"Zeit lass’n!"

Alter Bergsteigergruß
Bozen. Zeit lassen – gerade bei der Erkundung der neuen Südtiroler Architektur mit dem Camper Van Grand Canyon S von Hymer.
Bozen Zeit lassen – gerade bei der Erkundung der neuen Südtiroler Architektur mit dem Camper Van Grand Canyon S von Hymer. © Hendrik Bohle
Tramin. Beweglich, wendig, flexibel – wichtige Punkte bei einer Architekturreise mit einem Camper Van. Wie hier bei dem Stopp an der expressiven Kellerei Tramin, entworfen vom Südtiroler Baumeister Werner Tscholl.
Tramin Beweglich, wendig, flexibel – wichtige Punkte bei einer Architekturreise mit einem Camper Van. Wie hier bei dem Stopp an der expressiven Kellerei Tramin, entworfen vom Südtiroler Baumeister Werner Tscholl. © Jan Dimog

Den ersten Teil unseres Roadtrips zu alpiner Architektur in Südtirol haben wir im Ahrntal und in Bruneck verbracht mit Projekten u. a. von Zaha Hadid, Werner Tscholl und Pedevilla Architects. Ein möglicher Grund für den schon seit Jahren währenden Bauboom scheint auch der Generationenwechsel zu sein. Neue Betreiber übernehmen alte Gasthäuser, Traditionskellereien erweitern ihre Verkaufs- und Präsentationsflächen, Auftraggeber geben jungen Architekten und ihren ungewöhnlichen Entwürfen eine Chance. Für Einheimische, Traditionalisten und Bauernhausromantiker mit einem Faible für geranierte Balkone mit Kuhglocken-Soundtrack ist manches zu modern, zu geometrisch, zu glatt. Kein Kuschelfaktor, nirgends. Trotzdem kann es passieren, dass die Geometriebauten und Kuben zu neuen Wahrzeichen avancieren, wie z. B. die Erweiterung der Kellerei Tramin von Werner Tscholl. Auch die Inhaber des Bühelwirts, Michaela und Matthias Haller, haben gute Erfahrungen mit ihrem dunklen, monolithisch wirkenden Anbau gemacht. Ähnlich wie die Familie Schgaguler, die ihr Hotel aus den 1980er-Jahren komplett und radikal verwandeln ließen. Sie haben den Bozener Peter Pichler beauftragt, einen der neuen zentralen Figuren der aktuellen Architektur Südtirols. Wie kam das reduziert-pure Zen-Haus an? Die Antwort von Elisabeth Schgaguler, der guten Seele des Hauses: “Sehr gut. Weder das Bauamt hatte Änderungswünsche noch gab es negative Kritik, im Gegenteil.”  Der Südtiroler Baukosmos scheint groß genug zu sein – für diejenigen, die im Stadel schmusen wollen wie auch für die neue architektonische Berg-Kante.

Schgaguler Hotel, Kastelruth. Entwurf: Peter Pichler. Fertigstellung: 2018.
Schgaguler Hotel, Kastelruth Entwurf: Peter Pichler. Fertigstellung: 2018. © Jan Dimog
Schgaguler Hotel. "Ein besonderes Boutiquehotel in den Dolomiten", so bewirbt sich das Traditionshaus in Castelrotto (dt. Kastelruth).
Schgaguler Hotel "Ein besonderes Boutiquehotel in den Dolomiten", so bewirbt sich das Traditionshaus in Castelrotto (dt. Kastelruth). © Hendrik Bohle
Schgaguler Hotel. Die Besonderheit liegt in der hellen und feinen Erscheinung mit einer selbstbewussten, klaren und kompromisslosen Architektur. Vom Bestandsbau der Achtziger ist nichts mehr zu erahnen, so radikal ist der Plan von Peter Pichler geraten, der dem alten Bau ein zusätzliches Dachgeschoss und eine einheitliche Fassade gab.
Schgaguler Hotel Die Besonderheit liegt in der hellen und feinen Erscheinung mit einer selbstbewussten, klaren und kompromisslosen Architektur. Vom Bestandsbau der Achtziger ist nichts mehr zu erahnen, so radikal ist der Plan von Peter Pichler geraten, der dem alten Bau ein zusätzliches Dachgeschoss und eine einheitliche Fassade gab. © Hendrik Bohle
Schgaguler Hotel. Holzbalkone, Türme und Rundbögen verschwanden zugunsten einer einheitlichen, reduzierten Formensprache. Gradlinig, großzügig, transparent. Mal wirkt das wie ein Design aus dem Zen-Lehrbuch, dann wieder nordisch, sehr skandinavisch durchdacht, organisch und stimmig.
