"Georgien erlebt eine Epoche der Wiederbelebung, wie sie das Land seit 800 Jahren nicht gesehen hat."

Mikheil Saakashivil, Politiker und Präsident von Georgien von 2004–2013, in Heft 37, 2012, der Zeitschrift "Mark - Another Architecture"
Prestigeprojekte. Ohne Rücksicht auf die Umgebung setzte Ex-Präsident Mikheil Saakashvili mithilfe
westlicher Architekten auffällige Zeichen in der Altstadt von Tiflis. Unter seinem neuen, von einer Kuppel gekrönten Präsidentenpalast verweisen die zwei markanten Röhren eines Kulturzentrums auf die geschwungene Friedensbrücke, hinter der die pilzartigen Dächer die Public Service Hall beschirmen.
Prestigeprojekte Ohne Rücksicht auf die Umgebung setzte Ex-Präsident Mikheil Saakashvili mithilfe westlicher Architekten auffällige Zeichen in der Altstadt von Tiflis. Unter seinem neuen, von einer Kuppel gekrönten Präsidentenpalast verweisen die zwei markanten Röhren eines Kulturzentrums auf die geschwungene Friedensbrücke, hinter der die pilzartigen Dächer die Public Service Hall beschirmen. © Ludwig Moos
Illumination. Kaum eine Sehenswürdigkeit bleibt ausgespart von der Lichterflut bis tief in die Nacht. Vor allem die Friedensbrücke, nach den Plänen von Michele De Lucchi 2010 aus Stahl und Glas in einem eleganten Schwung über den Mktvari gezogen, zieht mit Lichtkaskaden aus zehntausenden LEDs die Blicke auf sich.
Illumination Kaum eine Sehenswürdigkeit bleibt ausgespart von der Lichterflut bis tief in die Nacht. Vor allem die Friedensbrücke, nach den Plänen von Michele De Lucchi 2010 aus Stahl und Glas in einem eleganten Schwung über den Mktvari gezogen, zieht mit Lichtkaskaden aus zehntausenden LEDs die Blicke auf sich. © Ludwig Moos
Leere Röhren. Geplant als Musiktheater und Ausstellungshalle ist der Bau von Massimiliano und Doriana Fuksas unterhalb des Präsidentenpalastes seit 2010 über den Rohbau nicht hinaus gekommen. Die beiden Foyers könnten Logenplätze bieten für den Blick über die Altstadt bis hinauf zum Fernsehturm aus Sowjetzeiten auf dem Gipfel des Mtazminda.
Leere Röhren Geplant als Musiktheater und Ausstellungshalle ist der Bau von Massimiliano und Doriana Fuksas unterhalb des Präsidentenpalastes seit 2010 über den Rohbau nicht hinaus gekommen. Die beiden Foyers könnten Logenplätze bieten für den Blick über die Altstadt bis hinauf zum Fernsehturm aus Sowjetzeiten auf dem Gipfel des Mtazminda. © Ludwig Moos
Voll in Funktion. Eines seiner großen Versprechen hat Mikheil Saakashvili eingelöst: die verkrustete und korrupte Staatsbürokratie durch eine effiziente öffentliche Verwaltung zu ersetzen. Untergebracht in Neubauten leisten Public Service Halls in über zwanzig Städten den Bürgern gute Dienste. In Tiflis seit 2012 unter einer kurvenreichen Dachstruktur aus Glasfasern und Epoxidharz, die das Studio Fuksas über Glaskuben gespannt hat.
Voll in Funktion Eines seiner großen Versprechen hat Mikheil Saakashvili eingelöst: die verkrustete und korrupte Staatsbürokratie durch eine effiziente öffentliche Verwaltung zu ersetzen. Untergebracht in Neubauten leisten Public Service Halls in über zwanzig Städten den Bürgern gute Dienste. In Tiflis seit 2012 unter einer kurvenreichen Dachstruktur aus Glasfasern und Epoxidharz, die das Studio Fuksas über Glaskuben gespannt hat. © Ludwig Moos

Lage, Lage, Lage lautet das Mantra der Immobilienmakler. Georgiens Hauptstadt Tiflis oder Tbilisi, wie die Einwohner sie nennen, hat reichlich davon. Auf den gut dreißig Kilometern, die sich der Fluss Mtkvari (Kura) durch die Stadt windet, hat er sich teilweise tief in die Uferfelsen eingegraben und spektakuläre Bauplätze geschaffen. Mit fast 1.400 Kilometern länger als der Rhein durchfließt er die Türkei, Georgien, Armenien und Aserbaidschan und galt schon mal als die Grenze zwischen Europa und Asien. 

