La Maison Jules.  "Ein friedlicher Hafen in Tours, der Hauptstadt des Loire-Tals."
La Maison Jules "Ein friedlicher Hafen in Tours, der Hauptstadt des Loire-Tals." © Hendrik Bohle

Die Buchung

Der Name des Hauses ist schörkellos und direkt. „La Maison Jules“ liegt in der Rue Jules Simon. Benannt wurde die Straße nach einem französischen Philosophen und Staatsmann des 19. Jahrhunderts. Gebucht wird über die übersichtlich und geschmackvoll gestaltete Webpage des familiengeführten Boutique-Hotels. Wichtige Kontaktinformationen (Mail, Telefon und Adresse) finden sich gleich auf der ersten Seite. Hinzu kommen bebilderte Kurzinfos zum Haus, den Zimmern, den Tarifen und zu zusätzlichen Serviceangeboten. Kulturinteressierte können sich vorab über das Theater-, Konzert- oder Oper-Programm informieren inklusive Reservierung der Karten. Wer es kulinarisch mag, erhält Hinweise zu ausgezeichneten Restaurants und Winzern der Region. Familien mit Kleinkindern steht auf Wunsch sogar ein Babysitter bereit. Wer möchte dazu schon nein sagen. Die Buchung erfolgt über ein Kontaktformular oder unkompliziert direkt am Telefon.

Das Check-In

Alexandra Boyd-Mercier ist die perfekte Gastgeberin. Der Empfang ist warm und humorvoll, fast schon vertraut, aber keinesfalls aufdringlich. Man fühlt sich wie zu Besuch bei Freunden von Freunden. Gar nicht so abwegig, so erfahren wir, dass Alexandra auch einige Zeit in Berlin verbracht hat.
„Ich lebte in den Neunzigern in Kreuzberg und es war großartig.“
Sie gibt eine kurze Führung durchs Haus, führt uns in den schönen Salon mit Klavier und Kamin und in den benachbarten Essbereich mit großer Tafel für das gemeinsame Frühstück. Über einen fein gearbeiteten Treppenlauf gelangen wir zu den Gästezimmern in den oberen Geschossen.

Die Zimmer

Honoré, Gatien, Grégoire, Léonard und Martin. Die fünf Zimmer des Hauses tragen Namen berühmter Persönlichkeiten, die in der Touraine gelebt haben. Alle Details sind individuell und fein aufeinander abgestimmt, ohne jegliche Hochglanz-Aseptik. Die Türen der Zimmer stehen offen. Luft und Licht strömt allseits ins Haus. Im Léonard geht es romantisch und naturverbunden zu. Edle Hölzer, Weiß- und Grüntöne bestimmen die Atmosphäre. Das Bad wird zum zweiten Zimmer, vor dem Bett knistert ein Kamin. Ein Boudoir, benannt nach Leonardo Da Vinci. Seine letzten Jahre verbrachte der Universalgelehrte im Château du Clos Lucé im nahe gelegenen Amboise. Gregor von Tours war einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber seiner Zeit und Bischof der Stadt an der Loire. Ihm ist das entsprechend elegante Zimmer Grégoire auf der zweiten Etage gewidmet. Elfenbein- und Perltöne kontrastieren mit Gold und Holz. Der hoch gelegene Blick fällt in den Garten und in die benachbarten Höfe.

Chambre Léonard.  Das Zimmer trägt den Namen des Universalgelehrten Leonardo Da Vinci.
Chambre Léonard Das Zimmer trägt den Namen des Universalgelehrten Leonardo Da Vinci. © Hendrik Bohle
Chambre Léonard.  Edle Hölzer, Weiß- und Grüntöne bestimmen die Atmosphäre im Schlafbereich und ...
Chambre Léonard Edle Hölzer, Weiß- und Grüntöne bestimmen die Atmosphäre im Schlafbereich und ... © Hendrik Bohle
Chambre Léonard.  ... im begehbaren Bad.
Chambre Léonard ... im begehbaren Bad. © Hendrik Bohle
Chambre Léonard.  Gastgeberin und Innenarchitekt legten großen Wert auf die Details.
Chambre Léonard Gastgeberin und Innenarchitekt legten großen Wert auf die Details. © Hendrik Bohle
Amboise.  Da Vinci verbrachte seine letzten Jahre im Château du Clos Lucé einige Kilometer flussaufwärts.
Amboise Da Vinci verbrachte seine letzten Jahre im Château du Clos Lucé einige Kilometer flussaufwärts. © Hendrik Bohle
Chambre Grégoire.  Das Zimmer trägt den Namen eines der bedeutendsten französischen Geschichtsschreibers und Bischofs von Tours.
Chambre Grégoire Das Zimmer trägt den Namen eines der bedeutendsten französischen Geschichtsschreibers und Bischofs von Tours. © Hendrik Bohle
Chambre Grégoire.  Elfenbein- und Perltöne bestimmen hier die Atmosphäre.
Chambre Grégoire Elfenbein- und Perltöne bestimmen hier die Atmosphäre. © Hendrik Bohle

