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"Ich setze Zeichen, an denen der Mensch sich erregen kann.
Über die Erregung denkt er über sich und über seine Umgebung nach."

Otto Herbert Hajek, Bildhauer und Maler

Nach wechselnden Standorten bezog das Museum 1994 die ehemalige Hauptpost am Synagogenplatz. Sie wurde 1896 im Stil des wilhelminischen Historismus mit Elementen der Neo-Gotik und Neo-Renaissance errichtet. Das denkmalgeschützte Gebäude ist derzeit geschlossen und wird voraussichtlich noch bis 2020 saniert. Bis dahin bezog das "Kunstmuseum Temporär" ein leerstehendes Ladenlokal im Hotel Noy an der Schlossstraße. Sie ist die zentrale Fußgängerzone Mülheims und hat seit einigen Jahren zunehmend mit Leerstand zu kämpfen. So ist die Zwischennutzung der Geschäftsräume zugleich auch als ein Signal und Angebot an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu verstehen, ihnen diesen Ort und die Kunst wieder näher zu bringen. In der Zwischenzeit finden verschiedenartige Veranstaltungen statt, die u.a. über Kunst im Mülheimer Stadtraum informieren. So auch über die Relevanz des knallig bunten Reliefs vom international bedeutenden Bildhauer Otto Herbert Hajek vor dem Kunstmuseum. Das 1977 übergebene Werk "Stadtikonographie mit Stadtzeichen, Sitzlandschaft und Brunnenanlage" zählt zu den wesentlichen Beispielen seiner informellen Kunst im öffentlichen Raum und ist eines der wenigen, das noch nicht dem Abrissbagger zu Opfer gefallen ist.

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr. Das Kunstmuseum befindet sich seit 1994 in der ehemaligen Hauptpost.
Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr Das Kunstmuseum befindet sich seit 1994 in der ehemaligen Hauptpost. © Hendrik Bohle
Synagogenplatz. Die Installation "Stadtikonographie mit Stadtzeichen, Sitzlandschaft und Brunnenanlage" ist eines der wenigen erhalten Werke des Künstlers Herbert Hajek.
Synagogenplatz Die Installation "Stadtikonographie mit Stadtzeichen, Sitzlandschaft und Brunnenanlage" ist eines der wenigen erhalten Werke des Künstlers Herbert Hajek. © Hendrik Bohle
Synagogenplatz. Mit seinen raumgreifenden, farbigen "Stadtikonographien" wurde er besonders seit den 1970er-Jahren zu einem bedeutenden Wegbereiter moderner Kunst im öffentlichen Raum.
Synagogenplatz Mit seinen raumgreifenden, farbigen "Stadtikonographien" wurde er besonders seit den 1970er-Jahren zu einem bedeutenden Wegbereiter moderner Kunst im öffentlichen Raum. © Hendrik Bohle
Kunstmuseum temporär. Während der Renovierungsarbeiten bis etwa 2020 findet Kunst im Hotel Noy an der angrenzenden Schlossstraße und in in der gesamten Stadt statt.
Kunstmuseum temporär Während der Renovierungsarbeiten bis etwa 2020 findet Kunst im Hotel Noy an der angrenzenden Schlossstraße und in in der gesamten Stadt statt. © Hendrik Bohle

Informal and temporary

The history of this museum goes back to the year 1909, when the cornerstone was laid with the private collection of the local historian and art collector Robert Rheinen, from Mülheim. For a short while, though, the art is now going to be exhibited to the public only nearby.

After changing locations, the museum acquired the former main post office on Synagogenplatz in 1994. It had been built in 1896 in the Wilhelmine historical style, with neo-gothic and neo-renaissance elements. The building, which is protected under historical monument preservation laws, is currently closed and expected to undergo renovations until 2020. Until then, the „Kunstmuseum Temporär“ (“temporary art museum”) is in an empty commercial property in the Hotel Noy on Schlossstraße. This street is the central pedestrian zone in Mülheim and has increasingly struggled with vacancies for several years. Thus, the short-term use of the commercial spaces is to be understood both as a signal and an invitation to the city residents to unite this space with art. In the meantime, diverse events take place there that, among other things, inform the public about art in the city of Mülheim. So too do they inform the people about the relevance of the gaudily colourful reliefs in front of the art museum, which were created by the internationally renowned sculptor Otto Herbert Hajek. The work “City Iconography with City Signs, Seating Area, and Fountain System,” presented in 1977, is among the most significant examples of his informal art in the public realm and is one of the few examples that has not yet fallen victim to demolition.

"I send signals by which mankind can be inspired. Through inspiration,
one can contemplate oneself and one’s surroundings."

Otto Herbert Hajek, sculptor and painter

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .