"Die Architektur wird von jeher durch zwei gegensätzliche Extreme beherrscht: eine Avantgarde voller verrückter Ideen aus Philosophie oder Mystik und durch straff organisierte Beraterfirmen, die vorhersagbare, langweilige Schachteln von hohem Standard errichten. Die Architektur befindet sich anscheinend in einer Zwickmühle: entweder naiv utopisch oder lähmend pragmatisch. Wir glauben jedoch, dass es zwischen diesen diametralen Gegensätzen einen dritten Weg gibt: eine pragmatische utopische Architektur, die das konkrete Ziel verfolgt, sozial, ökonomisch und umweltmäßig perfekte Orte zu schaffen. BIG bemüht sich um die Schnittmenge zwischen Radikalem und Realem."

Klappentext zu "Yes is More", Taschen Verlag, 2009
Brücken in die Zukunft.. Die gläsernen Kuben des BLOX am Wasser gegenüber Christianshavn hat Bjarke Ingels nicht gebaut. Das war sein Kollege Rem Koolhaas, den er sehr schätzt und für den er einst gearbeitet hat. Die Lille Langebro davor, für Fußgänger und Radfahrer entworfen von WilkinsonEyre, ist das jüngste und eleganteste Beispiel, wie Kopenhagen das Fortbewegen in der Stadt menschenfreundlich macht.
Brücken in die Zukunft. Die gläsernen Kuben des BLOX am Wasser gegenüber Christianshavn hat Bjarke Ingels nicht gebaut. Das war sein Kollege Rem Koolhaas, den er sehr schätzt und für den er einst gearbeitet hat. Die Lille Langebro davor, für Fußgänger und Radfahrer entworfen von WilkinsonEyre, ist das jüngste und eleganteste Beispiel, wie Kopenhagen das Fortbewegen in der Stadt menschenfreundlich macht. © Ludwig Moos
Form geben.. Gerne nutzt Bjarke Ingels, der charismatische Baumeister mit Showtalent, das dänische Architekturzentrum im BLOX, um ein halbes Jahr lang bis Anfang 2020 die Arbeiten von BIG zu zeigen.
Form geben. Gerne nutzt Bjarke Ingels, der charismatische Baumeister mit Showtalent, das dänische Architekturzentrum im BLOX, um ein halbes Jahr lang bis Anfang 2020 die Arbeiten von BIG zu zeigen. © Ludwig Moos

Kopenhagen hat Glück gehabt. Fünfhundert Jahre lang hat Dänemark Kriege und Territorien verloren, aber die Hauptstadt blieb weitgehend verschont. Nur die britische Flotte richtete 1807 größeren Schaden an. So blieben Baudenkmäler und Stadtquartiere aus vielen Epochen erhalten, zumal die Behörden beim Umbau und Ausbau überlegt vorgingen, wenn auch oft erst nach massiven Protesten der Einwohner. 

Die Handelsmetropole an der Ostsee ist auf Inseln erbaut, viele Wasserläufe durchziehen die Stadt. Das System der Parklandschaften, das als Maßnahme der Arbeitsbeschaffung in den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts einen mächtigen Schub erhielt, wird intensiv weiter entwickelt. Ein dichtes Radwegenetz mit Highways und Brücken wird von der Hälfte der Kopenhagener täglich genutzt. Fast alle Wohnungen werden mit Fernwärme beheizt, rasch zunehmend aus erneuerbarer Energie. Das ehrgeizige Ziel, bis 2025 als erste Großstadt der Welt CO2-neutral zu sein, scheint erreichbar.

Eine Ausstellung im dänischen Architekturzentrum unterstreicht die enge Verbindung der hiesigen Architektur mit der Entwicklung der Demokratie und des Wohlfahrtsstaates. Trotz aller Konflikte ist die Bereitschaft aller Beteiligten gewachsen, die Lebensumstände zu verbessern, für den Einzelnen, die Gesellschaft und die Umwelt.  

Seit gut zwanzig Jahren wandelt sich das rund zehn Kilometer lange Hafenareal, einst von Schiffen und schmutziger Industrie geprägt, rasant zur feinen Adresse für Büros und Apartments. Mit den Hafenbädern und den Uferparks, mit dem dänischen Architekturzentrum DAC von Rem Koolhaas, der Black Diamond genannten Bibliothek von Schmidt, Hammer & Lassen, dem Schauspielhaus von Lundgaard & Tranberg und der Oper von Henning Larsen hat sich zugleich entlang dieses Wasserbandes das neue soziale und kulturelle Zentrum der Stadt heraus gebildet. 

Ganze Stadtteile werden neu geplant. Das jüngste Beispiel ist Ørestad, das sich unterhalb von Christianshavn auf einem sechshundert Meter breiten Streifen entlang einer Metrolinie fünf Kilometer nach Süden erstreckt. Am Masterplan hat Daniel Libeskind mitgearbeitet. Den Einstieg bestimmen der neue Campus der Universität und das Konzerthaus von Jean Nouvel. Weiter südlich hat Bjarke Ingels drei Projekte verwirklicht, die ihn zu einem der gefragtesten Architekten weltweit werden ließen. Seine Bauten hier und anderswo in Kopenhagen zeigen, wie seine Heimatstadt seine Architektur beeinflusst hat, aber auch, wie er dem Bauen neue Horizonte erschließt.

Dortheavej Residence, Park der Nationen, Havnebadet, Maritime Youth House, Urban Rigger

Spielen.. Bevor die Wahl auf Bjarke Ingels Group mit dem Kürzel BIG fiel, stand bei der Namenssuche für die neue Firma 2006 auch PLAY zur Debatte. Das Spielerische schätzt Ingels bis heute und so lockt er die Besucher seiner Ausstellung, bevor sie sich von den Großfotos, Renderings und Plänen seiner Gebäude in aller Welt beeindrucken lassen können, in einen Bastelraum. Material von LEGO, denen Ingels in Billund ein an Bauklötze erinnerndes Erlebniscenter errichtet hat, lädt ein zu eigenem Tun, hat aber auch schon durch Expertenhand in zwei Dutzend Modellen zur Form gefunden. Sie veranschaulichen, kombiniert mit den digitalen Entwürfen, viele der in Kopenhagen verwirklichten Bauten.
Spielen. Bevor die Wahl auf Bjarke Ingels Group mit dem Kürzel BIG fiel, stand bei der Namenssuche für die neue Firma 2006 auch PLAY zur Debatte. Das Spielerische schätzt Ingels bis heute und so lockt er die Besucher seiner Ausstellung, bevor sie sich von den Großfotos, Renderings und Plänen seiner Gebäude in aller Welt beeindrucken lassen können, in einen Bastelraum. Material von LEGO, denen Ingels in Billund ein an Bauklötze erinnerndes Erlebniscenter errichtet hat, lädt ein zu eigenem Tun, hat aber auch schon durch Expertenhand in zwei Dutzend Modellen zur Form gefunden. Sie veranschaulichen, kombiniert mit den digitalen Entwürfen, viele der in Kopenhagen verwirklichten Bauten. © Hendrik Bohle
Soziales Wohnen.. Am Dortheavej im Nordwesten Kopenhagens hat BIG 2018 für die gemeinnützige Baugesellschaft Bo-Vita einen Block mit 66 erschwinglichen Wohnungen errichtet. Passagen erlauben den Zugang zum grünen Innenhof.
Soziales Wohnen. Am Dortheavej im Nordwesten Kopenhagens hat BIG 2018 für die gemeinnützige Baugesellschaft Bo-Vita einen Block mit 66 erschwinglichen Wohnungen errichtet. Passagen erlauben den Zugang zum grünen Innenhof. © Ludwig Moos
Preisgünstiges Bauen.. Vorgefertigte Module halfen, mit einem engen Budget zu wirtschaften. Ihre Staffelung entlang einer gekurvten Linie, die Rücksprünge für Balkone und die Verkleidung mit Holzplanken schaffen ein einladendes Äußeres. Mit Deckenhöhen von dreieinhalb Metern und raumhohen Fenstern nach Süden bieten die Apartments einen hohen Wohnkomfort.
Preisgünstiges Bauen. Vorgefertigte Module halfen, mit einem engen Budget zu wirtschaften. Ihre Staffelung entlang einer gekurvten Linie, die Rücksprünge für Balkone und die Verkleidung mit Holzplanken schaffen ein einladendes Äußeres. Mit Deckenhöhen von dreieinhalb Metern und raumhohen Fenstern nach Süden bieten die Apartments einen hohen Wohnkomfort. © Ludwig Moos
Park der Nationen.. Im Stadtteil Nørrebro leben Menschen aus rund sechzig Ländern nicht immer konfliktfrei miteinander. Für sie hat Bjarke Ingels 2012 zusammen mit Künstlern und Designern auf dem Gelände eines früheren Bahndepots den neunhundert Meter langen Park Superkilen geschaffen. Die Aga-Khan-Stiftung verlieh ihm dafür ihren Preis für integrative Architektur.
Park der Nationen. Im Stadtteil Nørrebro leben Menschen aus rund sechzig Ländern nicht immer konfliktfrei miteinander. Für sie hat Bjarke Ingels 2012 zusammen mit Künstlern und Designern auf dem Gelände eines früheren Bahndepots den neunhundert Meter langen Park Superkilen geschaffen. Die Aga-Khan-Stiftung verlieh ihm dafür ihren Preis für integrative Architektur. © Ludwig Moos
Fingerübung.. Eines seiner frühen Projekte, das Havnebadet (Harbour Bath) Islands Brygge, stellte Ingels 2005 noch mit seinem Partner Julien De Smedt fertig, mit dem er fünf Jahre lang das Büro PLOT teilte. Nach der aufwändigen Sanierung des verdreckten Hafenwassers ist das Bad mitten in der Stadt, dem weitere Hafenbäder folgten, zum Symbol für die grüne Erneuerung Kopenhagens geworden. Mit seinen Pontons und Bootsrampen, den Trockendocks ähnelnden Becken und dem Sprungturm in Form eines Schiffsbugs bezieht sich das Havnebadet auf die Vergangenheit seines Ortes.
Fingerübung. Eines seiner frühen Projekte, das Havnebadet (Harbour Bath) Islands Brygge, stellte Ingels 2005 noch mit seinem Partner Julien De Smedt fertig, mit dem er fünf Jahre lang das Büro PLOT teilte. Nach der aufwändigen Sanierung des verdreckten Hafenwassers ist das Bad mitten in der Stadt, dem weitere Hafenbäder folgten, zum Symbol für die grüne Erneuerung Kopenhagens geworden. Mit seinen Pontons und Bootsrampen, den Trockendocks ähnelnden Becken und dem Sprungturm in Form eines Schiffsbugs bezieht sich das Havnebadet auf die Vergangenheit seines Ortes. © Ludwig Moos
Spielflächen am Meer.. Das Maritime Youth House am Øresund, zur gleichen Zeit wie das Harbour Bath entstanden, verdankt seine Form den Wünschen zweier unterschiedlicher Nutzer und einem Umweltproblem. Der Segelclub brauchte Platz für seine Boote, das Jugendhaus Spielflächen im Freien. Da der Baugrund mit Schwermetallen belastet war, bot sich das hölzerne Deck als Lösung an.
Spielflächen am Meer. Das Maritime Youth House am Øresund, zur gleichen Zeit wie das Harbour Bath entstanden, verdankt seine Form den Wünschen zweier unterschiedlicher Nutzer und einem Umweltproblem. Der Segelclub brauchte Platz für seine Boote, das Jugendhaus Spielflächen im Freien. Da der Baugrund mit Schwermetallen belastet war, bot sich das hölzerne Deck als Lösung an. © Ludwig Moos
Doppelter Nutzen.. Der digitale Plan macht deutlich, wie Segelclub und Jugendhaus den Raum nutzen. Das wellenartige Deck bietet reichlich Platz zum Sitzen, Spielen und Spazieren.
Doppelter Nutzen. Der digitale Plan macht deutlich, wie Segelclub und Jugendhaus den Raum nutzen. Das wellenartige Deck bietet reichlich Platz zum Sitzen, Spielen und Spazieren. © Ludwig Moos
Maritimes Erbe.. Die Hafenstadt Helsingør im Norden, mit der S-Bahn von Kopenhagen in fünfzig Minuten zu erreichen, hatte hundert Jahre lang eine der größten Werften Dänemarks, gleich beim Schloss Kronborg, in dem Shakespeare Prinz Hamlet verzweifeln ließ. In eines der Trockendocks hat BIG 2013 das Museet for Sofart (Maritime Museum of Denmark) eingelassen, zugänglich über eine lange Gangway aus glänzendem Metall.
Maritimes Erbe. Die Hafenstadt Helsingør im Norden, mit der S-Bahn von Kopenhagen in fünfzig Minuten zu erreichen, hatte hundert Jahre lang eine der größten Werften Dänemarks, gleich beim Schloss Kronborg, in dem Shakespeare Prinz Hamlet verzweifeln ließ. In eines der Trockendocks hat BIG 2013 das Museet for Sofart (Maritime Museum of Denmark) eingelassen, zugänglich über eine lange Gangway aus glänzendem Metall. © Ludwig Moos
Wechselndes Licht.. Brücken zwischen den Längswänden des Docks fangen das Tageslicht ein, hinter den alten Mauern sind Räume eingegraben, in denen die Exponate beleuchtet werden.
Wechselndes Licht. Brücken zwischen den Längswänden des Docks fangen das Tageslicht ein, hinter den alten Mauern sind Räume eingegraben, in denen die Exponate beleuchtet werden. © Ludwig Moos
Alt und neu.. Einen starken Reiz gewinnt die Architektur des Maritimen Museums aus dem Kontrast
zwischen dem glatten Glanz der neuen Materialien und den Gebrauchsspuren an den Wänden des alten Docks.
Alt und neu. Einen starken Reiz gewinnt die Architektur des Maritimen Museums aus dem Kontrast zwischen dem glatten Glanz der neuen Materialien und den Gebrauchsspuren an den Wänden des alten Docks. © Ludwig Moos
Schwimmende Studentenstudios.. Kopenhagen, reich an Wasser wie an Studenten, braucht spezielle Unterkünfte. Mit Urban Rigger hat BIG 2016 einen Prototypen entworfen. Umgerüstete Schiffscontainer mit zwölf Apartments sind hexagonal auf einem Schwimmponton gestapelt, der die Haustechnik enthält. Fest gemacht hat der Rigger in einem Becken der innenstadtnahen Insel Refshaleøen, die sich mit ihren Bauten aus der Werftenzeit zum Hotspot für Startups, Galerien, Strandbars und Lokale wandelt.
Schwimmende Studentenstudios. Kopenhagen, reich an Wasser wie an Studenten, braucht spezielle Unterkünfte. Mit Urban Rigger hat BIG 2016 einen Prototypen entworfen. Umgerüstete Schiffscontainer mit zwölf Apartments sind hexagonal auf einem Schwimmponton gestapelt, der die Haustechnik enthält. Fest gemacht hat der Rigger in einem Becken der innenstadtnahen Insel Refshaleøen, die sich mit ihren Bauten aus der Werftenzeit zum Hotspot für Startups, Galerien, Strandbars und Lokale wandelt. © Ludwig Moos
Neueste Technik.. Ein Dach mit Terrasse, eines begrünt und eines mit Solarmodulen bestückt - das LEGO-Modell lässt nachhaltigen Luxus ahnen. Dämmstoffe, die für die Raumfahrt entwickelt wurden, Wärmepumpen und Solarstromspeicher halten den Energieverbrauch nahezu neutral.
Neueste Technik. Ein Dach mit Terrasse, eines begrünt und eines mit Solarmodulen bestückt - das LEGO-Modell lässt nachhaltigen Luxus ahnen. Dämmstoffe, die für die Raumfahrt entwickelt wurden, Wärmepumpen und Solarstromspeicher halten den Energieverbrauch nahezu neutral. © Ludwig Moos

"Architects before Koolhaas had tended to establish themselves by creating a specific aesthetic that’s based on certain assumptions - that, you know, curvy is more beautiful than rectangular, or concrete is cooler than brick or glass. And, essentially, what defines them as an architect are the things they don’t do. Whereas with Koolhaas, though he had a style, each project was informed by a certain take on a certain condition, so that it always started with a story about the city, a story about art and technology, a story about the institution of the library. Suddenly, I could see that architecture was really part of society and was even informed by what was occurring in society. And I was hooked."

Bjarke Ingels, The New Yorker, October 2012

Bjerget (The Mountain), VM-House, 8-House, Noma, Amager Bakke

Zauberberg.. Auf der ausgedehnten Insel Amager, von der in der Nähe des Flughafens die Autobahn über den Øresund nach Malmö abgeht, wird Kopenhagens jüngster Stadtteil Ørestad gebaut. An der Metro-Station Bella Center geht eine Lochfassade über dreißig Meter in die Höhe, die mit dem Mount Everest bedruckt ist. Bjerget (The Mountain) hat Bjarke Ingels den 2008 fertig gestellten Bau folgerichtig benannt, der Parken und Wohnen verbindet.
Zauberberg. Auf der ausgedehnten Insel Amager, von der in der Nähe des Flughafens die Autobahn über den Øresund nach Malmö abgeht, wird Kopenhagens jüngster Stadtteil Ørestad gebaut. An der Metro-Station Bella Center geht eine Lochfassade über dreißig Meter in die Höhe, die mit dem Mount Everest bedruckt ist. Bjerget (The Mountain) hat Bjarke Ingels den 2008 fertig gestellten Bau folgerichtig benannt, der Parken und Wohnen verbindet. © Ludwig Moos
Schöner Parken.. Zwei Drittel des Bauvolumens nehmen die fünf hohen Hallen des Parkhauses ein. Der Franzose Victor Ash hat die Betonwände Grau-in-Grau mit Wandbildern wilder Tiere geschmückt – ein Wolf oder ein Elch, die sich stolz über den Wracks von Autos erheben. Eine Bergbahn durchquert die Parkhallen bis zur obersten Wohnzone.
Schöner Parken. Zwei Drittel des Bauvolumens nehmen die fünf hohen Hallen des Parkhauses ein. Der Franzose Victor Ash hat die Betonwände Grau-in-Grau mit Wandbildern wilder Tiere geschmückt – ein Wolf oder ein Elch, die sich stolz über den Wracks von Autos erheben. Eine Bergbahn durchquert die Parkhallen bis zur obersten Wohnzone. © Ludwig Moos
Wohnen im Grünen.. Von Nord nach Süd, von der Spitze des Berges bis zum Bürgersteig, staffeln sich achtzig Wohnungen auf dem Rücken des Parkhauses vom elften Stock bis zum Erdgeschoss. Die hölzernen Verkleidungen und die großen Terrassen mit ihrem Bewuchs, den aufgefangenes Regenwasser speist, schaffen einen ländlichen Kontrast zum übrigen Gebäude.
Wohnen im Grünen. Von Nord nach Süd, von der Spitze des Berges bis zum Bürgersteig, staffeln sich achtzig Wohnungen auf dem Rücken des Parkhauses vom elften Stock bis zum Erdgeschoss. Die hölzernen Verkleidungen und die großen Terrassen mit ihrem Bewuchs, den aufgefangenes Regenwasser speist, schaffen einen ländlichen Kontrast zum übrigen Gebäude. © Ludwig Moos
Gläserne Nasen.. Das VM-House, gleich gegenüber von The Mountain gelegen und drei Jahre davor entstanden, folgt einem anderen Prinzip. Glasfassaden sorgen für maximale Transparenz, die Balkone liefern einen Showeffekt. Individualistisch geht es im Innern zu, jede dritte der über zweihundert Wohnungen hat einen anderen Grundriss.
Gläserne Nasen. Das VM-House, gleich gegenüber von The Mountain gelegen und drei Jahre davor entstanden, folgt einem anderen Prinzip. Glasfassaden sorgen für maximale Transparenz, die Balkone liefern einen Showeffekt. Individualistisch geht es im Innern zu, jede dritte der über zweihundert Wohnungen hat einen anderen Grundriss. © Ludwig Moos
Markantes Zeichen.. Am südlichen Ende von Ørestad hat BIG um zwei Innenhöfe das 8-House
errichtet, Dänemarks größten Wohnkomplex eines privaten Investors.
Markantes Zeichen. Am südlichen Ende von Ørestad hat BIG um zwei Innenhöfe das 8-House errichtet, Dänemarks größten Wohnkomplex eines privaten Investors. © Ludwig Moos
Sanfter Anstieg.. Die Wohneinheiten stapeln sich jeweils leicht angehoben übereinander. Ein breiter Weg verläuft im Freien von unten nach oben, mal an der Außenseite des Gebäudes, mal über den Innenhöfen, vorbei an den Vorgärten der Wohnungen. An Werktagen zwischen zehn und sechzehn Uhr ist Sightseeing erlaubt.
Sanfter Anstieg. Die Wohneinheiten stapeln sich jeweils leicht angehoben übereinander. Ein breiter Weg verläuft im Freien von unten nach oben, mal an der Außenseite des Gebäudes, mal über den Innenhöfen, vorbei an den Vorgärten der Wohnungen. An Werktagen zwischen zehn und sechzehn Uhr ist Sightseeing erlaubt. © Ludwig Moos
Unverbaubare Aussicht.. Nach Südwesten hin senkt sich das Gebäude ab und öffnet den Blick auf die Wiesen und Weiden des Kalvebod Fælled, die unbebaut bleiben sollen.
Unverbaubare Aussicht. Nach Südwesten hin senkt sich das Gebäude ab und öffnet den Blick auf die Wiesen und Weiden des Kalvebod Fælled, die unbebaut bleiben sollen. © Ludwig Moos
Dorf für Feinschmecker.. Für das Noma, dessen gefeierter Beitrag zur nordischen Küche Gourmets lange Wartelisten und fünfhundert Euro für ein Menu mit Weinbegleitung in Kauf nehmen lässt, hat Bjarke Ingels 2018 am Rande des alternativen Biotops Christiania ein neues Quartier geschaffen. Ein kleines Dorf mit Gewächshäusern und den Bauten für Küche und Gäste.
Dorf für Feinschmecker. Für das Noma, dessen gefeierter Beitrag zur nordischen Küche Gourmets lange Wartelisten und fünfhundert Euro für ein Menu mit Weinbegleitung in Kauf nehmen lässt, hat Bjarke Ingels 2018 am Rande des alternativen Biotops Christiania ein neues Quartier geschaffen. Ein kleines Dorf mit Gewächshäusern und den Bauten für Küche und Gäste. © Ludwig Moos
Klein und groß.. Vom Gewächshaus des Noma, einem der kleinsten Projekte der Weltfirma BIG, ist eines ihrer größten Vorhaben zu sehen: die Müllverbrennungsanlage Amager Bakke. In einem Interview mit dem Dear-Magazin meinte Ingels 2018: "Das Schöne an kleinen Projekten ist, dass man alles sehr detailliert kontrollieren und planen kann. Beim Noma haben wir bis zum einzelnen Ziegel und einzelnen Balken jede Position genau bestimmt. Bei großen Projekten muss man mehr in Prinzipien und Werten denken. Aber auch das hat eine Bedeutung. Beides ist wichtig."
Klein und groß. Vom Gewächshaus des Noma, einem der kleinsten Projekte der Weltfirma BIG, ist eines ihrer größten Vorhaben zu sehen: die Müllverbrennungsanlage Amager Bakke. In einem Interview mit dem Dear-Magazin meinte Ingels 2018: "Das Schöne an kleinen Projekten ist, dass man alles sehr detailliert kontrollieren und planen kann. Beim Noma haben wir bis zum einzelnen Ziegel und einzelnen Balken jede Position genau bestimmt. Bei großen Projekten muss man mehr in Prinzipien und Werten denken. Aber auch das hat eine Bedeutung. Beides ist wichtig." © Ludwig Moos
Müll mit Mehrwert.. Das innenstadtnahe Kraftwerk Amager Bakke, für dessen Architektur BIG verantwortlich zeichnet, gewinnt aus Kopenhagens Müll auf die weltweit effizienteste Weise Strom und Wärme für 150 000 Haushalte. Das höchste und größte Gebäude der Stadt hat sich zudem durch einen Park und eine Skipiste, die sich von der Aussichtsplattform auf neunzig Metern Höhe knapp fünfhundert Meter weit nach unten schwingen, in das Freizeitzentrum CopenHill verwandelt.
Müll mit Mehrwert. Das innenstadtnahe Kraftwerk Amager Bakke, für dessen Architektur BIG verantwortlich zeichnet, gewinnt aus Kopenhagens Müll auf die weltweit effizienteste Weise Strom und Wärme für 150 000 Haushalte. Das höchste und größte Gebäude der Stadt hat sich zudem durch einen Park und eine Skipiste, die sich von der Aussichtsplattform auf neunzig Metern Höhe knapp fünfhundert Meter weit nach unten schwingen, in das Freizeitzentrum CopenHill verwandelt. © Ludwig Moos
Alpinismus.. An seiner Nordflanke bietet CopenHill Kraxlern die mit achtzig Metern höchste Kletterwand der Welt.
Alpinismus. An seiner Nordflanke bietet CopenHill Kraxlern die mit achtzig Metern höchste Kletterwand der Welt. © Ludwig Moos
Nachhaltige Genussfreude.. Lust am Spiel und soziale Verantwortlichkeit sind prägende Merkmale für die Arbeit von Bjarke Ingels. Gerne gebraucht er dafür die Wendung "hedonistic sustainability". Wenn ab dem Winter 2019 in Amager Bakke die Pisten befahren werden, verwirklicht sich für ihn das bislang größte Projekt, in dem sich ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit verbinden.
Nachhaltige Genussfreude. Lust am Spiel und soziale Verantwortlichkeit sind prägende Merkmale für die Arbeit von Bjarke Ingels. Gerne gebraucht er dafür die Wendung "hedonistic sustainability". Wenn ab dem Winter 2019 in Amager Bakke die Pisten befahren werden, verwirklicht sich für ihn das bislang größte Projekt, in dem sich ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit verbinden. © Ludwig Moos

"I speak, therefore I think. If you’re a sculptor, you can work with a hammer and chisel on a block of marble until it looks like the woman you’re trying to portray. If you’re an architect, you can’t do anything with your own hands. You need a whole team, you need to involve clients and politicians and city officials. Your capacity to communicate ideas is your hammer and chisel."

Bjarke Ingels, The New Yorker, October 2012

Von Ludwig Moos Autor und Historiker, veröffentlicht am .