Forum Castrop-Rauxel
Bauwerk :
Ein neues Zentrum auf freier Fläche: 1966 schrieb Castrop-Rauxel einen Wettbewerb für eine Stadtmitte aus, die Verwaltung, Kultur und Sport zusammenführt. Arne Jacobsen und Otto Weitling gewannen mit einem Entwurf, der den Stadtraum als Bürgerplatz denkt. Das Forum liegt erhöht über einer Tiefgarage; der Platz bleibt vom Verkehr frei und wird zur gemeinsamen Ebene für Markt, Veranstaltung und Alltag. Den nördlichen Rand bildet das Rathaus als langer Ziegelbau in fünf Trakten. Rhythmus und Geometrie prägen die Fassade; die Treppenräume öffnen sich zum Platz mit großen Glasflächen. Innen setzen die Architekten auf Gleichwertigkeit: ähnliche Flure und Zugänge, Orientierung über Farbtöne statt über Rang und Hierarchie. Den Gegenpol zum strengen Riegel bilden die Saalbauten mit weit ausgreifenden Hängedächern. Der Ratssaal ist umlaufend verglast: Vom Platz aus fällt der Blick ins tiefer liegende Plenum – Architektur als sichtbares Prinzip von Öffentlichkeit. Nach Jacobsens Tod wurde das Ensemble 1976 unter Otto Weitling und dem Nachfolgebüro Dissing+Weitling (D+W) fertiggestellt.
»Sie stehen alle da wie Charakterdarsteller auf einer Bühne, fertig zum Spiel ...«
Ulrich S. von Altenstadt, 1978 Bauwelt