Das Haus

Das Anwesen aus dem 19. Jahrhundert steht stellvertretend für Tours Architektur. Tuffstein und Fachwerk bestimmen das Bild des historischen Zentrums. Alexandra Boyd-Mercier verließ nach dem Abitur ihre Heimatstadt an der Loire, um an der Seine zu studieren. Sie verbrachte viel Zeit im Ausland und spezialisierte sich später in Paris auf den Verkauf von Luxushotels. Irgendwann wurde ihr die französische Hauptstadt zu anstrengend, zu turbulent.

„Ich hatte keinen Spaß mehr an der Arbeit. In Paris waren meine beiden Kinder den ganzen Tag eingesperrt.“

Die Familie entschied sich, ins beschauliche Tours zu ziehen. In die Nähe des Bahnhofs, denn Paris sollte weiterhin gut erreichbar sein. Gemeinsam mit ihrem Vater, dem renommierten Innenarchitekten Alain Mercier, erweckte sie die Villa 2012 zu neuem Leben. Die Familie selbst lebt in einem Nebengebäude im Garten. Von der Straße erscheint das Anwesen beinahe bescheiden. Das ändert sich, sobald man das imposante Holztor durchschritten hat: Ein innerstädtisches Idyll mit Kopfsteinpflaster, grünem Hof und Blumenterrasse. Eine Natursteinstiege führt hinauf in den Salon des Hauses. Alles passt. Niemals kommt hier das Gefühl auf, Teil einer Kulisse zu sein. „La Maison Jules“ ist der perfekte Ort für eine entspannte Zeit an der Loire.

La Maison Jules.  Von außen beinahe bescheiden, ...
La Maison Jules Von außen beinahe bescheiden, ... © La Maison Jules
La maison Jules.  ... entfaltet sich die bezaubernde Atmosphäre, sobald man das große Holztor durchschritten hat.
La maison Jules ... entfaltet sich die bezaubernde Atmosphäre, sobald man das große Holztor durchschritten hat. © Hendrik Bohle
La maison Jules.  Der antike Treppenlauf mit ...
La maison Jules Der antike Treppenlauf mit ... © Hendrik Bohle
La maison Jules.  ... schönen Details aus Bleikristall.
La maison Jules ... schönen Details aus Bleikristall. © Hendrik Bohle
La maison Jules.  Ein Klavier schmückt den Salon.
La maison Jules Ein Klavier schmückt den Salon. © Hendrik Bohle
La maison Jules.  Die Bibliothek in der ersten Etage ist für alle Gäste zugänglich.
La maison Jules Die Bibliothek in der ersten Etage ist für alle Gäste zugänglich.
Tours.  Die Architektur der Loire-Stadt ist geprägt durch Tuffstein-Villen aus dem 19. Jahrhundert ...
Tours Die Architektur der Loire-Stadt ist geprägt durch Tuffstein-Villen aus dem 19. Jahrhundert ... © Hendrik Bohle
Tours.  ... Fachwerkhäuser ...
Tours ... Fachwerkhäuser ... © Hendrik Bohle
Tours.  ... und zeitgenössischer Architektur wie Jean Nouvels Kongresszentrum Leonardo da Vinci.
Tours ... und zeitgenössischer Architektur wie Jean Nouvels Kongresszentrum Leonardo da Vinci. © Bettina Cohnen

Unsere redaktionell unabhängige Hotel-Recherche verdanken wir der Einladung des Comité Régional du Tourisme Centre - Val de Loire.

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .