Bamberg. Der Dom, das Historische Museum und die Alte Hofhaltung auf dem Domplatz
Bamberg Der Dom, das Historische Museum und die Alte Hofhaltung auf dem Domplatz © Jan Dimog

"Ab dem 11. Jahrhundert übten der Grundriss und die Architektur des mittelalterlichen und barocken Bambergs einen starken Einfluss auf Städtebau und -entwicklung in Mitteleuropa aus … Bamberg ist ein einzigartiges und hervorragend erhaltenes Beispiel für eine auf hochmittelalterlicher Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt mit seinen kirchlichen und herrschaftlichen Bauten."

Die UNESCO über den universellen Wert der Altstadt von Bamberg

Die steinerne Welt des Bamberger Domplatzes ist Zeitreise pur. Wenn man sich ihn ohne Fahrzeuge und die Smartphone-bewehrten Menschen vorstellt, geht es schnell viele Jahrhunderte in die Vergangenheit. 1993 wurde die 140 Hektar große “Altstadt von Bamberg” als Welterbestätte in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Dazu gehören die Bergstadt mit dem Domberg und dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Michael, die Inselstadt und die Gärtnerstadt.
“Wenn die altehrwürdigen Gemäuer reden könnten, würden sie von diesen und anderen fernen Ländern und Orten flüstern”, so unser Eindruck von der mittelalterlichen Altstadt von Regensburg. Beide Städte, Bamberg und Regensburg, sind Welterbestätten, beide befinden sich an Flüssen, die ebenso wichtig waren wie die sie umgebenden Naturräume. Wenn Bambergs Gemäuer sprechen könnten, gäbe es Geschichten über seinen Gründer und Förderer Kaiser Heinrich (973 – 1024), über die Vision eines “Fränkischen Roms”, über die Barockbauten der Fürstbischöfe und über Hegel und E.T.A. Hoffmann, über Philosophie und Literatur.
Dass die 79.000-Einwohnerstadt nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands und der neuen Sackgassen-Lage an der innerdeutschen Grenze nicht einfach so vor sich hinschlummerte, zeigt sich am “Bamberger Modell”. Das bereits in den 1950er-Jahren geschaffene Programm berät und unterstützt Eigentümer bei der Sanierung historischer Gebäude, auch finanziell. Seit 2003 werden die Zuschussmittel für das Modell durch die Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg bereitgestellt. Als die UNESCO den Wert der Altstadt als Welterbe anerkannte, begann ab 1993 ein neues Kapitel.
Natürlich steht die gut erhaltene, gut gepflegte historische Bausubstanz im Mittelpunkt der Wahrnehmung. Zahlreiche Bauten sind fabelhafte Beispiele der Gotik, Renaissance und des Barock. Für das heutige Bauen ist das Maßstab und Ansporn zugleich. Denn auch zeitgenössische Architektur muss nicht nur den Anforderungen der Auftraggeber gerecht werden. Sie steht zudem in Kommunikation mit dem Stadtdenkmal, ob sie will oder nicht. Neuere Architektur wird zwangsläufig in Bezug zum Welterbe gestellt und hat es insofern schwerer als Orte mit verhältnismäßig junger Baukunst. Es geht nicht um ein Ausspielen der Epochen, sondern darum, dass es neben der beinah schon an Märchenmagie reichenden Altstadt noch Zeugnisse der jüngeren Baugeschichte gibt. Die Gründerzeit, der Jugendstil, die Neue Sachlichkeit, die Nachkriegsmoderne und heutige Architektur sind Facetten und Formen einer Welterbestadt, die auf diese Weise zeigt, dass sie eben nicht in der Vergangenheit erstarrt ist. Bamberg ist lebendig, beweglich und über den Stadtraum verteilt studentisch. Außerhalb der Altstadt merkt man das an der Architektur immer wieder, z. B. mit den Neubauten und Umnutzungen der Universität auf der Inselstadt und dem Areal der ehemaligen Baumwollspinnerei Bamberg-Erlangen (ERBA). In den letzten zehn Jahren hat sich die Stadt auch brückentechnisch erneuert. Mit der Ketten-, Löwen- und Luitpoldbrücke haben die verantwortlichen Ingenieure und Planer, darunter der Metastadt-Visionär Richard J. Dietrich, drei nahe beieinander liegende Querungen geschaffen, die kein Ensemble bilden, aber in ihrer Individualität so verschieden sind wie die Stadtteile, die sie miteinander verbinden. Von der Löwenbrücke geht es übrigens schnurstracks gen Gärtnerstadt. Der Gemüseanbau auf den weitläufigen Flächen in Sichtweite zur dichtbesiedelten Altstadt sind eine typische Bamberger Tradition. Dieser urbane Gartenbau hat mit zur Ernennung Bambergs zum UNESCO-Welterbe beigetragen:

"Of particular interest is the way in which the present town illustrates the link between agriculture (market gardens and vineyards) and the urban distribution centre."

UNESCO, 1993

Einst waren es über 500 Gartenbaubetriebe, heute bewirtschaften noch etwa zwei Dutzend Gärtnerfamilien die historischen Anbaugebiete. Der vom Münchener Architekten und Stadtplaner Stefan Giers konzipierte Rund- und Erlebnisweg macht die Historie, aber auch den heutigen Stellenwert deutlich. Zentraler Punkt ist die Aussichtsplattform (Giers, 2012), die die charakteristischen Materialien von Gewächshäusern aufgreift und sie in einen neuen Zusammenhang stellt, was zur Methode des Architekten passt, der seine Website "architekturundlandschaft" nennt.
Der Blick über die innerstädtischen Gärtnereien unweit des Bahnhofareals gen Mittelalter- und Barockbauten ist wie Bamberg in Kurzform: inmitten einer jahrhundertealten Kulturlandschaft, umrahmt von ebenso alter Baukultur auf einer neugeschaffenen Plattform.

Gärtnerstadt

Urbaner Gartenbau mit Aussichtsplattform, eine Kirche zwischen traditionellem Kirchenbau und der Moderne und ein Architekt mit einem schwierigem Erbe: willkommen in der geschichtsträchtigen Gärtnerstadt. In diesem Stadtteil zwischen Bahnhof und dem Main-Donau-Kanal trifft mit der Aussichtsplattform und dem Rundweg des Stadtplaners und Architekten Stefan Giers zeitgenössisches Architekturverständnis auf Baukunst von Otho Orlando Kurz (St. Otto, 1914) und Michael Kurz, der mit der St. Heinrichskirche  (1929) die erste, bedeutende Sichtbeton-Kirche Deutschlands schuf. Er verband Neuzeitliches wie kubische Formen mit historisch orientiertem Kirchenbau zu einem Bauwerk der Neuen Sachlichkeit wie man es selten in dieser Region sieht. Zugleich steht hier die 1934 fertiggestellte Erlöserkirche von Bestelmeyer (Wiederaufbau 1950), Mitgründer der Architektenvereinigung “Der Block” (mit Paul Bonatz und Paul Schmitthenner), der sich als Gegenmodell zum modernistischen “Der Ring” von Walter Gropius, Bruno Taut und Erich Mendelsohn sah. Bestelmeyer war Mitglied im rassistisch-antisemitischen Kampfbund für deutsche Kultur und wurde 1935 zum Reichskultursenator ernannt. Nicht ausschließend, sondern verbindend sind die neuen Brücken, die Gärtner- und Inselstadt zusammenführen. Der marode Brückenbestand wurde mit der Luitpoldbrücke (2006), Löwenbrücke (2009) und der Kettenbrücke (2010) ersetzt. Der Brückenschlag verlief komplikationsreich und die Kostensteigerungen wurden vom Bund der Steuerzahler angeprangert, vor allem beim Bau der Löwenbrücke. Die Luitpoldbrücke verantwortete mit Richard Johann Dietrich ein Meister der Ingenieurskunst. Dietrich entwickelte in den 1960er- und 1970er-Jahren das Metastadt-Bausystem, die Vision eines Städtebaus der Zukunft.

Gärtnerstadt-Aussichtsplattform. Entwurf: Stefan Giers, Fertigstellung: 2012
Gärtnerstadt-Aussichtsplattform Entwurf: Stefan Giers, Fertigstellung: 2012 © Jan Dimog
Gärtnerstadt-Aussichtsplattform. Der Blick auf St. Otto von Otho Orlando Kurz (auch: O.O.Kurz), Fertigstellung: 1914. Kurz (1881–1933) studierte Architektur in München und betrieb ein Architekturbüro mit Eduard Herbert. Ab 1911 war Kurz Professor an der Technischen Hochschule München und unterrichtete dort Zeichnen. Er war Hausarchitekt für die BMW.
Gärtnerstadt-Aussichtsplattform Der Blick auf St. Otto von Otho Orlando Kurz (auch: O.O.Kurz), Fertigstellung: 1914. Kurz (1881–1933) studierte Architektur in München und betrieb ein Architekturbüro mit Eduard Herbert. Ab 1911 war Kurz Professor an der Technischen Hochschule München und unterrichtete dort Zeichnen. Er war Hausarchitekt für die BMW. © Hendrik Bohle
St. Otto. ... In den 1920ern realisierte O.O.Kurz Wohnungsbauprojekte im Stil der Neuen Sachlichkeit. Er hat in München mehrere Wohnhäuser und Kirchen entworfen (in Zusammenarbeit mit Eduard Herbert).
St. Otto ... In den 1920ern realisierte O.O.Kurz Wohnungsbauprojekte im Stil der Neuen Sachlichkeit. Er hat in München mehrere Wohnhäuser und Kirchen entworfen (in Zusammenarbeit mit Eduard Herbert). © Jan Dimog
Luitpoldschule. Entwurf: Johann Jakob Erlwein, Fertigstellung: 1901. Die Schule ist nur wenige Schritte von St. Otto entfernt.
Luitpoldschule Entwurf: Johann Jakob Erlwein, Fertigstellung: 1901. Die Schule ist nur wenige Schritte von St. Otto entfernt. © Jan Dimog
Erlöserkirche. Entwurf: German Bestelmeyer, Fertigstellung: 1934. Bestelmeyer (1874–1942) war Architekt, Hochschullehrer und Mitglied im völkisch-rassistischen Kampfbund für deutsche Kultur ...
Erlöserkirche Entwurf: German Bestelmeyer, Fertigstellung: 1934. Bestelmeyer (1874–1942) war Architekt, Hochschullehrer und Mitglied im völkisch-rassistischen Kampfbund für deutsche Kultur ... © Hendrik Bohle
Erlöserkirche. ... Bauten von ihm sind u. a. der Studien- und Kongressbau des Deutschen Museums in München, das Krochhochhaus in Leipzig sowie mehrere Kirchen.
Erlöserkirche ... Bauten von ihm sind u. a. der Studien- und Kongressbau des Deutschen Museums in München, das Krochhochhaus in Leipzig sowie mehrere Kirchen. © Hendrik Bohle
St. Heinrich. Entwurf: Michael Kurz, Fertigstellung: 1929. Kurz (1876–1957) war Architekt und wurde an der Baufachabteilung der Gewerblichen Fortbildungsschule und der Städtischen Gewerbeschule in München ausgebildet. Er arbeitete auch als Bauzeichner und Techniker.
St. Heinrich Entwurf: Michael Kurz, Fertigstellung: 1929. Kurz (1876–1957) war Architekt und wurde an der Baufachabteilung der Gewerblichen Fortbildungsschule und der Städtischen Gewerbeschule in München ausgebildet. Er arbeitete auch als Bauzeichner und Techniker. © Hendrik Bohle
St. Heinrich. Der Baumeister hat zahlreiche katholische Kirchen in Süddeutschland entworfen und zählt zu den herausragenden Sakralbaumeistern des 20. Jahrhunderts, der noch bis kurz vor seinem Tod gearbeitet und geplant hat.
St. Heinrich Der Baumeister hat zahlreiche katholische Kirchen in Süddeutschland entworfen und zählt zu den herausragenden Sakralbaumeistern des 20. Jahrhunderts, der noch bis kurz vor seinem Tod gearbeitet und geplant hat. © Hendrik Bohle
St. Heinrich. ist ein bedeutender Bau aus den Übergangsjahren des historisch orientierten Kirchenbaus hin zur Moderne. Sie zählt zu den ersten wichtigen Sichtbeton-Kirchen in Deutschland ...
St. Heinrich ist ein bedeutender Bau aus den Übergangsjahren des historisch orientierten Kirchenbaus hin zur Moderne. Sie zählt zu den ersten wichtigen Sichtbeton-Kirchen in Deutschland ... © Jan Dimog
St. Heinrich. Die monumental wirkende Kirche ist 61 m lang, 21 m breit und 13 m hoch. Die beiden quadratisch angelegten Türme sind jeweils 35 m hoch. Beide sind um 45 Grad um die eigene Achse verdreht und ragen mit ihren Kanten aus der Westfassade heraus ...
St. Heinrich Die monumental wirkende Kirche ist 61 m lang, 21 m breit und 13 m hoch. Die beiden quadratisch angelegten Türme sind jeweils 35 m hoch. Beide sind um 45 Grad um die eigene Achse verdreht und ragen mit ihren Kanten aus der Westfassade heraus ... © Hendrik Bohle
St. Heinrich. Das Kirchenschiff wird links und rechts von je neun Betonpfeilern gestützt und hat eine spitz zulaufende Holzdecke. 1985 wurde die Kirche in die Liste der schutzwürdigen Kulturgüter aufgenommen.
St. Heinrich Das Kirchenschiff wird links und rechts von je neun Betonpfeilern gestützt und hat eine spitz zulaufende Holzdecke. 1985 wurde die Kirche in die Liste der schutzwürdigen Kulturgüter aufgenommen. © Jan Dimog
Kettenbrücke. Entwurf: Architekturbüro Dietz, Grad Ingenieurplanungen GmbH. Fertigstellung: 2010
Eine Kettenhängebrücke mit Hauptspannweite von 61 m, und 15 m Breite. Das Architekturbüro Dietz stammt aus Bamberg. In der Stadt hat es zudem denkmalpflegerische Projekte umgesetzt, z. B. im Historischen Museum und dem Museum Alte Hofhaltung.
Kettenbrücke Entwurf: Architekturbüro Dietz, Grad Ingenieurplanungen GmbH. Fertigstellung: 2010 Eine Kettenhängebrücke mit Hauptspannweite von 61 m, und 15 m Breite. Das Architekturbüro Dietz stammt aus Bamberg. In der Stadt hat es zudem denkmalpflegerische Projekte umgesetzt, z. B. im Historischen Museum und dem Museum Alte Hofhaltung. © Hendrik Bohle
Löwenbrücke. Entwurf: Schulz-Brauns & Reinhart Architekten (heute Reinhart + Partner), Fertigstellung: 2009
Löwenbrücke Entwurf: Schulz-Brauns & Reinhart Architekten (heute Reinhart + Partner), Fertigstellung: 2009 © Hendrik Bohle
Löwenbrücke. Schrägseilbrücke mit 98 m Länge, 23,34 m Breite. Die Höhe der Pylonen beträgt 28,7 m. Tragwerksplanung durch CBP Ingenieurbau GmbH und HSBV Ziviltechniker GmbH.
Löwenbrücke Schrägseilbrücke mit 98 m Länge, 23,34 m Breite. Die Höhe der Pylonen beträgt 28,7 m. Tragwerksplanung durch CBP Ingenieurbau GmbH und HSBV Ziviltechniker GmbH. © Jan Dimog
Luitpoldbrücke. Entwurf: Richard J. Dietrich, Büro für Ingenieur-Architektur aus Traunstein. Fertigstellung: 2006. Die Straßenbrücke ist 101 m lang und 21 m breit. Baukosten: 5,8 Millionen Euro
Luitpoldbrücke Entwurf: Richard J. Dietrich, Büro für Ingenieur-Architektur aus Traunstein. Fertigstellung: 2006. Die Straßenbrücke ist 101 m lang und 21 m breit. Baukosten: 5,8 Millionen Euro © Hendrik Bohle
Luitpoldbrücke. Architekt und Bauingenieur Richard J. Dietrich (*1938 in München) wurde besonders durch seine zahlreichen Brückenbauten bekannt. 1969 gründete er sein Büro in München. Er war Mitbegründer des ersten Instituts für Baubiologie in Rosenheim. 1978 realisierte er ein Ökohaus in Wasserburg.
Luitpoldbrücke Architekt und Bauingenieur Richard J. Dietrich (*1938 in München) wurde besonders durch seine zahlreichen Brückenbauten bekannt. 1969 gründete er sein Büro in München. Er war Mitbegründer des ersten Instituts für Baubiologie in Rosenheim. 1978 realisierte er ein Ökohaus in Wasserburg. © Jan Dimog
Luitpoldbrücke. Werkauswahl: Holzbrücke bei Essing (zweitlängste Holzbrücke Europas), mehrere Fußgängerbrücken (Weiden in der Oberpfalz, Schleuserkanal in Rathenow, Wublitz in Werder an der Havel sowie Brücke in Potsdam, München und mit dem Drachenschwanz die längste europäische Holzbrücke (Ronneburg, Thüringen).
Luitpoldbrücke Werkauswahl: Holzbrücke bei Essing (zweitlängste Holzbrücke Europas), mehrere Fußgängerbrücken (Weiden in der Oberpfalz, Schleuserkanal in Rathenow, Wublitz in Werder an der Havel sowie Brücke in Potsdam, München und mit dem Drachenschwanz die längste europäische Holzbrücke (Ronneburg, Thüringen). © Hendrik Bohle

