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"Kunst ist zuerst Vision, nicht Expression."

Josef Albers

Josef Albers war Meister und stellvertretenden Direktor am Bauhaus und beschäftigte sich besonders intensiv mit der Wahrnehmung von Farbe auf Grundlage von Quadraten. So trägt das Bottroper Ensemble auch den Namen seiner berühmtesten Serie „Hommage to the Square“. Die schwarzen Baukörper aus Stahl kontrastieren kraftvoll mit den wechselnden Farbstimmungen des umfließenden Stadtgartens. Ein-, Aus- und Durchblicke sind geschickt gerahmt, die Ansichten flächig und streng gegliedert. Entworfen wurde es vom ehemaligen Bottroper Stadtbaumeister und leitenden Baudirektor Bernhard Küppers. 1976 ergänzte er zunächst den bestehenden Gründerzeit-Bau des Heimatmuseums um drei gleichgroße Baukörper auf quadratischem Grundriss. Die diagonal versetzten Pavillons beinhalten die eiszeitliche Sammlung, die Studio-Galerie für Wechselausstellungen, sowie eine zentrale Eingangshalle, die von Beginn an auch als Raum für Seminare, Workshops und Präsentationen gedacht war. Anni Albers war so sehr von der klaren, modernen Architektur angetan, das ihre Schenkung bereits 1983 eine Erweiterung ermöglichte. Der vierte Baukörper, das eigentliche Josef-Albers-Museum, wurde in gleicher Architektursprache etwas abgesetzt von den bestehenden Gebäuden errichtet und ist mit einer gläsernen Brücke erschlossen. Den Kern des Gebäudes bildet ein nur von oben natürlich belichteter Raum. Die Anlage erwies sich nicht zuletzt wegen der großzügigen Schenkungen und späterer Zukäufe schnell als zu klein. So wird ein monolithisch metallener Anbau nach Plänen des Schweizer Büros Gigon Guyer vorraussichtlich 2020 die bestehenden Quadrate ergänzen.

Josef Albers Museum Quadrat. Rund um die im Bottroper Stadtgarten stehenden Museumsgebäude befindet sich der frei zugängliche Skulpturenpark Quadrat Bottrop.
Josef Albers Museum Quadrat Rund um die im Bottroper Stadtgarten stehenden Museumsgebäude befindet sich der frei zugängliche Skulpturenpark Quadrat Bottrop. © Hendrik Bohle
Josef Albers Museum Quadrat. Den Eingangspavillon mit seiner zentralen abgesenkten Fläche entwarf Küppers von Beginn an als Raum für Seminare, Workshops oder Präsentationen.
Josef Albers Museum Quadrat Den Eingangspavillon mit seiner zentralen abgesenkten Fläche entwarf Küppers von Beginn an als Raum für Seminare, Workshops oder Präsentationen. © Hendrik Bohle
Josef Albers Museum Quadrat. Im Pavillon 1 ist die eiszeitliche Sammlung untergebracht.
Josef Albers Museum Quadrat Im Pavillon 1 ist die eiszeitliche Sammlung untergebracht. © Hendrik Bohle
Josef Albers Museum Quadrat. Das eigentliche Josef-Albers-Museum wurde in gleicher Architektursprache etwas abgesetzt von den bestehenden Gebäuden errichtet und ist mit einer gläsernen Brücke erschlossen.
Josef Albers Museum Quadrat Das eigentliche Josef-Albers-Museum wurde in gleicher Architektursprache etwas abgesetzt von den bestehenden Gebäuden errichtet und ist mit einer gläsernen Brücke erschlossen. © Hendrik Bohle
Josef Albers Museum Quadrat. Das Quadrat ist das bestimmende Motiv in Albers Arbeiten und in der Architektur des Museums.
Josef Albers Museum Quadrat Das Quadrat ist das bestimmende Motiv in Albers Arbeiten und in der Architektur des Museums. © Hendrik Bohle

Quadrature and art

Berlin, Münster, or Bottrop? After the death of her husband, Anni Albers decided on the province of North Rhine-Westphalia and entrusted his place of birth – Bottrop – with 90 original works. Today, Josef Albers Museum Quadrat possesses the largest collection of works by the world-renowned painter, art theoretician, and art teacher.

Josef Albers, a master and deputy director of the Bauhaus, was intensely concerned in particular with the perception of colour on square backgrounds. Thus, this group of buildings in Bottrop also bears the name of his most famous series, “Homage to the Square.” The black, steel buildings contrast powerfully with the changing colour moods of the surrounding city gardens. Sight lines in, out, and through are cleverly framed, the views planar and strictly structured. It was designed by the then-city architect of Bottrop and leading building director Bernhard Küppers. In 1976, he first added to the existing Gründerzeit-era building of the Heimatmuseum three buildings of the same size on a square ground plan. The diagonally staggered pavilions surround the Ice Age collection, the studio-gallery for rotating exhibitions, and a central entrance hall that was also conceived from the beginning on as a space for seminars, workshops, and presentations. Anni Albers was so impressed by the clean, modern architecture, that she gave another donation that enabled an extension by 1983. The fourth building, the actual Josef Albers Museum, was built in the same architectural language, somewhat detached from the existing buildings, and is accessible via a glassed-in bridge. A space lit only with natural light from above creates the core of the building. The ensemble quickly proved to be too small, not least because of the enormous donation and later acquisitions. Therefore, a monolithic, metal addition – designed by the Swiss office of Gigon Guyer and expected to open in 2020 – will complement the existing squares.

"Art is vision first, not expression."

Josef Albers

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .