschieden große und fensterlose Kuben miteinander verbindet. Der Skulpturenhof im Außenbereich wiederum bildet die Klammer für die drei Bauten und öffnet sich zugleich zum Kant-Park. Die Geometrie der Architektur, die Großskulpturen im Hof und im Park, die Formen der Natur: all das fügt sich zum Ausspruch, der auch Anspruch ist, nämlich dass Kunst für alle ist.

Lehmbruck Museum. Ein Skulpturenpark und eine Baukunst, die stellvertretend für die Entwicklung der Museumsarchitektur in Duisburg steht.
Lehmbruck Museum Ein Skulpturenpark und eine Baukunst, die stellvertretend für die Entwicklung der Museumsarchitektur in Duisburg steht. © Jan Dimog
Lehmbruck Museum. Die Große Glashalle und den Lehmbruck-Trakt entwarf Manfred Lehmbruck (1964), der Sohn von Wilhelm Lehmbruck, Bildhauer, Grafiker und Namensgeber des Museums.
Lehmbruck Museum Die Große Glashalle und den Lehmbruck-Trakt entwarf Manfred Lehmbruck (1964), der Sohn von Wilhelm Lehmbruck, Bildhauer, Grafiker und Namensgeber des Museums. © Jan Dimog
Lehmbruck Museum. Die Betonfassade des Kubus an der Düsseldorfer Straße abseits des Immanuel-Kant-Parks.
Lehmbruck Museum Die Betonfassade des Kubus an der Düsseldorfer Straße abseits des Immanuel-Kant-Parks. © Jan Dimog
Lehmbruck Museum. Für die Erweiterung 1987, ebenfalls von Manfred Lehmbruck, löst er sich von der strengen Anordnung seiner rechtwinklig zueinander stehenden Kuben von 1964.
Lehmbruck Museum Für die Erweiterung 1987, ebenfalls von Manfred Lehmbruck, löst er sich von der strengen Anordnung seiner rechtwinklig zueinander stehenden Kuben von 1964. © Jan Dimog
Lehmbruck Museum. Der Lehmbruck-Trakt ist ein nach innen gerichteter Stahlbetonbau mit mehreren Galerieebenen.
Lehmbruck Museum Der Lehmbruck-Trakt ist ein nach innen gerichteter Stahlbetonbau mit mehreren Galerieebenen. © Jan Dimog

Evolving ensemble

Together with the Immanuel Kant Park, the Lehmbruck Museum creates an ensemble that links strict geometry with large-scale sculptures in the public space, showing that art should be there for all, forevermore.

The motto of this museum – "Art is there for everyone" – is mirrored in the architecture, in which the connection between exterior and interior is essential. Over 40 large-scale sculptures by (among others) Tony Cragg, Henry Moore, or Meret Oppenheim surround the museum complex, which comprised of three buildings in the seven-hectare Immanuel Kant Park. Selected works of the sculptor and graphic designer Wilhelm Lehmbruck (1881–1919) create the foundation that is placed in dialogue with (among others) cubism, expressionism, and minimalism. When the architect Manfred Lehmbruck (1913–1992), son of Duisburg native Wilhelm Lehmbruck, received the contract for the new construction, he was intrigued by the idea of embedding the museum in the park, to “ensure a place of peace and reflection in close contact with nature and art.” In 1964, the large glass hall and the Lehmbruck section were completed. To the right of the cashiers’ lobby, it takes the form of a glass cube like a display case, built with a steel skeleton; to the left, a reinforced concrete building focused on the interior that is dug into the earth, with multiple gallery levels and long staircases, which allows light through very few, and therefore very effective, recessed openings. The design for the extension in 1987 also originates with Manfred Lehmbruck; it connects three windowless cubes of varying sizes with one another. The sculpture garden in the exterior courtyard creates the nexus for the three buildings, and at the same time, it opens up onto the park. The geometry of the architecture, the large-scale sculptures in the courtyard and the park, the natural forms – they all reinforce that saying, which has become an essential requirement: Art is there for everyone.

Von Jan Dimog Publizist und Gründer, veröffentlicht am .