Christianeum
Bauwerk :
Das Christianeum entstand aus einem Wettbewerb, den Hamburg Mitte der 1960er-Jahre für den Neubau der Schule ausschrieb. Dass dabei auch skandinavische Architekten eingeladen wurden, hatte mit der dänischen Geschichte des Christianeums zu tun. Arne Jacobsen gewann; ausgeführt wurde der Bau nach Plänen von Jacobsen und Otto Weitling. Seit 1971 ist die Schule an der Otto-Ernst-Straße in diesem Gebäude untergebracht.
Was das Haus von außen bestimmt, ist sein Tragwerk. Schmale Betonträger liegen sichtbar über dem Bau und spannen ein Raster, das die Architektur zusammenhält, ohne sie schwer wirken zu lassen. Dazwischen stehen weitgehend verglaste Außenwände. So entsteht ein Gebäude, das sehr entschieden konstruiert ist und dennoch Offenheit ausstrahlt. Im Inneren setzt sich diese Haltung fort: oben die pavillonartig angeordneten Klassenräume, unten die Fachräume, dazu die Sporthalle im Osten und die Aula im Westen.
Interessant wird das Christianeum dort, wo die große Form in den Alltag übergeht. Fast überall fällt Licht tief in das Gebäude, viele Flure haben Blick nach draußen, und auch im Inneren blieb etwas von der ursprünglichen Farbigkeit erhalten. Dazu kommen Details der Ausstattung, die Jacobsen eigens für das Haus entwarf. Gerade deshalb wirkt dieser Bau nicht wie eine abstrakte Setzung, sondern wie ein präzise durchgearbeiteter Ort des Lernens.