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Im MüGa-Park am Kreuzungspunkt des Ruhrtal-Radwegs und der ehemaligen Rheinischen Bahntrasse treffen Mittelalter, Industrialisierung und Siebzigerjahre-Utopie spannungsvoll aufeinander. Dabei bilden Schloss Broich, das stillgelegte Reichsbahnausbesserungswerk Speldorf und die brutalistische Heinrich-Thöne-Volkshochschule ein sonderbar erfrischendes Ensemble und formen zugleich einen gesellschaftlichen Treffpunkt im Jetzt. Das kulturelle Herz schlägt im Ringlokschuppen Ruhr. Das Industriedenkmal wurde 1904 als Teil der Bahnbetriebsstelle errichtet. Dort wo einst die Gruben- und Dampflokomotiven des gesamten Ruhrgebiets gewartet wurden, werden seit 1992 erfolgreich Kulturen zusammengeführt. Dabei wirkt die halbkreisförmige Anordnung des Lokschuppens beinahe wie passgenau gestaltet für das aufgefächerte Programm der ehrgeizigen Institution. Früher fanden hier 24 Lokomotiven Platz. Heute verbindet das vorgelagerte Foyer drei Bühnen verschiedener Größe miteinander. Der schlichte Raum dient dabei ganz dem Austausch der Kulturen.

Ringlokschuppen Ruhr. Die Bahnbetriebsstelle Speldorf bestand aus etwa fünf Gebäuden. Die Drehscheibe wurde bereits 1943 zerstört und war seitdem nicht mehr als solche in Betrieb.
Ringlokschuppen Ruhr Die Bahnbetriebsstelle Speldorf bestand aus etwa fünf Gebäuden. Die Drehscheibe wurde bereits 1943 zerstört und war seitdem nicht mehr als solche in Betrieb. © Hendrik Bohle
Ringlokschuppen Ruhr. Das Gebäude wurde 1992 im Rahmen der Landesgartenschau NRW (MüGa) zur Kultur- und Begegnungsstätte umgebaut.
Ringlokschuppen Ruhr Das Gebäude wurde 1992 im Rahmen der Landesgartenschau NRW (MüGa) zur Kultur- und Begegnungsstätte umgebaut. © Hendrik Bohle
Ringlokschuppen Ruhr. Im Zuge dessen wurde die Stahlkonstruktion erneuert und das Stahlfachwerk sowie Fenster und Tore rekonstruiert.
Ringlokschuppen Ruhr Im Zuge dessen wurde die Stahlkonstruktion erneuert und das Stahlfachwerk sowie Fenster und Tore rekonstruiert. © Hendrik Bohle
Schloss Broich. Die frühmittelalterlichen Teile der Burganlage zählen zu den ältesten erhaltenen der späten Karolingerzeit nördlich der Alpen.
Schloss Broich Die frühmittelalterlichen Teile der Burganlage zählen zu den ältesten erhaltenen der späten Karolingerzeit nördlich der Alpen. © Hendrik Bohle
Volkshochschule. Die VHS im Stil des Brutalismus entstand nach einem Entwurf des Architekten Dietmar Teich und wurde 1979 eröffnet.
Volkshochschule Die VHS im Stil des Brutalismus entstand nach einem Entwurf des Architekten Dietmar Teich und wurde 1979 eröffnet. © Hendrik Bohle

Semicircular Culture Forum

On the grounds of the former German National Railway repair centre in Speldorf, a place has arisen that brings together many people and cultures. From here, the Ringlokschuppen Ruhr (the Ruhr Roundhouse) wants to change the world.

In MüGa Park, at the crossing of the Ruhr Area bicycle path and the former railway route of the Rhine, the Middle Ages, industrialisation, and a 1970s-era utopia encounter one another in intriguing fashion. Here, the Schloss Broich, the decommissioned repair centre for the German National Railway in Speldorf, and a Brutalist adult education centre create an oddly refreshing ensemble and, at the same time, create a social meeting point in the present day. The cultural heart beats in the Ruhr Roundhouse. The industrial monument was erected in 1904 as part of the railway operations centre. There, where the mining- and steam-engines for the whole Ruhr area were once maintained, cultures have been successfully merging since 1992. The semicircular arrangement of the engine shed seems practically perfectly designed for the split program of the ambitious institution. Before, there was space for 24 locomotives here. Today, the foyer in front connects three stages of varying sizes with one other. The simple space is thus entirely conducive to the exchange of cultures.

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .