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Das Theater Duisburg ist ein Mehrspartenhaus, das am Opernplatz wie ein Tempel wirkt. Es beherbergt die Duisburger Philharmoniker, das Ballett am Rhein und die Deutsche Oper am Rhein, einem 1956 gegründeten Theaterverbund von Duisburg und Düsseldorf. Während von außen mit den sechs ionischen Säulen, dem Dreiecksgiebel und einem Zitat von Friedrich Schiller aus der "Huldigung der Künste" Antikes und (Neo)Klassizistisches wiedergegeben wird und auch so bei der Eröffnung 1912 vom Architekten Martin Dülfer (1859–1942) konzipiert war, ist die Innengestaltung eine Zeitreise in die 1950er-Jahre. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg stand der Wiederaufbau ganz im Zeichen der damaligen Formen- und Farbensprache. Der Stadtbaudirektor Siegfried von Tiling (1896–1953) ließ die Fassaden unverändert, in den Innenräumen jedoch setzte er auf Messing, Rundungen und ausladende Tulpenlampen. Die Theatergemeinschaft mit Düsseldorf besteht weiterhin, zusammen verfügen beide Häuser über das größte Ensemble einer Oper in Deutschland sowie zwei Sinfonieorchester.

Duisburg Deutsche Oper am Rhein © Jan Dimog. Strahlend weiß: das zentral gelegene Theater Duisburg am Opernplatz.
Duisburg Deutsche Oper am Rhein © Jan Dimog Strahlend weiß: das zentral gelegene Theater Duisburg am Opernplatz.
Deutsche Oper am Rhein. Die Tempelarchitektur außen verband Stadtbaudirektor Siegfried von Tiling mit ...
Deutsche Oper am Rhein Die Tempelarchitektur außen verband Stadtbaudirektor Siegfried von Tiling mit ... © Jan Dimog
Deutsche Oper am Rhein. ... der Innengestaltung im Mid Century-Stil.
Deutsche Oper am Rhein ... der Innengestaltung im Mid Century-Stil. © Hendrik Bohle
Deutsche Oper am Rhein. Der Ursprungsbau geht auf die Pläne von Martin Dülfer zurück. Von Tiling verantwortete u. a. zusammen mit Friedrich Leykauf und Hermann Adolphi den Wiederaufbau.
Deutsche Oper am Rhein Der Ursprungsbau geht auf die Pläne von Martin Dülfer zurück. Von Tiling verantwortete u. a. zusammen mit Friedrich Leykauf und Hermann Adolphi den Wiederaufbau. © Hendrik Bohle
Deutsche Oper am Rhein. Der Düsseldorfer Architekt Emil Fahrenkamp war künstlerischer Berater.
Deutsche Oper am Rhein Der Düsseldorfer Architekt Emil Fahrenkamp war künstlerischer Berater. © Hendrik Bohle

Homage and Heights

The gleaming white Duisburg Theatre combines an ancient temple architecture on the outside with mid-century style in its interior design.

The Theater Duisburg is a multi-part building that acts as a temple on the Opernplatz. It houses the Duisburg Philharmonic, the Ballet am Rhein, and the Deutsche Oper am Rhein, a theatre association between Duisburg and Düsseldorf founded in 1956. While from outside, with its six ionic columns, the triangular gable, and a quote from Friedrich Schiller's "Huldigung der Künste" ("Homage to Art"), it reads as ancient and neoclassical (and indeed, it was conceived as such by the architect Martin Dülfer [1859–1942] at its opening in 1912), the interior design is a journey back to the 1950s. After damages in World War II, the reconstruction reflects the spirit of the contemporary formal and colour language. The director of city planning Siegfried von Tiling (1896–1953) kept the façades unchanged, but in the interior spaces he relied on brass, rounded forms, and protruding tulip bulbs. The theatre community with Düsseldorf continued, and together both buildings serve the largest opera ensemble in Germany, as well as two symphony orchestras.

Von Jan Dimog Publizist und Gründer, veröffentlicht am .