Schgaguler Hotel Holzbalkone, Türme und Rundbögen verschwanden zugunsten einer einheitlichen, reduzierten Formensprache. Gradlinig, großzügig, transparent. Mal wirkt das wie ein Design aus dem Zen-Lehrbuch, dann wieder nordisch, sehr skandinavisch durchdacht, organisch und stimmig. © Hendrik Bohle
Schgaguler Hotel. Das von der Familie Schgaguler betriebene Hotel hat unserer Meinung nach den Sprung in eine neue Architektur-Ära souverän und selbstbewusst geschafft. Ohne das Warmherzige und Gastfreundliche zu vergessen. Die Innenarchitektur haben Peter Pichler und Designer und Fotograf Martin Schgaguler gestaltet.
Schgaguler Hotel Das von der Familie Schgaguler betriebene Hotel hat unserer Meinung nach den Sprung in eine neue Architektur-Ära souverän und selbstbewusst geschafft. Ohne das Warmherzige und Gastfreundliche zu vergessen. Die Innenarchitektur haben Peter Pichler und Designer und Fotograf Martin Schgaguler gestaltet. © Jan Dimog
Ansitz Laechler, Trachtenmuseum, Kastelruth. Entwurf: Studio Senoner Tammerle Architekten. Fertigstellung: 2018. Lukas Tammerle und Paul Senoner haben das Büro Senoner Tammerle Architekten 2003 in Kastelruth gegründet. Dorfentwicklung und Urbanistik spielen für ihre Arbeitsweise eine wichtige Rolle. Für die Gestaltung des Ansitz Laechler (ehemals Plunderschneiderhaus) gingen sie sowohl auf die Anforderungen einer zeitgemäßen Nutzung ein als auch auf die lange Historie des Gebäudes, das bis ins 13. Jahrhundert reicht.
Ansitz Laechler, Trachtenmuseum, Kastelruth Entwurf: Studio Senoner Tammerle Architekten. Fertigstellung: 2018. Lukas Tammerle und Paul Senoner haben das Büro Senoner Tammerle Architekten 2003 in Kastelruth gegründet. Dorfentwicklung und Urbanistik spielen für ihre Arbeitsweise eine wichtige Rolle. Für die Gestaltung des Ansitz Laechler (ehemals Plunderschneiderhaus) gingen sie sowohl auf die Anforderungen einer zeitgemäßen Nutzung ein als auch auf die lange Historie des Gebäudes, das bis ins 13. Jahrhundert reicht. © Hendrik Bohle
Trachtenmuseum, Kastelruth. Sie restaurierten das prächtig-zurückhaltende Gebäude denkmalgerecht, bauten die Räume teils in ihre ursprüngliche Form zurück, schlossen Öffnungen und stellten das tragende Mauerwerk wieder her. Das Trachtenmuseum hat erst vor Kurzem eröffnet und bietet auf kompaktem Raum einen Einblick in die hiesige Trachtentradition. Das Büro selbst beschreibt die Arbeit am Ansitz „als Balance zwischen Restaurierung, Rekonstruktion und Weiterentwicklung.“
Trachtenmuseum, Kastelruth Sie restaurierten das prächtig-zurückhaltende Gebäude denkmalgerecht, bauten die Räume teils in ihre ursprüngliche Form zurück, schlossen Öffnungen und stellten das tragende Mauerwerk wieder her. Das Trachtenmuseum hat erst vor Kurzem eröffnet und bietet auf kompaktem Raum einen Einblick in die hiesige Trachtentradition. Das Büro selbst beschreibt die Arbeit am Ansitz „als Balance zwischen Restaurierung, Rekonstruktion und Weiterentwicklung.“ © Jan Dimog
Messner Haus, Seis am Schlern. Entwurf: noa*. Fertigstellung: 2017. Auf 1.050 m Seehöhe haben noa* mit Sitz in Bozen und einem Büro in Berlin ein Stadel als Haus zu neuem Leben erweckt. Es orientiert sich an Südtiroler Tradition und wirkt von außen wie ein traditionelles Alpenhaus.