Der Handel entlang der Seidenstraße und die fruchtbaren Ebenen des Flusses brachten Wohlstand, doch wurde das früh christianisierte Reich immer wieder zur Beute fremder Eroberer. Nach den Arabern, Mongolen, Türken und Persern bestimmte zweihundert Jahre lang der russische Nachbar im Norden die Geschicke des Landes. Die Hauptstadt orientierte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an westlichen Großstädten, mit Prachtbauten im Klassizismus, Neobarock und Jugendstil, vor allem entlang des Rustaveli Boulevards zwischen dem Freiheitsplatz und dem Platz der Republik.

In den siebzig Jahren der georgischen Sowjetrepublik wuchs die Bevölkerung Tbilisis rasch an, fast jeder dritte der knapp vier Millionen Georgier lebt heute hier. Massenhaft hoch gezogene Wohnblöcke bestimmen immer noch Teile des Stadtbildes, darunter mischt sich mancher brutalistischer Prestigebau. Nach dem Ende der Sowjetunion fast ein gescheiterter Staat stabilisierte Georgien sich um die Jahrtausendwende unter Präsident Eduard Shevardnadze wieder, litt allerdings unter Kapitalmangel und der tief gestaffelten Korruption.

Symbolarchitektur für die neue Zeit

Der Bruch mit dem Sowjeterbe hätte schärfer nicht ausfallen können. Mit seinem Amtsantritt als Präsident 2004 öffnete Mikheil Saakashvili Georgien nach Westen. Er beseitigte radikal die Alltagskorruption in Polizei und Bürokratie, gewann Investoren und holte europäische Architekten ins Land, die mit einer Fülle symbolhafter Bauten die neue Ausrichtung unterstreichen sollten. Doch bei allen Erfolgen handelte er zunehmend autokratisch. Vor allem die Bautätigkeit, als deren Chefarchitekt er sich verstand, nahm bizarre Formen an. So sollte binnen eines Jahrzehnts an der Schwarzmeerküste Lazika entstehen, eine neue Stadt mit bis zu einer halben Million Einwohnern. Außer einer dreißig Meter hohen Skulptur des Berliner Baukünstlers Jürgen Mayer H. und einer im Niemandsland stehenden Public Service Hall von Multiverse Architects aus Tiflis ist davon nichts geblieben.

Die Ära Saakashvili lief 2013 aus. Bidzina Ivanishvili gewann mit seiner Partei Georgischer Traum die Wahlen, stellte sich ein Jahr lang als Premierminister zur Verfügung und zieht seither die politischen Fäden im Hintergrund. In Russland hatte der Georgier als Oligarch geschätzte fünf Milliarden Dollar angehäuft, zurück in seiner Heimat machte er sich mit erheblichen Summen als Mäzen einen Namen. Nach seinem Wahlsieg setzte er Lazika und anderen Projekten Saakashvilis ein rasches Ende und stieg mit den Jahren selbst zu Georgiens größtem Bauherrn auf, vor allem in der Hauptstadt.

"We have one goal - Tbilisi to have a new business card - an unprecedented and exclusive project in the world that will provide it with an additional long-term function – will develop business tourism in our capital."

Bidzina Ivanishvili, Politiker, Milliardär und georgischer Regierungschef von 2012–2013, über das Panorama-Projekt, zitiert im Georgian Journal vom 4.11.2019
Aufgebener Palast. Der Bedeutungsverlust der Residenz, die Präsident Saakashvili ein wenig an den Berliner Reichstag anlehnte und 2009 bezog, lässt sich von der Rückseite erahnen. Der Milliardär Bidzina Ivanishvili, der seit 2012 in der Politik bestimmt, hat Saakachvilis Nachnachfolger zu einem anderen Sitz überredet und dem Präsidentenamt die reale Macht genommen.
Aufgebener Palast Der Bedeutungsverlust der Residenz, die Präsident Saakashvili ein wenig an den Berliner Reichstag anlehnte und 2009 bezog, lässt sich von der Rückseite erahnen. Der Milliardär Bidzina Ivanishvili, der seit 2012 in der Politik bestimmt, hat Saakachvilis Nachnachfolger zu einem anderen Sitz überredet und dem Präsidentenamt die reale Macht genommen. © Ludwig Moos
Armut. Entlang der schmalen Straßen mit löchrigem Kopfsteinpflaster, die sich gleich neben den heraus geputzten Kommerzzonen durch die Altstadt ziehen, sind erschreckend viele der Backsteinhäuser mit dem reichen Schnitzwerk ihrer Pergolen und Balkone in erbarmungswürdigem Zustand. Zwar flossen in die Sanierung traditioneller Wohnhäuser unter der Präsidentschaft Saakashvilis auch einige Mittel, doch blieb das auf touristische Hotspots wie das Quartier Meidan unterhalb der Festung Narikala beschränkt.
Armut Entlang der schmalen Straßen mit löchrigem Kopfsteinpflaster, die sich gleich neben den heraus geputzten Kommerzzonen durch die Altstadt ziehen, sind erschreckend viele der Backsteinhäuser mit dem reichen Schnitzwerk ihrer Pergolen und Balkone in erbarmungswürdigem Zustand. Zwar flossen in die Sanierung traditioneller Wohnhäuser unter der Präsidentschaft Saakashvilis auch einige Mittel, doch blieb das auf touristische Hotspots wie das Quartier Meidan unterhalb der Festung Narikala beschränkt. © Ludwig Moos
Sowjetisches Privileg. Nach Moskau, Leningrad und Kiew erhielt Tiflis 1967 als einzige weitere Stadt im Sowjetreich eine Metro. Ob sie diesen Vorzug der Tatsache verdankt, dass Stalin Georgier war, ist ungewiss.
Sowjetisches Privileg Nach Moskau, Leningrad und Kiew erhielt Tiflis 1967 als einzige weitere Stadt im Sowjetreich eine Metro. Ob sie diesen Vorzug der Tatsache verdankt, dass Stalin Georgier war, ist ungewiss. © Ludwig Moos
Saniertes Glanzstück. Kein Bau aus der Sowjetzeit stapelt höher als das einstige Ministerium für Straßenbau. Giorgi Chakhava, der es 1975 als Behördenchef bezog, war neben Zurab Jalaghania auch sein Architekt. Zehn Jahre lang stand das Gebäude an der Ausfallstraße Richtung Norden, in Hanglage über dem Fluß Mtkavari, leer, dann verhalf die Bank of Georgia ihm zu neuem Glanz und machte es 2011 zu ihrem Hauptsitz.
Saniertes Glanzstück Kein Bau aus der Sowjetzeit stapelt höher als das einstige Ministerium für Straßenbau. Giorgi Chakhava, der es 1975 als Behördenchef bezog, war neben Zurab Jalaghania auch sein Architekt. Zehn Jahre lang stand das Gebäude an der Ausfallstraße Richtung Norden, in Hanglage über dem Fluß Mtkavari, leer, dann verhalf die Bank of Georgia ihm zu neuem Glanz und machte es 2011 zu ihrem Hauptsitz. © Ludwig Moos
Nüchterne Nutzung. In unmittelbarer Nachbarschaft der Bank of Georgia stemmt sich seit 1973 das einstige Verwaltungszentrum für die Energie Transkaukasiens in den Hang. Der kaum heraus geputzte Zweckbau dient inzwischen als Quartier für Radiosender und Computerfirmen. Über seine Architekten ist wenig bekannt.
Nüchterne Nutzung In unmittelbarer Nachbarschaft der Bank of Georgia stemmt sich seit 1973 das einstige Verwaltungszentrum für die Energie Transkaukasiens in den Hang. Der kaum heraus geputzte Zweckbau dient inzwischen als Quartier für Radiosender und Computerfirmen. Über seine Architekten ist wenig bekannt. © Ludwig Moos
Kunst am Bau. Die unter den Sowjets beliebten Schmuckreliefs an öffentlichen Bauten zeigen am Energiezentrum heroische Arbeiter beim Strippenziehen, verklären aber auch das Leben auf dem Land. Für die Menschen der Sowjetunion war Georgien auch der Traum vom Leben im Süden.
