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Die Symmetrie der Gebäude und die aufgeräumte Klarheit des Areals fallen als erstes auf. Letzteres liegt auch an dem 2010 entstandenen Park, ersteres an Georg Schmidtmann und Julius Kemp, die eine Produktionsstätte für die Flottmann-Werke in einer vom Jugendstil beeinflussten Reformarchitektur entwarfen. Die auch als Heimatarchitektur bekannte Richtung verband schlichte, teils strenge Formen mit regionalen Traditionen. Herne war lange Zeit als "Stadt der Bohrhämmer" bekannt. Der Unternehmer Heinrich Flottmann (1875–1944) hatte Anfang des 20. Jahrhunderts einen Bohrhammer gebaut, der den Bergbau im Ruhrgebiet grundlegend veränderte. 1983 wurde das Werk stillgelegt, die unter Denkmalschutz gestellte Schmiede, Schlosserei und Versandhalle zum Kultur- und Veranstaltungszentrum umfunktioniert und im Oktober 1986 eröffnet. Die klar strukturierte, backsteinerne Industriearchitektur ist nach wie vor sehr präsent, vor allem auch in der 600 Quadratmeter großen Ausstellungshalle, wo Wechselausstellungen mit experimenteller Kunst, die auch die Weite und Helligkeit des Raums inszenieren. Wichtiger Teil ist auch die Dauerausstellung in der Eingangshalle, die nicht nur die Bedeutung der Bohrhämmer für das Ruhrgebiet zeigt, sondern auch die Nazi-Vergangenheit von Heinrich Flottmann thematisiert, dem die Ehrenbürgerschaft der Stadt Herne 2013 aberkannt wurde. Heute steht der Name Flottmann für ein überregional bedeutendes Kunst- und Kulturhaus, das es so inzwischen erfolgreich seit über 30 Jahren gibt.

Flottmann Hallen. Die ehemaligen Produktionshallen wurden vom Unternehmer Heinrich Flottmann in Auftrag gegeben.
Flottmann Hallen Die ehemaligen Produktionshallen wurden vom Unternehmer Heinrich Flottmann in Auftrag gegeben. © Jan Dimog
Flottmann Hallen. Entwurf: Georg Schmidtmann und Julius Kemp. Fertigstellung: 1908
Flottmann Hallen Entwurf: Georg Schmidtmann und Julius Kemp. Fertigstellung: 1908 © Jan Dimog
Flottmann Hallen. Nachdem das Werk stillgelegt worden war, wurde es 1986 als Kultur- und Veranstaltungszentrum wiedereröffnet.
Flottmann Hallen Nachdem das Werk stillgelegt worden war, wurde es 1986 als Kultur- und Veranstaltungszentrum wiedereröffnet. © Jan Dimog
Flottmann Hallen. Teil des Konzepts ist die Ausstellungshalle, in der Wechselausstellungen mit experimenteller Kunst gezeigt wird.
Flottmann Hallen Teil des Konzepts ist die Ausstellungshalle, in der Wechselausstellungen mit experimenteller Kunst gezeigt wird. © Jan Dimog
Flottmann Hallen. Als Begegnungs- und Kunstort ist das ehemalige Werk inzwischen seit über 30 Jahren erfolgreich.
Flottmann Hallen Als Begegnungs- und Kunstort ist das ehemalige Werk inzwischen seit über 30 Jahren erfolgreich. © Jan Dimog

Symmetry and contrast

The brick architecture bears witness to the industrial history of Flottmann-Hallen, which at the same time is also an important site for art and culture.

The symmetry of the building and the tidy clarity of the area are what strike the visitor first. The latter is in part due to the park, developed in 2010, while the former is thanks to Georg Schmidtmann and Julius Kemp, who designed a production facility for the Flottmann factory in a reform architecture style influenced by art nouveau. The movement, also known as Heimatarchitektur (homeland architecture) connected simple, severe forms with regional traditions. Herne was long known as the “City of Hammer Drills.” At the beginning of the twentieth century, the industrialist Heinrich Flottmann (1875–1944) had built a hammer drill that changed mining in the Ruhr region. In 1983, the factory was shut down, but the forge, the metal shop, and the shipping hall, which were protected as historical monuments, were converted into a cultural and event centre that opened in 1986. The clearly structured, brick, industrial architecture is, as ever, very present, especially in the 600 square metre exhibition hall where experimental art is displayed that makes use of the room’s expanse. Another important part is the permanent exhibition in the entrance hall that shows off the importance of the hammer drill and takes as its theme the Nazi past of Heinrich Flottmann, whose honorary citizenship the city of Herne withdrew in 2013. Today, the museum represents a nationally important place of art and culture that has been successful for more than 30 years now.

Von Jan Dimog Publizist und Gründer, veröffentlicht am .