Messner Haus, Seis am Schlern Entwurf: noa*. Fertigstellung: 2017. Auf 1.050 m Seehöhe haben noa* mit Sitz in Bozen und einem Büro in Berlin ein Stadel als Haus zu neuem Leben erweckt. Es orientiert sich an Südtiroler Tradition und wirkt von außen wie ein traditionelles Alpenhaus. © Jan Dimog
Messner Haus, Seis am Schlern. Die Architektur orientiert sich an den ländlichen Gebäuden des Ortes mit einem Fundament aus Stein und der Konstruktion aus Lärchenholz. Eine vorgehängte Fassade aus Holz umgibt das Haus wie eine Hülle. Zwei Boxen aus Kupfer und Glas ragen aus der Fassade hervor und zeigen von außen die komplexe und ungewöhnliche Anordnung der Innenarchitektur, wo sie Offenheit mit Großzügigkeit verbinden und die Wertigkeit der Materialien betonen.
Messner Haus, Seis am Schlern Die Architektur orientiert sich an den ländlichen Gebäuden des Ortes mit einem Fundament aus Stein und der Konstruktion aus Lärchenholz. Eine vorgehängte Fassade aus Holz umgibt das Haus wie eine Hülle. Zwei Boxen aus Kupfer und Glas ragen aus der Fassade hervor und zeigen von außen die komplexe und ungewöhnliche Anordnung der Innenarchitektur, wo sie Offenheit mit Großzügigkeit verbinden und die Wertigkeit der Materialien betonen. © Jan Dimog
Seiser Alm. Die Seiser Alm ist Europas größte Hochalm mit 56 km2. Die Aussichten auf die nahen Dolomiten-Gipfel Langkofel, Plattkofel und Schlern sind spektakulär.
Seiser Alm Die Seiser Alm ist Europas größte Hochalm mit 56 km2. Die Aussichten auf die nahen Dolomiten-Gipfel Langkofel, Plattkofel und Schlern sind spektakulär. © Hendrik Bohle
Talstation Seiser Alm-Bahn. Entwurf: Lukas Burgauner. Fertigstellung: 2016. Die Seiser Alm-Bahn transportiert mit ihren tropfenförmigen Kabinen knapp 11.000 Menschen täglich auf die Hochalm. Die neue Talstation erfüllt dabei eine zentrale Rolle für den Zugang des Ski- und Wandergebiets. In dem Komplex befinden sich u. a. Geschäfte, Gastronomieeinheiten, ein Skidepot, Servicestellen, Büros der Umlaufbahn. Der junge Bozener Architekt Lukas Burgauner entwarf einen monolithisch wirkenden Baukörper mit einer Aluminiumfassade, der sich das nahe Bergmassiv der Dolomiten zum Vorbild nimmt. Kanten, Spitzen und kristalline Oberflächen sind weitere Merkmale.
Talstation Seiser Alm-Bahn Entwurf: Lukas Burgauner. Fertigstellung: 2016. Die Seiser Alm-Bahn transportiert mit ihren tropfenförmigen Kabinen knapp 11.000 Menschen täglich auf die Hochalm. Die neue Talstation erfüllt dabei eine zentrale Rolle für den Zugang des Ski- und Wandergebiets. In dem Komplex befinden sich u. a. Geschäfte, Gastronomieeinheiten, ein Skidepot, Servicestellen, Büros der Umlaufbahn. Der junge Bozener Architekt Lukas Burgauner entwarf einen monolithisch wirkenden Baukörper mit einer Aluminiumfassade, der sich das nahe Bergmassiv der Dolomiten zum Vorbild nimmt. Kanten, Spitzen und kristalline Oberflächen sind weitere Merkmale. © Jan Dimog
Parkhaus an der Talstation Seiser Alm Bahn. Entwurf: Lukas Burgauner. Fertigstellung: 2013. Unweit der Talstation hat Burgauner zudem einen Neubau geschaffen, der Parkhaus sowie Firmensitz eines Busunternehmens ist mit Werkstatt, Waschstraße, Büros und Unterkünften für Angestellte.
Parkhaus an der Talstation Seiser Alm Bahn Entwurf: Lukas Burgauner. Fertigstellung: 2013. Unweit der Talstation hat Burgauner zudem einen Neubau geschaffen, der Parkhaus sowie Firmensitz eines Busunternehmens ist mit Werkstatt, Waschstraße, Büros und Unterkünften für Angestellte. © Jan Dimog
Parkhaus an der Talstation Seiser Alm Bahn. Das Parkhaus ist teils offen, teils mit vorgehängten Holzlamellen aus Lärche versehen. Diese ordnete er in unterschiedlicher Breite vertikal an.
Parkhaus an der Talstation Seiser Alm Bahn Das Parkhaus ist teils offen, teils mit vorgehängten Holzlamellen aus Lärche versehen. Diese ordnete er in unterschiedlicher Breite vertikal an. © Jan Dimog
Franziskuskirche, Seiser Alm. Entwurf: Walter Dietl. Fertigstellung: 2009. Der aus Schlanders im Vinschgau stammende Architekt Walter Dietl entschied sich bei dem Entwurf für den Bau der Franziskuskirche für die Taube als Hauptmotiv, ein biblisches Symbol für Verständigung, Begegnung, Frieden und Geborgenheit.
Franziskuskirche, Seiser Alm Entwurf: Walter Dietl. Fertigstellung: 2009. Der aus Schlanders im Vinschgau stammende Architekt Walter Dietl entschied sich bei dem Entwurf für den Bau der Franziskuskirche für die Taube als Hauptmotiv, ein biblisches Symbol für Verständigung, Begegnung, Frieden und Geborgenheit. © Jan Dimog
Franziskuskirche, Seiser Alm. So beschreibt der gebogene Kirchenraum die Konturen eines Taubenkörpers. Der Kopf der Taube wird durch den Kirchenturm nachempfunden. Direkt hinter dem Altar befinden sich die Kirchenfenster, die bis zur Decke ragen und den Raum mit Licht durchflutet. Die Kirchenfenster stammen vom Künstler Werner Kofler.
Franziskuskirche, Seiser Alm So beschreibt der gebogene Kirchenraum die Konturen eines Taubenkörpers. Der Kopf der Taube wird durch den Kirchenturm nachempfunden. Direkt hinter dem Altar befinden sich die Kirchenfenster, die bis zur Decke ragen und den Raum mit Licht durchflutet. Die Kirchenfenster stammen vom Künstler Werner Kofler. © Jan Dimog
Franziskuskirche, Seiser Alm. Dach- und Wandkonstruktion sind aus Lärchenholz. Die Bank- und Sitzreihen sind im Viertelkreis angeordnet und sind ebenfalls aus Lärchenholz. Licht, Raum und Anordnung harmonieren und die aus Südtirol kommenden Materialien fügen sich gut in das Gesamtbild der Franziskuskirche.
Franziskuskirche, Seiser Alm Dach- und Wandkonstruktion sind aus Lärchenholz. Die Bank- und Sitzreihen sind im Viertelkreis angeordnet und sind ebenfalls aus Lärchenholz. Licht, Raum und Anordnung harmonieren und die aus Südtirol kommenden Materialien fügen sich gut in das Gesamtbild der Franziskuskirche. © Hendrik Bohle

Bozen / Bolzano und die Südtiroler Weinstraße

Museion Museum für Moderne Kunst, Bozen. Entwurf: KSV – Krüger, Schuberth, Vandreike. Fertigstellung: 2009. Das Museum mit silbern schimmernder Aluminiumfassade am Rande der Bozener Altstadt ist von den umliegenden Bergen aus deutlich zu sehen. Es stellt sich mit den nach innen geneigten Stirnseiten und der nach beiden Seiten offenen Empfangs- und Ausstellungshalle in die Achse zwischen der Altstadt und der Stadterweiterung durch Mussolini. Kunst und Stadt treten dadurch in einen direkten Dialog, welcher durch den neuen ebenfalls von KSV – mit Sitz am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte – entworfenen Brückenschlag über den Fluss Talfer bildhaft deutlich wird.
Museion Museum für Moderne Kunst, Bozen Entwurf: KSV – Krüger, Schuberth, Vandreike. Fertigstellung: 2009. Das Museum mit silbern schimmernder Aluminiumfassade am Rande der Bozener Altstadt ist von den umliegenden Bergen aus deutlich zu sehen. Es stellt sich mit den nach innen geneigten Stirnseiten und der nach beiden Seiten offenen Empfangs- und Ausstellungshalle in die Achse zwischen der Altstadt und der Stadterweiterung durch Mussolini. Kunst und Stadt treten dadurch in einen direkten Dialog, welcher durch den neuen ebenfalls von KSV – mit Sitz am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte – entworfenen Brückenschlag über den Fluss Talfer bildhaft deutlich wird. © Hendrik Bohle
Museion Museum für Moderne Kunst, Bozen. Auf diese Weise soll die hermetische Kunstbox überwunden werden. Tagsüber wird über bewegliche transluzente Lamellen das Tageslicht in die Ausstellungsbereiche gelenkt. Abends wird die Lamellenebene zur Projektionsfläche. Bild-, Licht- und Videokunst werden zum Bestandteil des Stadtbildes.
Museion Museum für Moderne Kunst, Bozen Auf diese Weise soll die hermetische Kunstbox überwunden werden. Tagsüber wird über bewegliche transluzente Lamellen das Tageslicht in die Ausstellungsbereiche gelenkt. Abends wird die Lamellenebene zur Projektionsfläche. Bild-, Licht- und Videokunst werden zum Bestandteil des Stadtbildes. © Jan Dimog
Seebad Kaltern. Entwurf: tnE Architects, the next Enterprise. Fertigstellung: 2006. Der Entwurf der Wiener Architekten Marie-Therese Harnoncourt und Ernst Fuchs führt Skulpturales mit den Anforderungen eines Freizeitbades auf eine komplex-herausfordernde Art zusammen. Wichtig war der freie Blick auf den See, der wie die Gemeinde Kaltern und die Region für die landschaftliche Schönheit berühmt ist. Das zum See abfallende Grundstück ermöglichte es tnE zwei Ebenen zu gestalten – das Sonnendeck mit Badebereich und die Aquariumsebene mit Spiel-, Fitness- und Veranstaltungsfläche.
Seebad Kaltern Entwurf: tnE Architects, the next Enterprise. Fertigstellung: 2006. Der Entwurf der Wiener Architekten Marie-Therese Harnoncourt und Ernst Fuchs führt Skulpturales mit den Anforderungen eines Freizeitbades auf eine komplex-herausfordernde Art zusammen. Wichtig war der freie Blick auf den See, der wie die Gemeinde Kaltern und die Region für die landschaftliche Schönheit berühmt ist. Das zum See abfallende Grundstück ermöglichte es tnE zwei Ebenen zu gestalten – das Sonnendeck mit Badebereich und die Aquariumsebene mit Spiel-, Fitness- und Veranstaltungsfläche. © Hendrik Bohle
Seebad Kaltern. Beide Ebenen sind durch eine Sitz-Liege-Tribüne verbunden. Beeindruckend ist die skulpturale Betonkonstruktion und die runden Öffnungen im Boden des Sportbeckens. Für die Statik des Tragwerks waren die Fachleute vom Ingenieursbüro Bollinger und Grohmann verantwortlich.
Seebad Kaltern Beide Ebenen sind durch eine Sitz-Liege-Tribüne verbunden. Beeindruckend ist die skulpturale Betonkonstruktion und die runden Öffnungen im Boden des Sportbeckens. Für die Statik des Tragwerks waren die Fachleute vom Ingenieursbüro Bollinger und Grohmann verantwortlich. © Hendrik Bohle
Kellerei Bozen. Entwurf: dell‘agnolo kelderer architekturbüro. Fertigstellung: 2018. Ingenieur Egon Kelderer und Architektin Sylvia Dell’Agnolo aus Bozen konzipierten eine symmetrische Anlage mit dem leuchtenden, repräsentativen Würfel als zentralem Element, der wie aus dem Hang zu wachsen scheint.
Kellerei Bozen Entwurf: dell‘agnolo kelderer architekturbüro. Fertigstellung: 2018. Ingenieur Egon Kelderer und Architektin Sylvia Dell’Agnolo aus Bozen konzipierten eine symmetrische Anlage mit dem leuchtenden, repräsentativen Würfel als zentralem Element, der wie aus dem Hang zu wachsen scheint. © Hendrik Bohle
Kellerei Bozen. Die Fassade aus bronzefarbenem Aluminiumblech stellt ein stilisiertes Weinblatt dar. Das Licht wird über die Außenfassade nach Innen gefiltert und dringt abends von innen nach außen und lässt so die Blattfassade leuchten. Die seitlichen Zufahrtsrampen geben dem Hof die Form eines Halbkreises und erinnert an historische Gutshöfe.
Kellerei Bozen Die Fassade aus bronzefarbenem Aluminiumblech stellt ein stilisiertes Weinblatt dar. Das Licht wird über die Außenfassade nach Innen gefiltert und dringt abends von innen nach außen und lässt so die Blattfassade leuchten. Die seitlichen Zufahrtsrampen geben dem Hof die Form eines Halbkreises und erinnert an historische Gutshöfe. © Jan Dimog
Kellerei Tramin. Entwurf: Werner Tscholl. Fertigstellung: 2010. Der Pionier der Südtiroler Architektur und Italiens Architekt des Jahres 2016 erneuerte die Kellerei Tramin mit zwei Anbauten. Ein expressiver Glas- und Betonkubus ragt in den Weinberg. Diesen überzog Tscholl mit einem Netz aus grünen Stahlranken, die in Form und Farbe an die Triebe der Rebstöcke erinnern sollen.
Kellerei Tramin Entwurf: Werner Tscholl. Fertigstellung: 2010. Der Pionier der Südtiroler Architektur und Italiens Architekt des Jahres 2016 erneuerte die Kellerei Tramin mit zwei Anbauten. Ein expressiver Glas- und Betonkubus ragt in den Weinberg. Diesen überzog Tscholl mit einem Netz aus grünen Stahlranken, die in Form und Farbe an die Triebe der Rebstöcke erinnern sollen. © Hendrik Bohle
Kellerei Tramin. Der Kubus beherbergt die Vinothek und Versammlungsraum. Im anderen Anbau sind Büros.
Kellerei Tramin Der Kubus beherbergt die Vinothek und Versammlungsraum. Im anderen Anbau sind Büros. © Jan Dimog
Kellerei Tramin. Anfangs umstritten ist der Tscholl-Bau heute ein Wahrzeichen des kleinen Ortes mit dem berühmten Wein.
Kellerei Tramin Anfangs umstritten ist der Tscholl-Bau heute ein Wahrzeichen des kleinen Ortes mit dem berühmten Wein. © Hendrik Bohle
Kellerei Nas Margreid. Entwurf: Markus Scherer. Fertigstellung: 2010.
Kellerei Nas Margreid Entwurf: Markus Scherer. Fertigstellung: 2010. © Hendrik Bohle
Kellerei Nas Margreid. Die Kellerei Nas Margreid ist für ihren Weißwein berühmt. Die Erweiterung sollte dieser Qualität Rechnung tragen. Dafür nutzte der Wiener Architekt Markus Scherer Porphyrgestein, Sichtbeton und Eichenholz. Kern seines Plans ist es, den Besuchern den Produktionsprozess der Weinbereitung zu zeigen. Wichtige Merkmale des Neubaus sind der braun-rot pigmentierte Zement und das prägnante Betondach.
Kellerei Nas Margreid Die Kellerei Nas Margreid ist für ihren Weißwein berühmt. Die Erweiterung sollte dieser Qualität Rechnung tragen. Dafür nutzte der Wiener Architekt Markus Scherer Porphyrgestein, Sichtbeton und Eichenholz. Kern seines Plans ist es, den Besuchern den Produktionsprozess der Weinbereitung zu zeigen. Wichtige Merkmale des Neubaus sind der braun-rot pigmentierte Zement und das prägnante Betondach. © Hendrik Bohle
Kellerei Kaltern. Entwurf: feld72. Fertigstellung: 2006. Von der Straße wirkt der Neubau der Architektengruppe feld72 mit der Hülle aus glasfaserverstärktem Beton monolithisch-warm. Selbstbewusst, aber nicht abweisend.
Kellerei Kaltern Entwurf: feld72. Fertigstellung: 2006. Von der Straße wirkt der Neubau der Architektengruppe feld72 mit der Hülle aus glasfaserverstärktem Beton monolithisch-warm. Selbstbewusst, aber nicht abweisend. © Jan Dimog
Kellerei Kaltern. Die Planer legten Wert auf den Dialog des "Winecenters" mit dem Bestandsbau von 1911, dem Hauptgebäude der Kellerei. Die Innenarchitektur nimmt die Höhenentwicklung des Areals auf und präsentiert eine Terrassenlandschaft mit Verkaufsfläche und der Weindegustation.
Kellerei Kaltern Die Planer legten Wert auf den Dialog des "Winecenters" mit dem Bestandsbau von 1911, dem Hauptgebäude der Kellerei. Die Innenarchitektur nimmt die Höhenentwicklung des Areals auf und präsentiert eine Terrassenlandschaft mit Verkaufsfläche und der Weindegustation. © Jan Dimog
Oberholz, Obereggen. Entwurf: Peter Pichler und Pavol Mikolajcak. Fertigstellung: 2015. Der Entwurf der Architekten Peter Pichler (aus Bozen) und Pavol Mikolajcak (Slowakei) auf 2.000 m Seehöhe spielt mit der Umgebung und versucht diese durch drei jeweils zu verschiedenen Berggruppen ausgerichteten Schaufenster einzufangen. Die auskragenden Volumina der Schaufenster sind als typisches Satteldach ausgebildet und werden durch sanfte Kurven im Innenraum zusammengeführt.
Oberholz, Obereggen Entwurf: Peter Pichler und Pavol Mikolajcak. Fertigstellung: 2015. Der Entwurf der Architekten Peter Pichler (aus Bozen) und Pavol Mikolajcak (Slowakei) auf 2.000 m Seehöhe spielt mit der Umgebung und versucht diese durch drei jeweils zu verschiedenen Berggruppen ausgerichteten Schaufenster einzufangen. Die auskragenden Volumina der Schaufenster sind als typisches Satteldach ausgebildet und werden durch sanfte Kurven im Innenraum zusammengeführt. © Hendrik Bohle
Oberholz, Obereggen. Hier formen sie stubenartige Nischen, die den Restaurant- und Cafébereich unterteilen. Die Fassade besteht aus Lärchenholzlatten, die Tragstruktur und die Innenverkleidung aus Fichtenholz.
Oberholz, Obereggen Hier formen sie stubenartige Nischen, die den Restaurant- und Cafébereich unterteilen. Die Fassade besteht aus Lärchenholzlatten, die Tragstruktur und die Innenverkleidung aus Fichtenholz. © Hendrik Bohle
Oberholz, Obereggen. Ein Bau, der für den sinnvollen Umgang mit Materialien und stellvertretend für die neue Südtiroler Baukultur steht und zeitgenössische Architektur selbstbewusst, sensibel und bodenständig erscheinen lässt.
Oberholz, Obereggen Ein Bau, der für den sinnvollen Umgang mit Materialien und stellvertretend für die neue Südtiroler Baukultur steht und zeitgenössische Architektur selbstbewusst, sensibel und bodenständig erscheinen lässt. © Jan Dimog

" … nun erblickte ich endlich bei hohem Sonnenschein, nachdem ich wieder eine Weile nordwärts gefahren war, das Tal worin Bozen liegt. Von steilen, bis auf eine ziemliche Höhe angebauten Bergen umgeben, ist es gegen Mittag offen, gegen Norden von den Tyroler Bergen gedeckt. Eine milde sanfte Luft füllte die Gegend. Hier wendet sich Etsch wieder gegen Mittag …"

Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, in "Italienische Reisen", 1749–1832
Bozen. Spätsommerlicher September in Südtirol mit dem Hymer Camper Van auf Mercedes Benz-Basis.
Bozen Spätsommerlicher September in Südtirol mit dem Hymer Camper Van auf Mercedes Benz-Basis. © Hendrik Bohle
Bozen. Ein Reisemobil wie für Bergtouren mit steilen Kurven und Erkundungen in der dichten Stadt gemacht. Links der Journalist Jan Dimog, rechts der Architekt Hendrik Bohle.
Bozen Ein Reisemobil wie für Bergtouren mit steilen Kurven und Erkundungen in der dichten Stadt gemacht. Links der Journalist Jan Dimog, rechts der Architekt Hendrik Bohle. © THE LINK
Timmelsjoch Erfahrung. Die Hochalpenstraße verbindet das Passeiertal (ital. Passiria) in Südtirol mit dem Ötztal in Österreich. Die sechs Architekturskulpturen von Werner Tschoch sind Teil der "Timmelsjoch Erfahrung", hier der begehbare Würfel "Schmuggler".
Timmelsjoch Erfahrung Die Hochalpenstraße verbindet das Passeiertal (ital. Passiria) in Südtirol mit dem Ötztal in Österreich. Die sechs Architekturskulpturen von Werner Tschoch sind Teil der "Timmelsjoch Erfahrung", hier der begehbare Würfel "Schmuggler". © Jan Dimog

Von Jan Dimog Publizist und Gründer, veröffentlicht am .