Kunst am Bau Die unter den Sowjets beliebten Schmuckreliefs an öffentlichen Bauten zeigen am Energiezentrum heroische Arbeiter beim Strippenziehen, verklären aber auch das Leben auf dem Land. Für die Menschen der Sowjetunion war Georgien auch der Traum vom Leben im Süden. © Ludwig Moos
Skybridge. Das Etikett Himmelsbrücke ist so ziemlich alles, was die Stadt dem Vorzeigebau gegönnt hat, den Otar Kalandarishvili und Guizo Potskhishvili 1976 in dem neuen Wohnviertel Saburtalo hoch gezogen haben. Die drei Wohnblocks, untereinander und mit der Bushaltestelle am Hang durch rostige Stege verbunden, rotten vor sich hin.
Skybridge Das Etikett Himmelsbrücke ist so ziemlich alles, was die Stadt dem Vorzeigebau gegönnt hat, den Otar Kalandarishvili und Guizo Potskhishvili 1976 in dem neuen Wohnviertel Saburtalo hoch gezogen haben. Die drei Wohnblocks, untereinander und mit der Bushaltestelle am Hang durch rostige Stege verbunden, rotten vor sich hin. © Ludwig Moos
Säkularer Tempel. Massiv gefördert vom damaligen Parteichef Eduard Shevardnadze zeigt der 1984 in der Spätphase der Sowjetherrschaft eröffnete Hochzeitspalast am linken Steilufer des Mtkvari eine außergewöhnliche Formensprache. Entworfen hat ihn Victor Jorbenadze, ein Lebenskünstler und Baumeister mit einer großen Vorliebe für das Werk Le Corbusiers. Der kostspielig ausgestattete Bau, 2002 von einem Oligarchen erworben, kann für Events gemietet werden.
Säkularer Tempel Massiv gefördert vom damaligen Parteichef Eduard Shevardnadze zeigt der 1984 in der Spätphase der Sowjetherrschaft eröffnete Hochzeitspalast am linken Steilufer des Mtkvari eine außergewöhnliche Formensprache. Entworfen hat ihn Victor Jorbenadze, ein Lebenskünstler und Baumeister mit einer großen Vorliebe für das Werk Le Corbusiers. Der kostspielig ausgestattete Bau, 2002 von einem Oligarchen erworben, kann für Events gemietet werden. © Ludwig Moos
Belastetes Erbe. Bei den vielen brüchigen Fassaden im Altstadtviertel Sololaki fällt die glänzende Schauseite am Sitz des Nationalen Olympischen Komitees besonders auf. In den finstersten Zeiten des Sowjetimperiums hatte hier der Georgier Lawrenti Beria seine Residenz, einer der blutigsten Schergen seines Landsmannes Stalin. Für ein Erinnern an diese Zeit fand das Olympische Komitee aber keinen Raum.
Belastetes Erbe Bei den vielen brüchigen Fassaden im Altstadtviertel Sololaki fällt die glänzende Schauseite am Sitz des Nationalen Olympischen Komitees besonders auf. In den finstersten Zeiten des Sowjetimperiums hatte hier der Georgier Lawrenti Beria seine Residenz, einer der blutigsten Schergen seines Landsmannes Stalin. Für ein Erinnern an diese Zeit fand das Olympische Komitee aber keinen Raum. © Ludwig Moos
Bauen im Kontext. Einer der erfolgreichsten unter den jungen Baumeistern ist Giorgi Khmaladze, der in Harvard studiert und bei Michele De Lucchi gearbeitet hat. Mit seiner Architektur nimmt er gerne Bezug auf die Umgebung. So hat er 2017 für einen Burgerladen an der belebten Merab Kostava Straße einen kleinen Kiefernwald mit Stahlskelett und Sperrholz umbaut. Auf der Dachterrasse spenden die Baumkronen Schatten.
Bauen im Kontext Einer der erfolgreichsten unter den jungen Baumeistern ist Giorgi Khmaladze, der in Harvard studiert und bei Michele De Lucchi gearbeitet hat. Mit seiner Architektur nimmt er gerne Bezug auf die Umgebung. So hat er 2017 für einen Burgerladen an der belebten Merab Kostava Straße einen kleinen Kiefernwald mit Stahlskelett und Sperrholz umbaut. Auf der Dachterrasse spenden die Baumkronen Schatten. © Ludwig Moos
Brutalistischer Chic. In der Lobby des Stamba hängen noch die Laufbänder unter der Decke, die einst die Druckseiten in Georgiens größtem Verlagshaus transportierten. Seit 2018 beherbergt der riesige Komplex ein Hotel, einige Lokale samt Gewächshäusern und Kaffeerösterei, schicke Läden und Ausstellungsräume. In einem Seitentrakt ist The Rooms untergebracht, dem die Aufnahme in das Netzwerk der luxuriösen Design Hotels gelungen ist. Ausstatter und Betreiber ist die Adjara Group, die sich mit 2500 Mitarbeitern in Hotellerie und Landwirtschaft engagiert. Ihr Besitzer Temur Ugulava ist mit Glücksspielfirmen reich geworden und zeigt sich gerne als Philanthrop.