Inselstadt

Das Zentrum wird vom Main-Donau-Kanal (bzw. vom rechten Regnitzarm) und dem linken Regnitzarm eingefasst und vom mittelalterlichen Stadtdenkmal dominiert. Nur wenige Fußminuten von der malerisch-magischen Altstadt gibt es Straßenzüge mit herrschaftlichen Historismusbauten, feinen Jugendstil-Ensembles, einer Brutalismus-Überraschung und mit Neubauten der Otto-Friedrich-Universität Bamberg den behutsam-architektonischen Weg gen 21. Jahrhundert unweit der Welterbekulisse. Auf dem Markusgelände ist das Seminar- und Hörsaalgebäude des Bamberger Architekten Christoph Ganz mit dem Würzburger Büro kuntz und manz (heute kuntz und brück) entstanden. Der Mittelpunkt ist die Cafeteria von GKT Architekten, die klassische Formen mit heutiger Transparenz verbunden haben: Arkaden, Agora und großflächige Glasfassaden.

Wilhelmsplatz. Der Platz gehört zu den wichtigen Eingangstoren zur Bamberger Innenstadt. Er wurde 2010 im Rahmen des Programms "Zehn Plätze für Bamberg" und ...
Wilhelmsplatz Der Platz gehört zu den wichtigen Eingangstoren zur Bamberger Innenstadt. Er wurde 2010 im Rahmen des Programms "Zehn Plätze für Bamberg" und ... © Jan Dimog
Wilhelmsplatz. in Anlehnung an historische Vorlagen neu gestaltet. Am Platz befinden sich u. a.: das Amtsgericht Bamberg und die Oberpostdirektion. Das Amtsgericht (Entwurf: Schenk und Zimmer, Fertigstellung: 1955) war zunächst ein Bürogebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), die das Haus an die bayerische Justizverwaltung verkaufte ...
Wilhelmsplatz in Anlehnung an historische Vorlagen neu gestaltet. Am Platz befinden sich u. a.: das Amtsgericht Bamberg und die Oberpostdirektion. Das Amtsgericht (Entwurf: Schenk und Zimmer, Fertigstellung: 1955) war zunächst ein Bürogebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), die das Haus an die bayerische Justizverwaltung verkaufte ... © Hendrik Bohle
Wilhelmsplatz. Nach Umbauten zog 1995 das Amtsgericht Bamberg ein. In der ehemaligen Oberpostdirektion (Entwurf: Fritz Fuchsenberger, Fertigstellung: 1906) war auch das Fernmeldeamt. Heute wird es von der Universität genutzt.
Wilhelmsplatz Nach Umbauten zog 1995 das Amtsgericht Bamberg ein. In der ehemaligen Oberpostdirektion (Entwurf: Fritz Fuchsenberger, Fertigstellung: 1906) war auch das Fernmeldeamt. Heute wird es von der Universität genutzt. © Hendrik Bohle
Mahnmal Synagogenplatz. Künstlerische Idee: Prof. Joachim Bandau, Aachen, 1995.
Mahnmal Synagogenplatz Künstlerische Idee: Prof. Joachim Bandau, Aachen, 1995. © Hendrik Bohle
Jugendstil. Unweit des Wilhelmsplatz und des Mahnmals stehen zahlreiche gut erhaltene Jugendstil-Bauten wie z. B. das von Johannes Kronfuß entworfene Gebäude (1906) an der Ottostraße ...
Jugendstil Unweit des Wilhelmsplatz und des Mahnmals stehen zahlreiche gut erhaltene Jugendstil-Bauten wie z. B. das von Johannes Kronfuß entworfene Gebäude (1906) an der Ottostraße ... © Hendrik Bohle
Ensemble. Das Gebiet rund um die Herzog-Max-Straße bis zur brutalistisch anmutenden St. Josef-Kirche und ...
Ensemble Das Gebiet rund um die Herzog-Max-Straße bis zur brutalistisch anmutenden St. Josef-Kirche und ... © Jan Dimog
Friedrichstraße. ... zurück zur Friedrichstraße bis hin zum Heinrichdamm hat neben Jugendstil-Bauten auch Mietwohnhäuser in Neorenaissance-Formen, mehrere kurz nach 1900 erbaut.
Friedrichstraße ... zurück zur Friedrichstraße bis hin zum Heinrichdamm hat neben Jugendstil-Bauten auch Mietwohnhäuser in Neorenaissance-Formen, mehrere kurz nach 1900 erbaut.
St. Josef. Entwurf: Adam Jakob, Fertigstellung: 1969. Die in Kreuzform konzipierte Kirche steht am Ende der Herzog-Max-Straße und nimmt mit ihrer Betonfassade eine brutalistische Formensprache an.
St. Josef Entwurf: Adam Jakob, Fertigstellung: 1969. Die in Kreuzform konzipierte Kirche steht am Ende der Herzog-Max-Straße und nimmt mit ihrer Betonfassade eine brutalistische Formensprache an. © Jan Dimog
St. Josef. Das Innere ähnelt einem Zelt, bedingt durch die hochaufragende und dachtragende Holzkonstruktion. Hinzu kommen die Materialien Glas, Beton und Stein, die in diesem Bau vielfach ineinanderzufließen scheinen.
St. Josef Das Innere ähnelt einem Zelt, bedingt durch die hochaufragende und dachtragende Holzkonstruktion. Hinzu kommen die Materialien Glas, Beton und Stein, die in diesem Bau vielfach ineinanderzufließen scheinen. © Hendrik Bohle
Café Rondo. Die Wartehalle der ehemaligen Reichspostdirektion von 1934 steht unweit des Jugendstilviertels am Schönleinplatz und ist ein sehr beliebter Treffpunkt.
Café Rondo Die Wartehalle der ehemaligen Reichspostdirektion von 1934 steht unweit des Jugendstilviertels am Schönleinplatz und ist ein sehr beliebter Treffpunkt. © Jan Dimog
Café Rondo. Ein freistehender Mauerwerksbau mit Flachdach und großflächigen Eisen-Glas-Fenstern, die den Krümmungen des Grundrisses in Form dreier, ineinander verschnittener Kreise folgen.
Café Rondo Ein freistehender Mauerwerksbau mit Flachdach und großflächigen Eisen-Glas-Fenstern, die den Krümmungen des Grundrisses in Form dreier, ineinander verschnittener Kreise folgen. © Jan Dimog
Teilbibliothek 4 Burgershof. Teilbibliothek 4 Burgershof
Planer: Meyer und Partner, Bayreuth, Fertigstellung: 2004.
Erweiterungsbau: 2017.
Teilbibliothek 4 Burgershof Teilbibliothek 4 Burgershof Planer: Meyer und Partner, Bayreuth, Fertigstellung: 2004. Erweiterungsbau: 2017. © Hendrik Bohle
Seminar- und Hörsaalgebäude. Entwurf: Christoph Ganz, Bamberg, mit kuntz und manz architekten, Würzburg (heute kuntz und brück Architekten und Ingenieure), Fertigstellung 2011.
Seminar- und Hörsaalgebäude Entwurf: Christoph Ganz, Bamberg, mit kuntz und manz architekten, Würzburg (heute kuntz und brück Architekten und Ingenieure), Fertigstellung 2011. © Jan Dimog
Seminar- und Hörsaalgebäude Bamberg. "Unicampus im historischen Kontext mit Identifikationscharakter", so beschrieben die Architekten von kuntz und manz aus Würzburg das 14 Millionen Euro-Projekt. Das Projekt ist ein Bindeglied bei der Entwicklung der Universität auf der Achse Innenstadt-ERBA. Durch das Grundstück führt eine Passarelle, welche die Endpunkte dieser Achse verbindet.
Seminar- und Hörsaalgebäude Bamberg "Unicampus im historischen Kontext mit Identifikationscharakter", so beschrieben die Architekten von kuntz und manz aus Würzburg das 14 Millionen Euro-Projekt. Das Projekt ist ein Bindeglied bei der Entwicklung der Universität auf der Achse Innenstadt-ERBA. Durch das Grundstück führt eine Passarelle, welche die Endpunkte dieser Achse verbindet. © Hendrik Bohle
Cafeteria Markusgelände. Entwurf: Gerhard Grellmann, Rainer Kriebel, Christian Teichmann, GKT Architekten. Fertigstellung: 2013. Das einstöckige, komplett verglaste Gebäude wurde aus weißen, gesäuerten Fassadenelementen erstellt. Das Stützraster der weißen Betonelemente greift das historische Thema der Arkade auf.
Cafeteria Markusgelände Entwurf: Gerhard Grellmann, Rainer Kriebel, Christian Teichmann, GKT Architekten. Fertigstellung: 2013. Das einstöckige, komplett verglaste Gebäude wurde aus weißen, gesäuerten Fassadenelementen erstellt. Das Stützraster der weißen Betonelemente greift das historische Thema der Arkade auf. © Jan Dimog
Uni-Campus Baumwollspinnerei Bamberg-Erlangen (ERBA). Entwurf Umbau: Architekturbüro Seemüller GmbH, seit 2012. Die ERBA ist ein ehemaliges Industrieareal im Norden der Inselstadt und ein Wohn- und Parkgebiet mit Gebäuden der Universität. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine Spinnerei und Weberei erbaut mit Wasserkraft als Energiequelle, da an dieser Stelle die Regnitzarme zusammenfließen.
Uni-Campus Baumwollspinnerei Bamberg-Erlangen (ERBA) Entwurf Umbau: Architekturbüro Seemüller GmbH, seit 2012. Die ERBA ist ein ehemaliges Industrieareal im Norden der Inselstadt und ein Wohn- und Parkgebiet mit Gebäuden der Universität. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine Spinnerei und Weberei erbaut mit Wasserkraft als Energiequelle, da an dieser Stelle die Regnitzarme zusammenfließen. © Jan Dimog
Uni-Campus Baumwollspinnerei Bamberg-Erlangen (ERBA). Danach etablierte sich die Bamberger Textilindustrie bis weit ins 20. Jahrhundert als sich die Mechanische Baumwoll-Spinnerei und Weberei Bamberg mit der Erlangener Baumwollspinnerei AG zur ERBA vereinten ...
Uni-Campus Baumwollspinnerei Bamberg-Erlangen (ERBA) Danach etablierte sich die Bamberger Textilindustrie bis weit ins 20. Jahrhundert als sich die Mechanische Baumwoll-Spinnerei und Weberei Bamberg mit der Erlangener Baumwollspinnerei AG zur ERBA vereinten ... © Jan Dimog
ERBA-Gelände. ... Nach Jahren der Krise meldete das Unternehmen 1993 Insolvenz an ...
ERBA-Gelände ... Nach Jahren der Krise meldete das Unternehmen 1993 Insolvenz an ... © Hendrik Bohle
ERBA-Gelände. Erst die Landesgartenschau 2012 führte zu neuen Maßnahmen und zur Transformation des alten Industriegeländes ...
ERBA-Gelände Erst die Landesgartenschau 2012 führte zu neuen Maßnahmen und zur Transformation des alten Industriegeländes ... © Hendrik Bohle
ERBA-Gelände. ... auf dem Wohnraum, Parks und ein neuer Standort der Otto-Friedrich-Universität Bamberg entstanden.
ERBA-Gelände ... auf dem Wohnraum, Parks und ein neuer Standort der Otto-Friedrich-Universität Bamberg entstanden. © Jan Dimog
Insel I an der Regnitz. Entwurf: Matthias Bornhofen, Fertigstellung: 2014
Das Wohnhaus des Bamberger Architekten mit umlaufenden Balkonen und Terrassen zeichnet sich durch die schwungvollen Formen der Fassade aus.
Insel I an der Regnitz Entwurf: Matthias Bornhofen, Fertigstellung: 2014 Das Wohnhaus des Bamberger Architekten mit umlaufenden Balkonen und Terrassen zeichnet sich durch die schwungvollen Formen der Fassade aus. © Jan Dimog

Bergstadt

Warum ist Bamberg das "fränkische Rom"? Stadtgründer und Förderer Heinrich II (973–1024) sah den Ort als Gegenstück zu Rom, beide auf sieben Hügeln erbaut. In Bamberg heißen die Hügel Stephansberg, Kaulberg, Altenburg, Jakobsberg, Michelsberg, Abtsberg, Domberg. Die Blicke auf die Stadt, die verwinkelten Gassen und barocken Fassaden sind ein Merkmal dieses Teils der Welterbestadt. Das andere sind sachte und oft von außen nicht sichtbare Eingriffe, z. B. Einbauten in der Klosteranlage St. Michael durch GKT Architekten (2013) oder die Neugestaltung und Renovierung des Diözesanmuseums und Domkapitelhauses durch den Bamberger Architekten Christoph Gatz. Wer einen besonders weiten Blick auf Bamberg haben möchte, sollte die Villa Remeis aus dem 19. Jahrhundert besuchen, heute ein beliebtes Café und Ausflugsziel. Der Jurist und Astronom Dr. Karl Remeis (1837–1882) stammte aus einer wohlhabenden Gerberfamlie und vermachte der Stadt Bamberg sein gesamtes Vermögen mit der Auflage eine Sternwarte zu bauen. Seine Begründung:

"Die Astronomie ist die Wissenschaft, welche den Menschen zur richtigen Erkenntnis seiner selbst, und zu seiner Stellung im Universum verhilft, zugleich aber auch in die Lage versetzt, die ewigen Gesetze des Alls zu finden, den Schöpfungsgedanken nachzudenken und so selbst einen göttlichen Funken zu verspüren!"

Dr. Karl Remeis (1837–1882), Jurist und Astronom
Stadtarchiv. Entwurf: Johann Jakob Erlwein, Fertigstellung: 1901. Erlwein, (1872–1914), deutscher Architekt und Baubeamter. In Dresden hat er knapp 10 Jahre das Hochbauamt geleitet und prägte das Stadtbild maßgeblich, da in unter seiner Leitung um die 150 Gebäude entstanden. In Bamberg hat er die Luitpoldschule in der Gärtnerstadt entworfen.
Stadtarchiv Entwurf: Johann Jakob Erlwein, Fertigstellung: 1901. Erlwein, (1872–1914), deutscher Architekt und Baubeamter. In Dresden hat er knapp 10 Jahre das Hochbauamt geleitet und prägte das Stadtbild maßgeblich, da in unter seiner Leitung um die 150 Gebäude entstanden. In Bamberg hat er die Luitpoldschule in der Gärtnerstadt entworfen. © Jan Dimog
Kesselhaus. Entwurf: Hans Rothenburger, Fertigstellung: 1961. Das ehemalige Kesselhaus des Bamberger Krankenhauses wurde 1984 außer Betrieb genommen.
Kesselhaus Entwurf: Hans Rothenburger, Fertigstellung: 1961. Das ehemalige Kesselhaus des Bamberger Krankenhauses wurde 1984 außer Betrieb genommen. © Hendrik Bohle
Kesselhaus. Heute dient es als Veranstaltungsraum für verschiedene künstlerische Initiativen, organisiert und kuratiert durch den Verein Kunstraum JETZT! e.V.
Kesselhaus Heute dient es als Veranstaltungsraum für verschiedene künstlerische Initiativen, organisiert und kuratiert durch den Verein Kunstraum JETZT! e.V. © Hendrik Bohle
Kesselhaus. Rothenburger (1919–1999) war Leiter des Bamberger Hochbauamtes und gilt als Architekt der Bamberger Moderne.
Kesselhaus Rothenburger (1919–1999) war Leiter des Bamberger Hochbauamtes und gilt als Architekt der Bamberger Moderne. © Hendrik Bohle
Dr. Karl Remeis Sternwarte. Entwurf: Hermann Eggert und Max Ißleiber, 1889
Dreiteilige symmetrische Baugruppe aus Mittelbau und zwei runden Beobachtungstürmen mit Drehkuppeln, Ziegelbau über rustiziertem Sandsteinsockel mit waagerechten Sandsteinbändern. Auf dem Areal befindet sich noch die ehemalige Direktorenvilla (heute Institutsgebäude)
Dr. Karl Remeis Sternwarte Entwurf: Hermann Eggert und Max Ißleiber, 1889 Dreiteilige symmetrische Baugruppe aus Mittelbau und zwei runden Beobachtungstürmen mit Drehkuppeln, Ziegelbau über rustiziertem Sandsteinsockel mit waagerechten Sandsteinbändern. Auf dem Areal befindet sich noch die ehemalige Direktorenvilla (heute Institutsgebäude) © Hendrik Bohle
Villa Remeis. Erbaut 1811, erweitert 1883. Ehemaliges Wohnhaus von Dr. Karl Remeis, heute Café.
Zweigeschossiger verputzter Massivbau auf längsrechteckigem Grundriss mit rundem zweieinhalbgeschossigem Eckturm. Von Georg III. Hofbauer 1872 zum Turm ausgebaut.
Villa Remeis Erbaut 1811, erweitert 1883. Ehemaliges Wohnhaus von Dr. Karl Remeis, heute Café. Zweigeschossiger verputzter Massivbau auf längsrechteckigem Grundriss mit rundem zweieinhalbgeschossigem Eckturm. Von Georg III. Hofbauer 1872 zum Turm ausgebaut. © Jan Dimog
Blick vom Jakobsberg. "Ich wünsche, dass dieses herrliche Fleckchen Erde allen stets zugänglich sein solle, auf dass recht viele, recht oft sich der so schönen Aussicht auf dem Punkte erfreuen mögen, wo ich so glückliche Tage verbrachte." – Karl Remeis
Blick vom Jakobsberg "Ich wünsche, dass dieses herrliche Fleckchen Erde allen stets zugänglich sein solle, auf dass recht viele, recht oft sich der so schönen Aussicht auf dem Punkte erfreuen mögen, wo ich so glückliche Tage verbrachte." – Karl Remeis © Jan Dimog

Von Jan Dimog Autor, Redakteur und (Foto)Journalist, veröffentlicht am .