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"Es lebe die europäische Situation, es lebe das Theater in Gelsenkirchen!"

Yves Klein, Künstler, in einem Brief an Werner Ruhnau, Architekt des MIR

Trotz seiner wuchtigen Größe wirkt das Musiktheater im Revier, kurz MiR, wie ein Schaufenster, das sich transparent zur Stadt orientiert. Das entsprach der Vorstellung von Werner Ruhnau (1922–2015), der zusammen mit anderen Architekten (Ortwin Rave, Max von Hausen) ein Gebäude aus Stahl, Beton und Glas komponierte, das "viel leichter und immaterieller als alle Architektur zuvor" sein sollte. Sie banden von Anfang an verschiedene Künstler an der Gestaltung des Neubaus ein, um so Kunst, Musik und Architektur zu vereinen. Die Entscheidung der damals Verantwortlichen für ein Theater avantgardistischen Zuschnitts (Großes Haus mit etwas über 1.000 Plätzen, Kleines Haus mit 336 Plätzen) wurde damals weltweit beachtet. Die vom Internationalen Stil des 20. Jahrhunderts inspirierte Glasfront lässt auch heute noch das Gebäude über dem Kennedyplatz schweben – leicht, durchlässig und sehr modern. Wer im Foyer die unterschiedlichen Ebenen, Blickachsen und die Kunst auf sich wirken lässt, versteht, warum das MiR als "schönstes Opernhaus im Revier" bezeichnet wird.

Musiktheater im Revier. ist eines der herausragenden Theaterbauten der Nachkriegsmoderne und ...
Musiktheater im Revier ist eines der herausragenden Theaterbauten der Nachkriegsmoderne und ... © Jan Dimog
Musiktheater im Revier. ... war von dem Architekten und Stadtplaner Werner Ruhnau mit Ortwin Rave und Max von Hausen als ...
Musiktheater im Revier ... war von dem Architekten und Stadtplaner Werner Ruhnau mit Ortwin Rave und Max von Hausen als ... © Jan Dimog
Musiktheater im Revier. ... Gesamtkunstwerk des "Internationalen Stils" konzipiert, das auch durch das Bauhaus inspiriert war.
Musiktheater im Revier ... Gesamtkunstwerk des "Internationalen Stils" konzipiert, das auch durch das Bauhaus inspiriert war. © Jan Dimog
Musiktheater im Revier. Mit Ruhnau und anderen Künstlern, darunter u. a. Jean Tinguely, Paul Dierkes, Norbert Kricke) entwickelte Yves Klein ...
Musiktheater im Revier Mit Ruhnau und anderen Künstlern, darunter u. a. Jean Tinguely, Paul Dierkes, Norbert Kricke) entwickelte Yves Klein ... © Jan Dimog
Musiktheater im Revier. ... die Gestaltung des Theaters, darunter seine wandhohen blauen Reliefs, hier beim Glaszylinder.
Musiktheater im Revier ... die Gestaltung des Theaters, darunter seine wandhohen blauen Reliefs, hier beim Glaszylinder. © Jan Dimog

Clarity and the Cube

Welcome to the most beautiful opera house in the Ruhr Area

In spite of its massive size, the Musiktheater im Revier (MiR for short) acts as a display window that is oriented transparently toward the city. That was what corresponded to the design by Werner Ruhnau (1922–2015), who, together with other architects (Ortwin Rave, Max von Hausen) composed a building from steel, concrete, and glass that was meant to be "much lighter and more immaterial than any architecture before." From the beginning, they brought together different artists to work on the design of the new building, in order to unite art, music, and architecture. The decision of those responsible at the time to build a theatre of avant-garde pieces (the larger house with just over 1,000 seats, the smaller with 336) was subject to worldwide attention. The glass front inspired by the twentieth-century international style still allows the building to float over the Kennedyplatz today – light, transparent, and very modern. Whoever allows the different levels, sight lines, and art to work their magic in the foyer will understand why the MiR is considered the "most beautiful opera house in the Revier."

Von Jan Dimog Publizist und Gründer, veröffentlicht am .