Brutalistischer Chic In der Lobby des Stamba hängen noch die Laufbänder unter der Decke, die einst die Druckseiten in Georgiens größtem Verlagshaus transportierten. Seit 2018 beherbergt der riesige Komplex ein Hotel, einige Lokale samt Gewächshäusern und Kaffeerösterei, schicke Läden und Ausstellungsräume. In einem Seitentrakt ist The Rooms untergebracht, dem die Aufnahme in das Netzwerk der luxuriösen Design Hotels gelungen ist. Ausstatter und Betreiber ist die Adjara Group, die sich mit 2500 Mitarbeitern in Hotellerie und Landwirtschaft engagiert. Ihr Besitzer Temur Ugulava ist mit Glücksspielfirmen reich geworden und zeigt sich gerne als Philanthrop. © Ludwig Moos
Beste Lage. Nur das alte Rathaus mit seinem Turm steht noch. Während der Präsidentschaft Saakashvilis wuchsen rings um den Freiheitsplatz Hotels und Geschäftshäuser in die Höhe und Breite, deren Fassaden teilweise den Bauschmuck der Vorgänger zitieren. Und der Heilige Georg kam 2006 auf seine Säule. Über dem Platz lagert die Residenz von Bidzina Ivanishvili, noch weiter oben auf den Sololaki-Hügeln dreht sich der Kran für ein Hotel mit Tbilisis größtem Kongresszentrum.
Beste Lage Nur das alte Rathaus mit seinem Turm steht noch. Während der Präsidentschaft Saakashvilis wuchsen rings um den Freiheitsplatz Hotels und Geschäftshäuser in die Höhe und Breite, deren Fassaden teilweise den Bauschmuck der Vorgänger zitieren. Und der Heilige Georg kam 2006 auf seine Säule. Über dem Platz lagert die Residenz von Bidzina Ivanishvili, noch weiter oben auf den Sololaki-Hügeln dreht sich der Kran für ein Hotel mit Tbilisis größtem Kongresszentrum. © Ludwig Moos
Big Business. Der 2013 aufgelegte, milliardenschwere Georgian Co-Investment Fund, an dem Bidzina Ivanishvili entscheidende Anteile hält, treibt die aufwendigsten Bauten in der Hauptstadt voran. Die Shopping Mall Galleria am nördlichen Ausgang des Freiheitsplatzes ist schon in Betrieb. Das gekurvte Luxushotel gleich gegenüber wird eine Seilbahn mit dem Hotel Sololaki Hills und seinem Kongresszentrum verbinden. Und diesen Weg durch die Lüfte sollen auch die Gäste des Golf & Spa Resorts Tabori Hill nehmen, das über dem Botanischen Garten als dritter Teil des Panorama-Projektes entsteht.
Big Business Der 2013 aufgelegte, milliardenschwere Georgian Co-Investment Fund, an dem Bidzina Ivanishvili entscheidende Anteile hält, treibt die aufwendigsten Bauten in der Hauptstadt voran. Die Shopping Mall Galleria am nördlichen Ausgang des Freiheitsplatzes ist schon in Betrieb. Das gekurvte Luxushotel gleich gegenüber wird eine Seilbahn mit dem Hotel Sololaki Hills und seinem Kongresszentrum verbinden. Und diesen Weg durch die Lüfte sollen auch die Gäste des Golf & Spa Resorts Tabori Hill nehmen, das über dem Botanischen Garten als dritter Teil des Panorama-Projektes entsteht. © Ludwig Moos
Alles im Blick. Von seinem Palast aus Stahl und Glas, den der Japaner Shin Takamatsu 2007 als Business Center und private Residenz für ihn vollendet hat, genießt Bidzina Ivanishvili beste Aussichten. Die fehlende Baugenehmigung konnte mit der Wiederbelebung des benachbarten Botanischen Gartens erworben werden. Dem vom Tycoon ungeliebten Amtssitz des einstigen Konkurrenten Saakashvili hat er die Funktion genommen. Und die mächtige Sameba-Kathedrale gleich darüber, Hauptsitz der stockkonservativen Orthodoxen Kirche Georgiens, wurde mit seinen Mitteln erbaut.
Alles im Blick Von seinem Palast aus Stahl und Glas, den der Japaner Shin Takamatsu 2007 als Business Center und private Residenz für ihn vollendet hat, genießt Bidzina Ivanishvili beste Aussichten. Die fehlende Baugenehmigung konnte mit der Wiederbelebung des benachbarten Botanischen Gartens erworben werden. Dem vom Tycoon ungeliebten Amtssitz des einstigen Konkurrenten Saakashvili hat er die Funktion genommen. Und die mächtige Sameba-Kathedrale gleich darüber, Hauptsitz der stockkonservativen Orthodoxen Kirche Georgiens, wurde mit seinen Mitteln erbaut. © Ludwig Moos

"Die Sowjetunion war voll von grauen Straßen, bevölkert von grauen Menschen, die in grauen Gebäuden wohnten. Wir müssen wieder Farbe in das Leben von Georgien bringen. Ich sage immer, dass Diktaturen einfarbig sind, Demokratien dagegen wie ein Kaleidoskop."

Mikheil Saakashivil, Politiker und Präsident von Georgien von 2004–2013, in Heft 37, 2012, der Zeitschrift "Mark - Another Architecture"
Staatsbaumeister. Während der Präsidentschaft Saakashvilis gingen dutzende von Aufträgen für öffentliche Bauten an Jürgen Mayer H.: Grenzübergänge, Autobahn-Raststätten, Polizeistationen, Bahnhöfe und Flughäfen. Acht davon, wie hier die Tankstelle in Stalins Geburtsstadt Gori, konnte er abschließen.
Staatsbaumeister Während der Präsidentschaft Saakashvilis gingen dutzende von Aufträgen für öffentliche Bauten an Jürgen Mayer H.: Grenzübergänge, Autobahn-Raststätten, Polizeistationen, Bahnhöfe und Flughäfen. Acht davon, wie hier die Tankstelle in Stalins Geburtsstadt Gori, konnte er abschließen. © Ludwig Moos
Gläserne Wachen. Die kleine Stadt Mzcheta nördlich von Tiflis wird beherrscht von der Kathedrale Swetizchoveli aus dem 11. Jahrhundert, die zum Weltkulturerbe zählt. Unweit davon setzt eine halbkreisförmige Polizeistation mit grüner Glasfassade ein Zeichen, einer der über achtzig Neubauten mit symbolhafter Transparenz, die Saakashvili überall im Land für die Ordnungshüter errichten ließ.
Gläserne Wachen Die kleine Stadt Mzcheta nördlich von Tiflis wird beherrscht von der Kathedrale Swetizchoveli aus dem 11. Jahrhundert, die zum Weltkulturerbe zählt. Unweit davon setzt eine halbkreisförmige Polizeistation mit grüner Glasfassade ein Zeichen, einer der über achtzig Neubauten mit symbolhafter Transparenz, die Saakashvili überall im Land für die Ordnungshüter errichten ließ. © Ludwig Moos

Von Ludwig Moos Autor und Historiker, veröffentlicht am .