Die Buchung

… ist klipp, klar und kommt mit Kojen-Romantik. Die Einstimmung auf das Hotel geschieht hier über Fernweh-Bilder (der Hafen!) und Design-Stimmung (dieser 25hours Hotel-Stil!). Zugleich sind die Fakten nur einen Scroll-Augenblick entfernt und die sind, genau, klipp und klar. Sind die An- und Abreisedaten festgelegt, landet man in einem Buchungssystem, der es an Preistransparenz und der dafür gekauften Leistung nicht mangelt. Im Gegenteil: die unterschiedlichen Zimmer- und Preiskategorien der insgesamt 170 Zimmer sind übersichtlich geordnet, von den M- und L-Katagorien (23–26 bzw. 31–35 Quadratmeter) bis hin zu den Zimmer mit mehr als 40 Quadratmeter. Weitere Angaben wie z. B. Stadt- oder Hafenblick erleichtern die Auswahl. Übrigens, 25hours Hotel hat insgesamt drei Standorte in Hamburg. Wenn also 25hours Hotel Hafencity ausgebucht sein sollte, gibt es mit dem nur wenige Fußminuten entfernten 25hours Hotel Altes Hafenamt eine Alternative. Die andere Dependance ist in Hamburg-Bahrenfeld. 

25hours Hotel Hafencity. Entwurf: Böge Lindner 2K Architekten, Hamburg. Fertigstellung: 2011
25hours Hotel Hafencity Entwurf: Böge Lindner 2K Architekten, Hamburg. Fertigstellung: 2011 © Jan Dimog
25hours Hotel Hafencity. Im Überseequartier der Hafencity. U-Bahnhof: Überseequartier der Linie U4.
25hours Hotel Hafencity Im Überseequartier der Hafencity. U-Bahnhof: Überseequartier der Linie U4. © Hendrik Bohle
25hours Hotel Hafencity. Hafen, Elbe und Industrieerbe inspirierten die Macher des Hauses ...
25hours Hotel Hafencity Hafen, Elbe und Industrieerbe inspirierten die Macher des Hauses ... © Jan Dimog
25hours Hotel Hafencity. ... sich mit den Kontrasten von Hafen und Meer, von Heimweh und Fernweh auseinanderzusetzen.
25hours Hotel Hafencity ... sich mit den Kontrasten von Hafen und Meer, von Heimweh und Fernweh auseinanderzusetzen. © Jan Dimog
25hours Hotel Hafencity. Die Innengestaltung stammt von Conni Kotte Interior, Eventlabs in Zusammenarbeit mit ...
25hours Hotel Hafencity Die Innengestaltung stammt von Conni Kotte Interior, Eventlabs in Zusammenarbeit mit ... © Jan Dimog
25hours Hotel Hafencity. ... Markus Stoll des Hamburger Büros Stephen Williams Associates.
25hours Hotel Hafencity ... Markus Stoll des Hamburger Büros Stephen Williams Associates. © Hendrik Bohle
25hours Hotel Hafencity. Das Hotel ist Teil des Projektes Virginia, das die Hamburger Architekten Böge Lindner konzipierten.
25hours Hotel Hafencity Das Hotel ist Teil des Projektes Virginia, das die Hamburger Architekten Böge Lindner konzipierten. © Hendrik Bohle

Das Check-In

Das 25hours Hotel Hafencity führt das alte Hafenquartier, die backsteinerne Speicherstadt und die hypermoderne Hafencity schon im Eingangsbereich zusammen. In der Lobby und im Restaurant haben die verantwortlichen Architekten und Designer die Containerterminals und den Überseehafen zitiert. So kann bei Bedarf die Längsseite des in die Lobby integrierten Containers geöffnet oder geschlossen werden. Der Konferenzraum wird abgetrennt oder wird Teil des Eingangs. In diesem Bereich gibt es neben der Rezeption ein Hochregal mit Shop sowie den Aufgang zum Obergeschoss mit Aufenthaltsbereichen (Club-Lounge, Vinyl-Musikraum, Besprechungsräume), die sich in ihrer Gestaltung an die Funktionsräume von Seemannsheimen anlehnen. Das Restaurant “heimat” ist explizit als Wohnzimmer des Überseequartiers konzipiert und dient als Treffpunkt für Hotelgäste, die Nachbarschaft und Hamburger. Das Thema Wein spielt eine zentrale Rolle, auch bei der Gestaltung des Raums in erdigen Tönen mit dunkelroten Wollvorhängen und mit Samtvelours der Sitzbänke. Serviert wird das Beste der deutschen, österreichischen und schweizerischen Küche mit einem Fokus auf die jeweilige Saison. Besonders gesellig: beim Hauptgang des Dreigangmenüs “Herzstück” kommt das Essen (in unserem Fall ein ganzer Fisch) auf die Tischmitte. Die Beilagen kommen in Töpfen und Kupferschüsseln. 

Das Zimmer

Wir hatten ein Zimmer im sechsten Stock – groß und mit Ausblick auf das Überseequartier. Die zentralen Gestaltungelemente in der Tradition der Seefahrt sind der Überseereisekoffer als Schreibtisch und Arbeitsplatz mit integrierter Minibar, Kojenbetten, die Lotsenleiter und Seemannsgeschichten in Form von Illustrationen von Jindrich Novotny sowie Grafiken und Fotografien in den Fluren. Einbauelemente im Bad erinnern an Schiffsluken. Die Seefahrt ist als Thema zwar präsent, aber die Planungen von Stephen Williams Associates und eventlabs mit dem Kurator Markus Stoll und der Designerin Conni Kotte übertreiben es nicht mit den Zitaten. Die Innengestaltung ist trotz verspielter Leichtigkeit funktional und harmonisch. Viele Jahre nach der Eröffnung wirkt das Ganze nicht aufgesetzt oder veraltet, sondern nach wie vor frisch und stimmig mit einem guten 25hours-Twist.

25hours Hotel Hafencity. Elemente und Materialien aus dem Schiffbau sind Teil der Erzählung des Hotels.
25hours Hotel Hafencity Elemente und Materialien aus dem Schiffbau sind Teil der Erzählung des Hotels. © Jan Dimog
25hours Hotel Hafencity. Wärme und Behaglichkeit im Sinne eines Seemannsheims im fremden Hafen ...
25hours Hotel Hafencity Wärme und Behaglichkeit im Sinne eines Seemannsheims im fremden Hafen ... © Hendrik Bohle
25hours Hotel Hafencity. ... mit der Betonung von Details.
25hours Hotel Hafencity ... mit der Betonung von Details. © Jan Dimog
25hours Hotel Hafencity. Der Überseereisekoffer wurde vom Möbelschreiner Likoo entwickelt und dient als Schreibtisch mit intergrierter Minibar.
25hours Hotel Hafencity Der Überseereisekoffer wurde vom Möbelschreiner Likoo entwickelt und dient als Schreibtisch mit intergrierter Minibar. © Hendrik Bohle
25hours Hotel Hafencity. Für die Umsetzung des Designkonzeptes wurde ein interdisziplinäres Team zusammengestellt, um das maritime Leitmotiv vielschichtig anzugehen.
25hours Hotel Hafencity Für die Umsetzung des Designkonzeptes wurde ein interdisziplinäres Team zusammengestellt, um das maritime Leitmotiv vielschichtig anzugehen. © Hendrik Bohle

Die Architektur

Das 25hours Hotel Hafencity war Teil des Projekts “Virginia”, das Böge Lindner K2 Architekten als “hybriden Block” beschreiben. In diesem Block sind das Hotel, Wohnungen und Einzelhandel untergebracht. Zu den Straßen Übersee- und Osakaallee öffnet sich der Block mit Geschäften, Gewerbe und Gastronomie. Die Einschnitte in den Eckbereichen unterstützen diese Öffnung. Die Wechselbeziehung zwischen Straße, Umgebung und Innenhof ist ebenso ein Merkmal wie die Fassade aus rotem Ziegelmauerwerk “nach draußen” zur Straße und geschosshohe Verglasungen und durchlaufende Balkone „nach innen“ zum Hof. Virginias Wechselgesichtigkeit ist ein wichtiger Baustein im Überseequartier mit der Nutzungskombination Wohnungen und Gewerbe im Speziellen und für die Hafencity mit seiner kühlen Hermetik im Allgemeinen. Gerade die Öffnung hin zur Stadt ist wichtig und richtig. Das spannende Wechselspiel der Perspektiven zeigt sich auch beim Ausblick aus unserem Zimmer auf den polygonal angelegten Innenhof und die Nachbarbereiche des Blocks.

Die Nachbarschaft

Beide Häuser, das 25hours Hotel Hafencity und das 25hours Hotel Altes Hafenamt, sind Teil des Überseequartiers, das wiederum mitten in der Hafencity ist. Der U-Bahnhof Überseequartier wurde von netzwerkarchitekten konzipiert, die schon die Wehrhahnlinie in Düsseldorf inszenierten. Wir zeigen einige Bauten des Quartiers als auch der Hafencity, z. B. der Marco-Polo-Tower von Behnisch Architekten, die auch für das Dorotheen Quartier in Stuttgart verantwortlich waren, mit dem berühmtesten Gebäude des neuen Stadtteils: der Elbphilharmonie.

U-Bahnhof Überseequartier. Entwurf: netzwerkarchitekten. Fertigstellung: 2012. Die Darmstädter Architekten inszenierten den Bahnhof wie eine abstrakte Unterwasserwelt. Die Decke am Bahnhof ist aus Edelstahlkassetten mit Lochung, die an die Bewegung einer Wasseroberfläche erinnern sollen. Die Wandverkleidung ist aus Edelstahl, digital bedruckt mit einem Blauverlauf. Der Bodenbelag ist aus Betonwerkstein, der an eine helle Sandbank angelehnt ist.
U-Bahnhof Überseequartier Entwurf: netzwerkarchitekten. Fertigstellung: 2012. Die Darmstädter Architekten inszenierten den Bahnhof wie eine abstrakte Unterwasserwelt. Die Decke am Bahnhof ist aus Edelstahlkassetten mit Lochung, die an die Bewegung einer Wasseroberfläche erinnern sollen. Die Wandverkleidung ist aus Edelstahl, digital bedruckt mit einem Blauverlauf. Der Bodenbelag ist aus Betonwerkstein, der an eine helle Sandbank angelehnt ist. © Hendrik Bohle
Cinnamon Tower. Entwurf: Bolles + Wilson. Fertigstellung: 2015. Auch hier war die Industriegeschichte der Nachbarschaft die Inspiration für den 65 Meter hohen Wohnturm für Julia Bolles-Wilson und Peter Wilson aus Münster. Die renommierte Innendesignerin Ulrike Krages gestaltete die exklusiven Eigentumswohnungen. Die aus eloxierten Aluminiumpaneelen in unterschiedlichen Formen, Größen und Rot-Braun-Farben bestehende Fassade wurde 2015 mit mit dem Deutschen Fassadenpreis ausgezeichnet.
Cinnamon Tower Entwurf: Bolles + Wilson. Fertigstellung: 2015. Auch hier war die Industriegeschichte der Nachbarschaft die Inspiration für den 65 Meter hohen Wohnturm für Julia Bolles-Wilson und Peter Wilson aus Münster. Die renommierte Innendesignerin Ulrike Krages gestaltete die exklusiven Eigentumswohnungen. Die aus eloxierten Aluminiumpaneelen in unterschiedlichen Formen, Größen und Rot-Braun-Farben bestehende Fassade wurde 2015 mit mit dem Deutschen Fassadenpreis ausgezeichnet. © Hendri Bohle
Oval. Entwurf: Ingenhoven Architekten GmbH. Fertigstellung: 2009. Der 40 Meter Wohnturm (mit Kontor) am Kaiserkai, hat elf Etagen und ist mit seiner elliptischen Form das Resultat einer detaillierten Analyse der lokalen Bedingungen von Wind-, Geräusch- und Sichtbedingungen. Laut der Architekten aus Düsseldorf betone das Oval den Kontrast zwischen Industrieanlagen, den historischen Backsteinbauten der Speicherstadt und den modernen Neubauten rund ums Wasser.
Oval Entwurf: Ingenhoven Architekten GmbH. Fertigstellung: 2009. Der 40 Meter Wohnturm (mit Kontor) am Kaiserkai, hat elf Etagen und ist mit seiner elliptischen Form das Resultat einer detaillierten Analyse der lokalen Bedingungen von Wind-, Geräusch- und Sichtbedingungen. Laut der Architekten aus Düsseldorf betone das Oval den Kontrast zwischen Industrieanlagen, den historischen Backsteinbauten der Speicherstadt und den modernen Neubauten rund ums Wasser. © Jan Dimog
Marco-Polo-Tower. Entwurf: Behnisch Architekten, Stuttgart. Fertigstellung: 2009. Der 55 Meter hohe Wohnturm steht für hochwertig-hochpreisiges Wohnen in der Innenstadt. Bei der Stahlbetonskelettkonstruktion ist jedes Geschoss um ein paar Grad um die Achse des Kerns gedreht, so dass sich dadurch mit dem reduzierten Äußeren ein skulpturaler Eindruck ergibt, der Kritiker mal an einen Trichter, mal an einen Dönerspieß erinnert.
Marco-Polo-Tower Entwurf: Behnisch Architekten, Stuttgart. Fertigstellung: 2009. Der 55 Meter hohe Wohnturm steht für hochwertig-hochpreisiges Wohnen in der Innenstadt. Bei der Stahlbetonskelettkonstruktion ist jedes Geschoss um ein paar Grad um die Achse des Kerns gedreht, so dass sich dadurch mit dem reduzierten Äußeren ein skulpturaler Eindruck ergibt, der Kritiker mal an einen Trichter, mal an einen Dönerspieß erinnert. © Jan Dimog
Elbphilharmonie. Kaispeicher A: Werner Kallmorgen. Fertigstellung: 1966; Neuentwurf und Umgestaltung Speicher, Konzerthalle, Hotel, Wohnen: Herzog & de Meuron. Fertigstellung: 2017. 110 Meter hohes an der Spitze des Großen Grasbrooks gelegenes Konzerthaus, das mit der Einbindung des alten Kaispeichers und der Glasfassade in Form von Wellen und Kristallen schnell zum Wahrzeichen der Stadt und zum Kulturdenkmal wurde. Im ersten Jahr nach der Eröffnung besuchten weit über 800.000 Menschen die über 600 Konzerte, über 4,5 Millionen haben die Plaza besucht. Der Bau hat 866 Millionen Euro gekostet, ursprünglich waren 77 Millionen Euro geplant.
Elbphilharmonie Kaispeicher A: Werner Kallmorgen. Fertigstellung: 1966; Neuentwurf und Umgestaltung Speicher, Konzerthalle, Hotel, Wohnen: Herzog & de Meuron. Fertigstellung: 2017. 110 Meter hohes an der Spitze des Großen Grasbrooks gelegenes Konzerthaus, das mit der Einbindung des alten Kaispeichers und der Glasfassade in Form von Wellen und Kristallen schnell zum Wahrzeichen der Stadt und zum Kulturdenkmal wurde. Im ersten Jahr nach der Eröffnung besuchten weit über 800.000 Menschen die über 600 Konzerte, über 4,5 Millionen haben die Plaza besucht. Der Bau hat 866 Millionen Euro gekostet, ursprünglich waren 77 Millionen Euro geplant. © Jan Dimog

Unser redaktionell unabhängige Hotel-Recherche verdanken wir der Einladung des 25hours Hotel Hafencity. Weitere Übernachtungsstories: hier.

Von Jan Dimog Publizist und Gründer, veröffentlicht am .