Leandro Valencia Locsin war der prägendste Architekt der philippinischen Nachkriegsmoderne und wurde 1990 National Artist for Architecture. Seine Bauten verbinden monumentale Betonformen mit scheinbarer Leichtigkeit.
Stile und Stoffe: Baukultur & Klima, Brutalismus, Moderne, Nachkriegsmoderne
Länder: Philippinen
Ort: Silay / Manila
Nachdem er zunächst Musik und anschließend Architektur an der University of Santo Tomas studiert hatte, eröffnete Locsin 1953 sein Büro in Manila. Sein früher Durchbruch war die Parish of the Holy Sacrifice von 1955. Später entwarf er den Hauptbau des Cultural Center of the Philippines, heute Tanghalang Pambansa (1969), das Folk Arts Theater (1974), das Philippine International Convention Center (1976) und das 1981 fertiggestellte Terminal 1 des heutigen Ninoy Aquino International Airport. Charakteristisch sind weit auskragende Baukörper, überdeckte Übergangsräume und der Wechsel zwischen monumentaler Masse und scheinbarer Leichtigkeit – eine moderne Architektur, die zugleich auf Sonne, Hitze und Tropenregen reagiert.
Knapp 250 Projekte und Entwürfe sind dokumentiert; mehr als die Hälfte wurde verwirklicht. Dazu gehören neben den bekannten Bauten in Manila der philippinische Pavillon für die Expo 1970 in Osaka, zahlreiche Kirchen und der 1984 fertiggestellte Istana Nurul Iman in Brunei. Der Palast des Sultans gilt mit rund 200.000 Quadratmetern als größter Residenzpalast der Welt. Viele von Locsins großen Staatsaufträgen entstanden während der Marcos-Diktatur; sie sind architektonisches Erbe und zugleich Zeugnisse staatlicher Repräsentationspolitik. Heute gehören einige seiner Bauten zum geschützten Kulturerbe, andere wurden stark verändert oder abgerissen.
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