Bus Shelter XII Shattered Glass / The Confessions of Philip Johnson. Wie geht die Stadt mit ihrer Kultur um? Auch das eine Interpretation der Installation vor der Kunsthalle Bielefeld. Das von Pritzker-Preisträger Philip Johnson entworfene Gebäude wurde 2018 50 Jahre alt.
Bus Shelter XII Shattered Glass / The Confessions of Philip Johnson Wie geht die Stadt mit ihrer Kultur um? Auch das eine Interpretation der Installation vor der Kunsthalle Bielefeld. Das von Pritzker-Preisträger Philip Johnson entworfene Gebäude wurde 2018 50 Jahre alt. © Jan Dimog

“Bus Shelter XII Shattered Glass / The Confessions of Philip Johnson (2018)” ist der vollständige Titel der Installation und das jüngste Werk des amerikanischen Interventions-Künstlers Dennis Adams. Es entstand durch das besondere Engagement des scheidenden Kunsthallendirektors Friedrich Meschede anlässlich des 50. Jubiläums der Kunsthalle Bielefeld. Seitdem blickt Philip Johnson, der Schöpfer des Hauses, auf das Kulturleben der Stadt. Das großformatige Portrait kommt vom japanischen Fotografen Satoshi Saikusa. Es entstand 1998 bei Johnsons ikonischem “Glass-House” in New Canaan, das sich in der charakteristischen, kreisrunden Brille des damals 92-jährigen spiegelt. In nachdenklicher Pose ergänzt das stille Portrait August Rodins Skulptur “Der Denker” in unmittelbarer Nähe. Auf Monitoren, die hinter diagonal gestellten, zersplitterten Glaswänden montiert sind, erscheinen 496 angebliche Zitate, die der Künstler dem Architekten in den Mund gelegt hat. Das gebrochene Glas ist ein subtiler Verweis auf die nicht ganz unumstrittene Persönlichkeit des Architekten. Sie kann aber auch als Hinweis verstanden werden wie unachtsam die Stadt Bielefeld mit ihrer Kultur umgeht.

Von Hendrik Bohle Architekt, Autor und Stadtforscher, veröffentlicht am .